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29.09.2013

15:16 Uhr

100. Todestag von Rudolf Diesel

Eine laute und dreckige Revolution

Rudolf Diesel entwickelte Ende des 19. Jahrhundert den nach ihm benannten Motor. Eine Revolution im Motorenbau. Sie machte den Ingenieur reich – und zermürbte ihn. Vor 100 Jahren kam er ums Leben. Unfall, Mord, Suizid?

Der erste Serien-Pkw mit Dieselmotor: Mercedes-Benz 260 D (1936). PR

Der erste Serien-Pkw mit Dieselmotor: Mercedes-Benz 260 D (1936).

DüsseldorfDie technische Revolution passte auf 13 Seiten. Mehr Platz brauchte Rudolf Diesel nicht, um den später nach ihm benannten Motor zu skizzieren. Seine Patentschrift mit der Nummer 67207 wurde vom kaiserlichen Patentamt am 23. Februar 1893 bewilligt. Der deutsche Erfinder, der zu der Zeit bei MAN in Augsburg arbeitete, schuf damit die Grundlage für Millionen Dieselmotoren, die heutzutage Automobile, Lkw und Schiffe rund um den Globus antreiben.

Doch diesen weltweiten Erfolg seiner Schöpfung sollte Diesel selbst nur im Keim erleben: Der Erfinder starb vor 100 Jahren, am 29. September 1913 unter mysteriösen und bis heute ungeklärten Umständen auf einer Schiffspassage.

Das Erfolgsgeheimnis seiner Konstruktion war die Selbstzündung, die bis heute als Synonym für den Motor steht. Diesel konstruierte seine Erfindung so, dass ein Luft-Kraftstoff-Gemisch 20-fach verdichtet wurde und allein durch diesen Druck entflammte. Der Effizienzgewinn war enorm.

Als der Erfinder mit seinen Arbeiten begann, hatten Benzinmotoren einen Wirkungsgrad von zwölf Prozent, Gas-Motoren kamen immerhin auf 17 Prozent. Schon der erste Prototyp von Rudolf Diesel war daran gemessen ein Quantensprung: Der Selbstzünder nutzte 25 Prozent der Energie des Kraftstoffs.

Deshalb galt der Diesel-Motor um 1920 unter Automobilexperten als Antrieb der Zukunft. Doch eben diese Zukunft lies noch eine ganze Weile auf sich warten. 1924 kam in Deutschland der erste Lastwagen mit dem Antrieb auf den Markt. Erst 1929 schaffte die amerikanische Firma Cummins, den Selbstzünder experimentell in einen Pkw einzubauen. In Serie ging die Technik im Jahr 1936 im Mercedes-Benz 260 D.

Laut und dreckig

Doch bis in die 1960er Jahre stand der Diesel für Spaßverzicht auf vier Rädern: Die Saugmotoren mit Nebenkammereinspritzung waren nicht nur träge, sondern auch als laut und als dreckig verrufen.
Das Bild sollte sich in den nächsten Jahrzehnten aber grundlegend wandeln. Langsam aber sicher entwickelte sich der Diesel in der Nachkriegszeit weiter. Ein erster Trend zeichnete sich ab und entwickelte sich Mitte der 70er Jahre zu einem regelrechten Dieselboom.

Mit dem Volkswagen Golf I trat der Dieselmotor ab 1975 endgültig seinen Siegeszug an. PR

Mit dem Volkswagen Golf I trat der Dieselmotor ab 1975 endgültig seinen Siegeszug an.

Auslöser war der VW Golf Diesel. Er war 1975 der erste Selbstzünder der Kompaktklasse mit einem so genannten schnell laufenden Dieselmotor, der dank Bosch-Verteilereinspritzpumpe drehfreudig und gleichzeitig sparsam war.

Mit Turbo-Aufladung und entsprechender Fahrleistung erlangte dieses Fahrzeug in der Version Golf „GTD“ später Kult-Status als erster sportlicher Diesel-Pkw. Europaweit folgten alle großen Hersteller mit Selbstzündern in der „Golf“- und Mittel-Klasse.

Kommentare (1)

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Steinweg

29.09.2013, 17:42 Uhr

Die Verdichtung erfolgt nicht als Gemisch. Die Luft wird komprimiert. Der Kraftstoff wird dann eingespritzt. Gerade das ist ja die Besonderheit des Systems, man kann letztlich alles einspritzen, was brennbar ist.

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