Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2016

08:56 Uhr

30 Jahre Mazda RX-7

Rotary-Power vs. Porsche-Racer

VonWolfram Nickel
Quelle:Spotpress

Deutsche Wankel-Pioniere verbannten den Kreiskolbenmotor gerade ins Archiv, als Mazda mit dem RX-7 einen der meistgebauten Sportwagen aller Zeiten auflegte. Vor 30 Jahren fuhr der in zweiter Generation vor.

Mazda RX-7 Turbo Sondermodell Mazda

Mazda RX-7 Turbo Sondermodell

Winning Limited Sondermodell von 1991 anlässlich des Mazda-Sieges in Le Mans

Er ist klein, kompakt und drehfreudig. Ein Kult-Motor wie ein Kunstwerk, prädestiniert für Fahrspaß im Sportwagen. Nein, hier ist einmal nicht die Rede vom legendären Boxer im Porsche 911, sondern vom Kreiskolbenmotor im Mazda RX-7.

Jenem Rotary-Sportwagen, der den Wankelmotor 1978 wiederbelebte als Audi-NSU den Ro80 und die Rotationskolben-Idee gerade zu Grabe getragen hatte und Mazdas bisherige Rotary-Modellpalette wegen zu hoher Verbrauchswerte zum Ladenhüter geworden war.

Der RX-7 machte den prinzipiell sehr trinkfreudigen Wankel zwar nur wenig sparsamer, führte das Triebwerk mit turbinenartiger Laufkultur aber zum vorläufigen Zenit seiner Karriere mit Rekordverkaufszahlen. Wichtigster Markt war Nordamerika, wo der Klappscheinwerfer-Sportwagen schon in erster Generation gegen den Transaxle-Porsche 924 antrat.

Mazda RX-7 Turbo Cabriolet, 1989 Mazda

Mazda RX-7 Turbo Cabriolet, 1989

Noch besser machen sollte es die vor 30 Jahren eingeführte Neuauflage des Nippon-Racers, die sich optisch am Porsche 944 orientierte und als 147 kW/200 PS starker Turbo-Rotarier sogar Italiener aus Modena und Maranello herausforderte. Die für Frischluftfans schönste Art RX-7 zu fahren, bot aber das 1987 präsentierte Cabriolet mit elektrisch versenkbarem Verdeck.

Trotzdem konnte der bis 1992 gebaute Mazda RX-7 (FC) die sensationellen Verkaufserfolge seines Vorgängers nicht wiederholen, immerhin genügten 272.000 verkaufte Einheiten aber für eine Bestsellerrolle bei den noch bezahlbaren Sportwagen.

Motorisierungen und Chronik

RX-7 mit 150 PS

Mazda RX-7 mit Zweischeiben-Wankelmotor (2 x 654 cm³), 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 182 Nm bei 3.000 U/min, Vmax: 210 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 8,0 Sek.

RX-7 mit 180 PS

Mazda RX-7 Turbo mit Zweischeiben-Wankelmotor (2 x 654 cm³), 133 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 247 Nm bei 3.500 U/min, Vmax: 230 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 7,2 Sek.

RX-7 Turbo mit 200 PS

Mazda RX-7 Turbo mit Zweischeiben-Wankelmotor (2 x 654 cm³), 147 kW/200 PS, maximales Drehmoment: 265 Nm bei 3.500 U/min, Vmax: 240 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 6,4 bis 6,7 Sek.

RX-7 Turbo Cabrio

Mazda RX-7 Turbo Cabriolet mit Zweischeiben-Wankelmotor (2 x 654 cm³), 147 kW/200 PS, maximales Drehmoment: 265 Nm bei 3.500 U/min, Vmax: 230 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 7,0 Sek.

1978 - 81

1978: Die erste Generation des Mazda RX-7 (SA22C/FB) feiert im März Weltpremiere.

1981: Im Juni erfolgt der offizielle Startschuss für die Entwicklung eines neuen RX-7 unter dem Projektcode P747. Chefingenieur ist Akio Uchiyama, der schon an der Entwicklung des ersten RX-7 beteiligt war.

1985

Am 20. September kündigt Mazda eine neue Generation des RX-7 an. Weltpremiere feiert die zweite RX-7 Generation auf der Tokyo Motor Show am 31. Oktober. Er wird konkret gegen Porsche 944, Toyota Supra, Datsun/Nissan 280ZX und Chevrolet Corvette positioniert.

1986

Im April deutsche Markteinführung der zweiten Generation des 150 PS starken RX-7 (FC) mit Bosch-L-Jetronic-Einspritzung und 6-Kanal-Einlassventil. Ab Herbst zum Modelljahr 1987 optional mit S-Paket-Ausstattung.

1987

Im April ergänzt eine Turboversion einschließlich Katalysator das Programm. Erkennbar ist der 180 PS starke RX-7 Turbo an einer Hutze auf der Motorhaube. Das S-Paket ist ab sofort Standardausstattung, neue Leichtmetallräder (7 J x 16), dazu Sportsitze und Tempomat.

Auf der Frankfurter IAA wird im September das RX-7 Cabriolet als Weltpremiere vorgestellt, aber vorerst nicht in Deutschland verkauft.

1989

Im Juni Markteinführung des RX-7 Turbo Cabriolet. Der Turbomotor erfährt zugleich eine Leistungssteigerung auf 200 PS. Frontdesign modifiziert durch zusätzlichen Lufteinlass unterhalb des Stoßfängers und neue Rückleuchten, BBS-Aluräder serienmäßig. Das Turbo-Coupé wird erst im September in dieser Weise überarbeitet. Im Unterschied zum Cabriolet verfügt das Coupé serienmäßig über ABS.

1991

Mit dem auf 1.000 Einheiten limitierten Sondermodell RX-7 Winning Limited (Lackierung entweder Shade Green oder Blaze Red) feiert Mazda den Sieg des 787B bei den 24 Stunden von Le Mans. Vorstellung des RX-7 der dritten Generation und Produktion der ersten 975 Einheiten

1992

Weltweite Einführung der dritten Generation des RX-7. Im August legt Mazda vom RX-7 (FC) Cabriolet eine Sonderserie „Final Version“ auf, die 150 Einheiten umfasst. Insgesamt wurden im letzten Jahr noch 245 RX-7 (FC) produziert.

Von 1985 bis 1992 entstanden 272.027 RX-7 (FC), damit erreichte dieser RX-7 nicht die Stückzahlen seines Vorgängers

Ein Resultat, das sich die Japaner durch einen anderen Triumph vergoldeten: Im Juni 1991 konnte Mazda erstmals mit einem Drei-Scheiben-Rotary-Racer bei den 24 Stunden von Le Mans alle Rivalen auf die Plätze verweisen, darunter Porsche, Mercedes und Jaguar.

Weshalb vom bereits auslaufenden RX-7 (FC) noch ein auf 1.000 Einheiten limitiertes japanisches Sondermodell „Winning“ aufgelegt wurde. Eine von Sammlern ebenso begehrte Abschiedsedition wie die 1992 folgende Cabriolet-Sonderserie „Final Version“, die schon parallel zur dritten RX-7-Generation (FD) gebaut wurde.

Zurück auf Anfang: Die Geburtsstunde zur Entwicklung des RX-7 (FC) schlug 1981, als Mazda in Nordamerika gerade ein prestigeträchtiges Verkaufsduell mit Porsche für sich entschieden hatte. Die erste RX-7-Generation hatte den Porsche 924 in den Zulassungszahlen zum Nebendarsteller degradiert.

Mazda RX-7 Werbung, 1987 Mazda

Werbemotiv von 1987

Was allerdings für die Zuffenhausener kein Problem war. Denn Geld verdienen ließ sich mit den kostspieligeren Porsche-Vierzylindern genug auf dem damals größten Sportwagenmarkt der Welt.

Ein Phänomen, das die amerikanischen Mazda-Händler veranlasste, für den kommenden RX-7 (FC) mehr Leistung und Ausstattung zu ebenfalls höheren Preisen zu fordern. Wünsche, die sich Mazda-Chefingenieur Akio Uchiyama zu Herzen nahm. So positionierte er den RX-7 (FC) klar als Kontrahenten zum 1981 vorgestellten Porsche 944.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×