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26.01.2017

10:18 Uhr

40 Jahre 7er-BMW

Sturm auf die Benz-Bastille

VonWolfram Nickel
Quelle:Spotpress

Er veränderte die Oberklasse wie keine andere deutsche Limousine: Der erste BMW 7er transferierte den Erfolg von 3er und 5er ins Luxussegment und etablierte sich so als wichtigster Konkurrent der Mercedes S-Klasse.

BMW 7er (Typ E23) ab Baujahr 1977 BMW

Er sollte der S-Klasse das Leben schwer machen

Typ E23 ab Baujahr 1977: Der 7er war aber nicht der erste Oberklasse-BMW. Vielmehr folgte er den Spuren seiner direkten Vorgänger 2500 bis 3,3 Liter (Typ E3) und auch den V8-Barockengel-Limousinen aus den 1950er Jahren.

Die Liste seiner elektronischen Innovationen schien endlos. Tatsächlich führte der BMW 7er (E23) den Automobilbau ab 1977 in eine neue Ära. Nicht nur, dass die bayerischen Sechszylinder die schwäbische S-Klasse und Britanniens formvollendete Jaguar-Zwölfzylinder herausforderten.

Die elegant und doch dynamisch gezeichneten Limousinen mit den Typenschildern 728 bis 745i waren auch die ersten Serienautos mit digitaler Motorelektronik, elektronischem Tacho inklusive Cruise Control und Bordcomputer mit Diebstahlsicherung. Mit dem vollwertigen 4-Kanal-ABS zogen sie mit der Mercedes S-Klasse gleich.

Hinzu kam im 745i ein Geniestreich der Turbotechnik, die aus dem 3,2-Liter-Sechszylinder 252 PS freisetzte und ein ursprünglich vorgesehenes Toptriebwerk mit zwölf Zylindern ins Archiv abkommandierte.

BMW-Südafrika hielt noch eine weitere Spezialität bereit: Den dortigen M745i beschleunigte das 290 PS freisetzende Kraftwerk des Supersportwagens M1 auf 241 km/h, genug für den Titel der weltweit schnellsten Luxuslimousine.

Innenraum BMW 7er (Typ E23) BMW

BMW 7er (Typ E23): Blick in den Innenraum

Bevorzugt gekauft wurden die bayerischen Oberklassetypen nach BMW-Analysen von jenen Kunden, die „eher souveräne Noblesse als auffällige Demonstration schätzen“.

Sicher, der 7er war nicht der erste Oberklasse-BMW. Vielmehr folgte er den Spuren seiner direkten Vorgänger 2500 bis 3,3 Liter (Typ E3) und auch den V8-Barockengel-Limousinen aus den 1950er Jahren.

Aber erst mit den 7er Generationen machten die Münchner der S-Klasse das Leben schwer und sie animierten Audi sowie Lexus und Infiniti zum Vorstoß ins anspruchsvollste Limousinen-Segment. Schließlich wirkten über 285.000 verkaufte BMW 728 bis 745i der Baureihe E23 im Luxusclub wie ein Ausrufezeichen.

Bevorzugt gekauft wurden die bayerischen Oberklassetypen nach BMW-Analysen von jenen Kunden, die „eher souveräne Noblesse als auffällige Demonstration schätzen“. Deshalb folgte der unter BMW-Chefdesigner Paul Bracq gezeichnete 7er in seiner Linie dem 6er Coupé, das die Fachwelt 1976 als Meisterwerk modernen Automobildesigns gewürdigt hatte.

Trotz stattlicher 4,86 Meter Außenlänge war das Blechkleid des 7ers auf Understatement ausgelegt mit flach abfallenden Motor- und Kofferraumhauben, kurzen Überhängen und niedriger Gürtellinie. Ganz im Gegensatz zu den chrombehängten S-Klasse-Sternenkreuzern der Serie W116, die wie eine massive Trutzburg mit mächtigen bis zu 6,9-Liter großen V8 alle Angriffe potentieller Konkurrenten abwehren sollten.

Zunächst aber starteten die Typen 728, 730 und 733i im Frühjahr 1977 den Sturm auf die Benz-Bastille recht erfolgreich. Dabei störte anfangs nicht einmal, dass die drei Sechszylinder mit 170 bis 197 PS Leistung durchweg alte Bekannte aus dem Vorgänger waren.

BMW 7er Typ E23 - Arbeiten am Gipsmodell BMW

BMW 7er Typ E23: Arbeiten am Gipsmodell

Der unter Chefdesigner Paul Bracq gezeichnete 7er folgte in seiner Linie dem 6er Coupé, das die Fachwelt 1976 als Meisterwerk modernen Automobildesigns gewürdigt hatte.

So stellte BMW-Chef Eberhard von Kuenheim im Juli 1977 zufrieden fest: „Das Auftragsvolumen ist so unerwartet groß, dass das Dingolfinger Werk mit der Produktion kaum nachkommt“. Der Einführungsslogan der BMW-Werber – „Es war nicht nötig, in der obersten Klasse ein noch besseres Automobil zu bauen" – schien sich zu bestätigen.

Dennoch genügten die Qualitäten der Baureihe E23 am Ende nicht, um die bereits fünf Jahre alte S-Klasse in den Zulassungscharts zu schlagen. Was Mercedes mit den Werbeworten quittierte: „Auch 1977 war es nicht möglich, ein besseres Auto zu bauen - Mercedes-S-Klasse."

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.01.2017, 11:15 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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