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02.05.2011

11:32 Uhr

20 Jahre nach dem letzten Trabi

Die Rennpappe lebt

Quelle:dpa

Auf den Straßen sieht man das kleine Kultauto kaum noch. Doch auch 20 Jahre nachdem in Zwickau der letzte Trabant vom Band rollte, hat die "Rennpappe" viele Fans - sogar jenseits des Atlantiks.

ZwickauEin letztes Mal stand die "Legende auf Rädern" vor 20 Jahren im Rampenlicht. Unter Blitzlichtgewitter und deutschlandweitem Medieninteresse rollte der letzte Trabant mit der Fahrzeugnummer 3.096.099 am 30. April 1991 in Zwickau vom Band. Zwei Jahrzehnte später, und damit im besten Youngtimer-Alter, muss die Pappe in Pink dieses Jubiläum allein verbringen - im Depot des Zwickauer August Horch Museums.

33 Jahre lang war die sächsische Stadt die Wiege des Trabant: Vom P50, der ab 1957 unter dem Sachsenring-Logo produziert wurde, über den P60 bis hin zum berühmten P601, der mit seinen Kulleraugen und der bevorzugten himmelblauen Farbe die Straßen der DDR prägte - und auch zum Symbol für Stagnation und die Verbohrtheit der politischen Führung wurde.

Die Fans huldigen ihrem Kultauto bei speziellen Treffen, beispielsweise mit einer Trabant-Safari in Dresden.

Die Fans huldigen ihrem Kultauto bei speziellen Treffen, beispielsweise mit einer Trabant-Safari in Dresden.

"Nach der Wende wollten alle nur noch ein West-Auto. Dabei ist der Trabi auf der Strecke geblieben", sagt Wolfgang Kießling. Er ist Trabi-Fan und Vorsitzender des Internationalen Trabant-Registers. Der Verein führt Statistik über die aussterbende Art. Demnach sind von den einst drei Millionen Pappen, wie die Wagen auch genannt wurden, heute nur noch etwa 30.000 übrig. Selbst das knallige Pink und der Viertakt-Lizenzmotor von VW mit seinen 40 PS konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der 1.1er trotz aller Neuerungen ein 28 Jahre altes Auto war.

Als die Serienproduktion des letzten Modells im Mai 1990 endlich anlief, verhandelten der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Staatssekretär Günter Krause auf Seiten der DDR bereits über den Einigungsvertrag. Heute produziert auf dem historischen Sachsenring-Gelände an der Crimmitschauer Straße, wo zuvor schon August Horch Autos baute, ein Zulieferer Teile für Fahrwerk und Karosse. Außerdem arbeiten hier 600 Mitarbeiter für einen Fahrzeugentwickler. Auf dem Gelände am Rande der Zwickauer Innenstadt selbst erinnert nichts mehr an das Kultauto.

Kommentare (1)

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Klaus

02.05.2011, 12:20 Uhr

Verbundwerkstoffe, Leichtbau, Kleine Karrosserie ... vom Osten lernen heißt siegen lernen. liebe Industrie alles schon da ;-) ...

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