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08.08.2011

10:23 Uhr

50 Jahre Jaguar E-Type

Überzeugendes Leichtgewicht auf der Rennstrecke

Die Weltpremiere des Jaguar E-Type war erst wenige Wochen her, da stürmte Graham Hill gleich beim ersten Renneinsatz als Sieger durchs Ziel. Doch erst die Lightweights machten den Wagen konkurrenzfähig.

Düsseldorf/SilverstoneNicht nur mit einigen eigenen Veranstaltungen feiert Jaguar 50 Jahre E-Type, sondern Fahrzeuge der legendären Baureihe nehmen in diesem Jahr auch verstärkt an Oldtimer-Rallyes teil. Die Motorsportkarriere des Jaguar E, den selbst Enzo Ferrari als „das schönste Auto der Welt“ bezeichnerte, begann bereits kurz nach seiner Weltpremiere auf dem Genfer Salon im Frühjahr 1961. Graham Hill fuhr beim ersten Renneinsatz mit dem damals neuen und Aufsehen erregenden Jaguar gleich als Sieger durchs Ziel. Auch wenn der E-Type selten ein Auto für den Gesamtsieg war, errang er doch zahlreiche Erfolge bei nationalen Rennen und unzählige Klassensiege. Höhepunkte waren der vierte und fünfte Platz bei den 24 Stunden von Le Mans 1962 und Platz neun ein Jahr später.

Erster Renneinsatz des Jaguar E: Roy Salvadori und Graham Hill im Oulton Park im Jahr 1961. Pressefoto

Erster Renneinsatz des Jaguar E: Roy Salvadori und Graham Hill im Oulton Park im Jahr 1961.

Am 15. April 1961 traten zwei nahezu serienmäßige E-Type Roadster mit Graham Hill (Equipe Endeavour) und Roy Salvadori (John Coombs) zu einem GT-Rennen im britischen Oulton Park an. Die beiden Fahrzeuge waren gerade frisch vom Band in Browns Lane gerollt; den Fahrern bleiben gerade einmal zwei Stunden Zeit zum Training. Während Hill nach 25 Runden gegen die Konkurrenz von Aston Martin und Ferrari siegte, fiel der anfangs führende Salvadori im Wagen mit dem Nummernschild BUY 1 („Kauf einen!“) wegen nachlassender Bremsen in der Schlussphase auf Platz drei zurück.

Schon im Mai hielt sich Salvadori dafür in Crystal Palace schadlos – und siegte vor Jack Sears, der das erfolgreiche Hill-Auto von Oulton Park steuerte. Ein weiteres Highlight der Saison war die im Juli abgehaltene British Empire Trophy in Silverstone: Dort kam der spätere Formel-1-Star und -Konstrukteur Bruce McLaren knapp hinter Stirling Moss (Ferrari 250 GT SWB) auf Platz zwei. In Spa wurde Mike Parkes hinter einem Ferrari ebenfalls Zweiter.
Doch trotz einer hoffnungsfrohen ersten Saison wurde schnell klar, dass der als schneller, aber komfortabler Gran Turismo konzipierte Wagen gegen die als reinrassige Rennwagen ausgelegte V12-Konkurrenz aus Italien im Nachteil war. Mit den zwölf ab 1963 an Privatteams ausgelieferten Lightweight-Modellen mit Aluminium-Chassis und den aerodynamisch verfeinerten „Low Drag“-Coupés sorgte Jaguar jedoch dafür, dass der E-Typde konkurrenzfähig blieb. Die stärksten Modelle leisteten am Ende 344 PS und kratzten 1964 in Le Mans an der 280-km/h-Marke. Neben Graham Hill steuerten weitere prominente Formel-1-Fahrer wie Bruce McLaren, Roy Salvadori und Jackie Stewart erfolgreich E-Types.

Der E-Type schien auf dem besten Weg, legitimer Erbe des zwischen 1955 und 1957 dreimal in Le Mans siegreichen D-Types zu werden. Viele konstruktive Merkmale verbinden beide Autos, doch ist der Jaguar E ist eben ein GT und kein lupenreiner Rennsportwagen wie beispielsweise der Ferrari GT/GTO. Die etwas zu schmale Spur, die innen liegenden hinteren Scheibenbremsen - sie bereiten anfangs Kühlprobleme - und der Sechszylinder-Reihenmotor statt eines V12 setzten von vornherein gewisse Grenzen. Und da ist auch noch das Gewicht: Mit 1.118 Kilogramm waren die frühen E-Type einem 980 Kilogramm leichten und schon in der Straßenversion 240 PS starken V12-Ferrari eindeutig unterlegen. „Der E-Type war eigentlich kein Renn-, sondern ein Straßenwagen. Nur eben ein verdammt schneller“, stellte der britische Tourenwagen- und GT-Fahrer Jack Sears fest.

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