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08.03.2012

15:22 Uhr

Allianzen

Wie Volkswagen die Autobranche unter Druck setzt

VonTino Andresen

Fiat mit Chrysler, jüngst PSA mit General Motors: Volkswagen hat sich zu einem solchen Automobilgiganten entwickelt, dass viele Rivalen nur noch mithalten können, indem sie ihre Kräfte bündeln – auch Daimler und BMW.

Ein gefragter Mann auf dem Genfer Auto-Salon: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn. Reuters

Ein gefragter Mann auf dem Genfer Auto-Salon: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn.

GenfCarlos Ghosn ist der Mann, der die inzwischen am längsten existierende Auto-Allianz einfädelte – die zwischen Renault und Nissan. Vor 13 Jahren stieß er auf viel Skepsis. Heute ist er der Chef beider Unternehmen und fühlt sich angesichts des Hauptgesprächsthemas auf dem Auto-Salon in Genf bestätigt. „Es passiert das, was wir seit Jahren vorhersagen: Die Konsolidierung geht weiter.“ Fusionen und Übernahmen wie die berühmt-berüchtigte „Hochzeit im Himmel“ von Daimler und Chrysler sind nach seiner Lesart gescheitert.

Jetzt also Allianzen. Aber: „Auch sie sind schwierig. Manche werden scheitern, manche werden gelingen“, sagt Ghosn. Die meisten Konzerne haben allerdings keine Wahl – hohe Investitionen etwa in alternative Antriebe sowie der große Kostendruck treiben sie immer stärker gegenseitig in die Arme. Ghosn sagt: „Der Absatz von zusammen acht Millionen Fahrzeugen im Jahr erlaubt uns vieles, was weder Renault noch Nissan allein schaffen würden.“ Die Allianz hat beispielsweise mehrere Milliarden Euro in die Entwicklung des Elektroautos gesteckt, auf das sie konsequenter setzt als jeder andere große Autobauer.

Die Autobranche befindet sich im Umbruch, steht aber erst an dessen Anfang. BMW-Chef Norbert Reithofer vergleicht den Sprung, der sich da vollzieht, mit dem Übergang von der Schreibmaschine zu Laptop und Smartphone, dem Wechsel von der Analog- zur Digitalfotografie oder dem vom Pferd zum Auto.

Es sind diese Umwälzungen, die hinter dem Einstieg von Fiat bei Chrysler stehen. Und erst vergangene Woche kündigten PSA und der weltgrößte Autobauer General Motors (GM) eine Allianz an. Dieser Schulterschluss erfolgt nur kurze Zeit nachdem der Mutterkonzern von Peugeot und Citroën noch enger mit einem anderen langjährigen Verbündeten, BMW, zusammengerückt ist.

Was Besucher über den 82. Genfer Autosalon wissen sollten

Allgemeines

Der Internationale Automobil-Salon in Genf öffnet seine Tore vom 8. – 18. März 2012 zum 82. Mal für das große Publikum, vorher finden ab Montag, 5. März schon Ausstellerabende, Preisverleihungen und zwei Pressetage statt. Die 260 Aussteller versprechen, insgesamt rund 180 Welt- und Europapremieren zu enthüllen. Als erster großer Automesse auf europäischem Boden kommt dem Salon auch große internationale Bedeutung zu, in jedem zweitem Jahr (wenn keine PKW-IAA in Frankfurt stattfindet, wie 2012) gilt das umso mehr.

Hallenplan & Tipps

Handelsblatt Online hat die Übersicht über die Hallen des 82. Genfer Autosalons schematisch und interaktiv abgebildet. In unserer großen Infografik finden Sie die Standorte der wichtigsten Aussteller und einige Tipps zu besonderen Automodellen, die die Redaktion empfiehlt.

Pavillion Vert

Der Pavillon Vert liegt im grünen, und damit seinem „natürlichen“ Umfeld: Im Park Sarasin, direkt gegenüber dem Haupteingang des Autosalons. Der Blick in den Pavillon und der Gang zu den direkt angegliederten Essais Verts zeigen bei der 82. Ausgabe der Messe, dass „grün“ auch für Hightech vom Feinsten steht, dass sich Star-Designer wie Philippe Starck dem Thema Elektrofahrzeug angenommen haben, und dass zahlreiche bekannte Automobilmarken den Weg von der Planung auf die Strasse in kürzester Zeit vollzogen haben. 20 innovative Aussteller geben sich hier ein betont alternatives Stelldichein.

Neue Autos testfahren

Direkt angegliedert an den zuvor genannten Pavillon Vert bieten ein gutes Dutzend Hersteller allen Besuchern an die 30 Fahrzeuge zum Testen und Vergleichen an, darunter viele elektrisch betriebene. Je nach Marke und Modell steht ein kurzer Rundkurs im Park Sarasin oder eine etwas längere Strecke ausserhalb des Parks zur Verfügung. Die Reservierng erfolgt meist am Stand im Pavillon, zum Teil aber auch an den Hauptständen in den Hallen oder direkt bei den Fahrzeugen.

Anreise

Sehr hilfreich für Fern- und Kurz-Reisende ist die mehrsprachige Website des Autosalons. Am besten dort alle weiteren Links aufrufen.

Link: Weiter gehts hier.

Aussteller auf der Messe

Es empfiehlt sich, den vollständigen Katalog des Messebtreibers mit Suchfunktion zu nutzen.

Link: salon-auto.ch/de/exposants/

Öffnungszeiten und Preise

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr. Samstag und Sonntag von 9 bis 19 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene kostet CHF 16.-, für Kinder von 6 bis 16 Jahren beträgt der Eintritt CHF 9-. Es gibt jedoch auch einen Gruppenrabatt, ab einer Gruppengröße von mehr als 20 Personen, hier beträgt der Preis dann CHF 11- pro Person.

Auskünfte für Touristen

Genève Tourisme
18, rue du Mont Blanc
1201 Genève
Tel. +41 22 909 70 20
Fax. +41 22 909 70 21
E-mail: info@geneve-tourisme.ch
Internet: www.geneve-tourisme.ch
Direkt-Link zur Buchung

Weitere Infos, Kontakt und Links

Die Liste mit allen Ausstellern: Kostenloses PDF-Dokument (öffnet im neuen Browserfenster)

Die Übersicht über die Neuheiten des 82. Autosalons: Kostenloses PDF-Dokument (öffnet im neuen Browserfenster)

Allgemeine Auskünfte: Kostenloses PDF-Dokument (öffnet sich im neuen Browserfenster

Die Website des Genfer Autosalons: www.salon-auto.ch

Wichtige Premieren seit 1905

Exklusive Neuheiten sind das Aushängeschild großer Automessen. Und in Genf gab es in mehr als 100 Jahren davon reichlich. Eine historische Übersicht in Bildern finden Sie hier.

PSA-Chef Philippe Varin begründet die Partnerschaften mit den gleichen Argumenten wie sein Kollege Ghosn. Selbst als Europas Nummer zwei ist der Konzern laut ihm nicht groß genug: „Wir haben mit unserem Absatz nicht die kritische Masse mancher Konkurrenten.“ Es ist klar, dass er damit vor allem Volkswagen und den aufstrebenden Hyundai-Konzern aus Südkorea meint, die vermutlich einzigen Volumenhersteller, die auf dem schrumpfenden europäischen Markt derzeit noch Gewinne erzielen.

Kommentare (1)

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08.03.2012, 15:56 Uhr

Daimler sollte GM einfach Opel abkaufen

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