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07.07.2014

09:49 Uhr

30 Jahre Suzuki Swift

Suzukis kleiner Rebell

Quelle:dpa

Wer an Liebhaber-Autos aus Japan denkt, dem kommen zuerst PS-Preziosen wie der Mazda Cosmo oder der Nissan 260Z in den Sinn. Aber der Suzuki Swift? Doch der Kleinwagen hat Karriere gemacht - und Freunde gefunden.

Kantiger Kraftzwerg: Die GTi-Version des Swift, die Suzuki Mitte der 80er Jahre auf den Markt brachte, mobilisiert 101 Pferdestärken. dpa

Kantiger Kraftzwerg: Die GTi-Version des Swift, die Suzuki Mitte der 80er Jahre auf den Markt brachte, mobilisiert 101 Pferdestärken.

BensheimDeutschland Anfang der 80er Jahre: In den Hitparaden schwärmt Schlagersänger Markus von seinem 210 km/h schnellen Maserati, will Spaß und gibt Gas. Doch auf der Straße geht es sehr viel nüchterner zu: Das Benzin wird bleifrei, die erste Tempo-30-Zone wird eingerichtet, und Kleinwagen wie der VW Polo oder der Ford Fiesta stehen hoch im Kurs. Tennis-Star Steffi Graf posiert auf der Motorhaube eines Opel Corsa und nicht etwa auf dem ungleich schnittigeren Manta. Doch das Geschäft mit den Kleinwagen machen die deutschen Hersteller nicht alleine: 1983 feiert auf der Motorshow in Tokio als SA 310 ein kleiner Rebell aus Japan Premiere, dem eine lange Karriere bevorsteht: der Suzuki Swift.

Das Modell hat Suzuki in Kooperation mit General Motors entwickelt. Es gilt als erstes Japan-Auto, das nicht nur auf allen fünf Kontinenten angeboten, sondern dort auch gebaut wird. Die Exemplare für den deutschen Markt kommen seit 1996 aus Ungarn.

Nur 3,59 Meter lang und kantig gezeichnet, gab der Swift anfangs das nüchterne Minimal-Mobil, das weit entfernt ist vom Lifestyle-Image heutiger Kleinwagen. Während es das aktuelle Modell in dieser Hinsicht fast mit dem Mini aus dem BMW-Konzern aufnehmen kann, machte der erste Swift den Eindruck, als sei Design damals eine lästige Pflichtübung gewesen. Für einen Zweitürer zwar überraschend geräumig und für ein 10 495 D-Mark teures Auto nicht schlecht ausgestattet, wirkte der Auto-Zwerg aus Fernost ziemlich farblos. Das Cockpit: eine schwarze Kunststoffwüste mit großen Schaltern. Sogar für einzelne Scheibenwischer- und Lichtfunktionen gab es Taster.

Der GTi sprintet in 8,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bei Vollgas fast 190 km/h. dpa

Der GTi sprintet in 8,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bei Vollgas fast 190 km/h.

Innen schon damals von gestern, war der Swift seiner Zeit unter der Motorhaube voraus. Das Basistriebwerk hat den Trend zum Downsizing drei Jahrzehnte vorweggenommen: ein Dreizylinder mit 1,0 Liter Hubraum und 37 kW/50 PS. Der brachte den gerade mal 700 Kilogramm schweren Wagen auf immerhin 140 km/h.

Praktisch und preiswert - das allein war Suzuki auf Dauer aber nicht genug. Zwei Jahre nach dem Modellstart reichte des Unternehmen die erste kräftige GTi-Variante mit 1,3-Liter-Vierzylinder und seinerzeit noch seltener 16-Ventil-Technik nach. Dieses 74 kW/101 PS starke Aggregat machte den Swift zu einem ganz anderen Kaliber: Aus dem Stand sprintete der GTi in 8,7 Sekunden auf Tempo 100, maximal waren 188 km/h drin - schließlich wog der Wagen nur 900 Kilogramm.

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