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22.01.2007

12:51 Uhr

45. Deutscher Verkehrsgerichtstag

Kommt die automatische Zündsperre für betrunkene Autofahrer?

Eine automatische Zündsperre für betrunkene Autofahrer und andere Maßnahmen zur Reduzierung der Unfallzahlen stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Verkehrsgerichtstages im niedersächsischen Goslar. Diskutiert wird auch über höhere Bußgelder für Verkehrssünder, Geschwindigkeitsbeschränkungen, schärfere Kontrollen und eine Blackbox für Autos, die ähnlich wie bei Flugzeugen Daten aufzeichnet.

HB GOSLAR. Zum 45. Deutschen Verkehrsgerichtstag kommen von diesem Mittwoch bis Freitag mehr als 1500 Fachleute aus Ministerien, Verbänden und Behörden zusammen.

Ziel sei es, die Zahl der schweren Verkehrsunfälle mit Toten und Verletzten weiter zu senken, sagte ein Sprecher des Verkehrsgerichtstages. Jeder dritte Verkehrstote komme bei einem Unfall ums Leben, der durch überhöhtes Tempo ausgelöst wurde. Die Experten wollen deshalb unter anderem über das Für und Wider eines generellen Tempolimits auf Autobahnen und Maßnahmen zu verkehrsabhängigen örtlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen beraten.

Der Auto Club Europa (ACE) hatte sich mit Blick auf den Verkehrsgerichtstag für ein computergestütztes Geschwindigkeitsmanagement ausgesprochen. Während die Unfallzahlen bei unflexibler Geschwindigkeitsbegrenzung gleich blieben, seien sie auf Autobahnabschnitten, mit computergestütztem Geschwindigkeitsmanagement teilweise um fast ein Drittel zurück gegangen, heißt es in einer ACE-Studie.

Da es bisher nicht gelungen sei, die Probleme mit alkoholisierten Autofahrern zu lösen, soll in Goslar auch über die Möglichkeit diskutiert werden, Zündsperren in Autos einzubauen, die auf eine Alkoholfahne bei Fahrern reagieren, sagte der Sprecher des Verkehrsgerichtstages. Fahrzeuge, die eine solche Vorrichtung besitzen, ließen sich von Angetrunkenen nicht mehr bewegen.

Die Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages haben in der Vergangenheit immer wieder Anstöße für Gesetzesänderungen gegeben. Beispiele sind die Herabsetzung der Alkoholgrenze auf 0,5 Promille, das Handyverbot beim Autofahren oder der Führerschein mit 17 Jahren.

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