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10.02.2015

10:05 Uhr

40 Jahre Opel Manta B

Mit Fuchsschwanz in die Fuchsröhre

VonWolfram Nickel
Quelle:Spotpress

So richtig bissig wurde der Manta erst in zweiter Generation. Der Rüsselsheimer machte nun auf wilder Kerl, sogar auf Rallyepisten. Für den Sprint an die Spitze der Verkaufscharts genügten aber kleine Motoren.

Opel Manta ab 1975 Opel

Kult-Coupé aus Rüsselsheim

Mit namensstiftendem Rochen-Logo am Kotflügel: Der Manta ab Modelljahr 1975

Zum Fliegen war das kultige Coupé mit dem Fisch im Signet eigentlich zu schade, aber ganz ohne Flugeinlagen ging es dann doch nicht. In einem Alter, in dem sich andere Coupés bereits in den Ruhestand verabschiedeten, drehte der 1975 vorgestellte Opel Manta (B) so richtig auf und mutierte 1981 zum üppig beflügelten Muskelpaket und Motorsportstar mit dem verheißungsvollen Power-Signet Manta 400.

400 PS waren es zwar dann doch nicht, aber immerhin 206 kW/280 PS, mit denen der Manta 1984 über die Dünen der Sahara flog und die Rallye Paris-Dakar in der Kategorie Auto ohne Allradantrieb gewann.

Auch auf der Nürburgring-Nordschleife war der Manta nun endgültig ein Medien- und Publikumsliebling, der nicht nur in der legendären Fuchsröhre fast allen Gegnern das gewaltig dimensionierte Auspuffrohr entgegenstreckte.

„Für Kenner und Könner“ war der Manta 400 laut Werbung bestimmt, und diese konnten sogar mit der 106 kW/144 PS leistenden Straßenversion jeden Porsche 924/944 oder Ferrari Mondial das Fürchten lehren. Absolvierte der Opel den Sprint auf Tempo 100 doch in nur 7,5 Sekunden und das war Anfang der 1980er Jahre noch eine Ansage. Die auch der Erzrivale des Rüsselsheimer Coupés respektierten musste, denn Ford konnte sogar seinen 160-PS-Capri 2,8 Injection nur mit langsameren 8,0 Sekunden kommunizieren.

Opel Manta CC Berlinetta ab 1978 Opel

Ab 1978

Manta CC Berlinetta

Einziger und für viele Fans leider entscheidender Nachteil des Manta 400: Er war wie alle Power-Manta streng limitiert und diente letztlich nur als Image-Lokomotive für die konventionelleren Coupés im Zeichen des Blitzes. Diese gab es gleich nach Beginn ihrer Bauzeit mit sechs Motoren.

Top-Modell war dabei zunächstder Manta GT/E mit 77 kW/105 PS starkem 1,9-Liter-Einspritzer, während der 40 kW/55 PS leistende Manta 1.2 N die Basis setzte.

Mit der schwächlichen Einstiegsmotorisierung orientierte sich der Manta (B) an seinem Vorgänger, der stets mehr Biedermann als Brandstifter war und als zwar schnell aussehender, vor allem aber erschwinglicher Familiensportler die Zulassungsstatistiken stürmte. Und so dem ähnlich konzipierten Ford Capri das Leben schwer machte.

Die Manta-Chronik

1970

Markteinführung des Manta A

1975

Produktionsauslauf des Manta A am 9. Juli. Auf der IAA debütiert der größere Nachfolger Manta B. Die Motorenpalette reicht zunächst von 60 PS bis 105 PS. Im November präsentiert die britische GM-Tochter Vauxhall den Cavalier als Schwestermodell von Opel Ascona und Opel Manta.

1976

Manta nun mit neuem 55-PS-1,2-Liter-Basis-Motor lieferbar. Im August ersetzt 1,9-Liter-N-Motor den 1,6-Liter-S. Gleichzeitig entfällt das Manta-Emblem am Kotflügel. In Südafrika debütiert die Limousine Chevrolet Chevair (technisch verwandt mit Opel Ascona/Vauxhall Cavalier) mit einem Frontdesign im Stil des Opel Manta

1977

Als IAA-Premiere wird der Manta mit 110 PS starkem 2,0-Liter-Einspritzer gezeigt, der den 1,9-Liter-Einspritzer ersetzt. Irmscher bietet den Manta mit 150 PS starkem 2,8-Liter-Einspritzer (aus Opel Diplomat) an

1978

Ab Mai ersetzt 2,0-Liter-N-Motor den 1,9-Liter-S-Motor. Ab September auch als Manta CC mit Heckklappe lieferbar. Vauxhall bietet das Cavalier Coupé auch Centaur an. Insgesamt 118 dieser von Crayford durchgeführten Cabriolet-Umbauten werden ausgeliefert

1979

Im Februar ersetzt neuer 1,3-Liter-Motor das bisherige 1,2-Liter-Aggregat. Optisches Facelift im August

1980

Manta GT/J ohne Chromapplikationen, nur mit 1,3-S- und 2,0-S-Motoren

1981

Produktionsauslauf des Vauxhall Cavalier Coupé in Großbritannien, stattdessen steht nun in den Schauräumen der Opel Manta.

Auf dem Genfer Salon feiert der Manta 400 mit 2,4-Liter-16V-Motor und 106 kW/144 PS bis 184 kW/250 PS Leistung Premiere. Straßen- und Wettbewerbsversionen.

Das Sondermodell „Manta Magic“ (Farben schwarz, polarweiß, silber, jeweils in Kombination mit dreifarbigem Streifendekor) entwickelt sich in immer neuen Auflagen zum Bestseller

1982

Nach dem Auslaufen des Ascona erneutes Facelift. Auslagerung der Manta-Produktion ins Werk Antwerpen. Ab März neuer 1,8-Liter-Motor vorübergehend im Programm, ab September ist ein Fünfganggetriebe verfügbar

1983

Ab Februar alle Manta mit großem Heckspoiler. Der Manta i 200 mit 2,0-Liter-Einspritzer mit 125 PS transferiert die Motorsporterfolge des Manta 400 auf die Straße.

Sein Motorsportdebüt gibt der Manta bei der Korsika-Rallye. Erwin Weber und Gunter Wanger werden auf Opel Manta Deutscher Meister in der Rallye-Gruppe A

1984

Bei der Rallye Paris-Dakar gewinnen der Belgier Guy Colsoul und Alain Lopes mit einem Manta 400 die Wertung der Fahrzeuge ohne Allradantrieb. Im Gesamtklassement belegt der Manta 400 den vierten Rang hinter drei 4x4-Fahrzeugen.

1984

Eine Million Opel Manta seit 1970. Der GSI ersetzt den GT/E. Debüt des von Irmscher entwickelten 202 km/h schnellen Manta i 240 mit 136 PS Leistung aus 2,4 Liter Hubraum in den Schauräumen der Opel-Händler

1985

Podiumsplatz beim letzten Werkseinsatz für den Manta 400 bei der Rallye Hongkong-Peking

1986

Zweiter Platz für einen privat gestarteten Opel Manta beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring

1987

Der 2.0 GSI ist mit ungeregeltem Katalysator (Euro1) bestellbar

1991

Der Film „Manta Manta“ setzt dem Kult-Coupé ein zweifelhaftes Denkmal

1988

Produktionsauslauf Manta B. Am 28. August rollt der finale weiße Manta GSI in Antwerpen vom Band und anschließend ins Werksmuseum.

Mit einer Bauzeit von 13 Jahren ist der Manta das bisher am längsten produzierte Opel Modell. Als Nachfolger wird 1989 der Opel Calibra präsentiert

Tatsächlich war der Rüsselsheimer Raubfisch von Anfang an eine rasante Reaktion auf das Kölner Coupé. Wie Opel-Designer George Gallion später einmal erläuterte, entstand der Prototyp des Ur-Manta im Jahr 1969 innerhalb von nur vier Wochen und bereits 1970 war die Weltpremiere.

Deutlich länger dauerte die Entwicklung der zweiten Manta-Generation, die den Manta (A) auf der IAA 1975 ablöste und wenige Monate später auch als Vauxhall Cavalier Coupé debütierte. Unglaublich, aber wahr: Auf 13 europäischen Märkten standen in den Schauräumen Seite an Seite die baugleichen Opel Manta und Vauxhall Cavalier.

Opel Manta 400 ab 1981 Opel

Ab 1981

Der Manta 400 war die wenig gebaute sportliche Spitze der Modellreihe

Erst 1981 beendete der Mutterkonzern General Motors dieses interne Duell – das der Opel Manta eindeutig gewonnen hatte – und machte die Marke Vauxhall zu einer rein britischen Angelegenheit.

Vor allem aber musste sich der Manta natürlich mit rund 30 Gegnern anderer Marken messen, wobei er ganz nebenbei Automobilgeschichte schrieb. Denn dank seiner für Mittelklassecoupés bis heute beispiellos langen Bauzeit von 13 Jahren konkurrierte der vom biederen Ascona abgeleitete Manta mitunter gleich mit mehreren Generationen ein und desselben Rivalen.

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