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60 Jahre Trabi

Geliebter Stinker

„Hast du Hammer, Zange, Draht, kommst du bis nach Leningrad“: Für viele war die ostdeutsche „Rennpappe“ so etwas wie ein Familienmitglied. Vor 60 Jahren rollte der erste Trabi auf den Markt. Heute genießt er Kultstatus.

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Zwischen 1957 und 1991 wurden im VEB Sachsenring Automobile Zwickau über drei Millionen Trabant produziert, davon allein zwischen 1964 und 1990 etwa 2,8 Millionen des Typ 601 mit 23 beziehungsweise 26 PS. ASSOCIATED PRESS

Ein Trabant im Oktober 1990 an einem Hinweisschild auf der Autobahn bei Frankfurt/Oder, nahe der polnischen Grenze

Zwischen 1957 und 1991 wurden im VEB Sachsenring Automobile Zwickau über drei Millionen Trabant produziert, davon allein zwischen 1964 und 1990 etwa 2,8 Millionen des Typ 601 mit 23 beziehungsweise 26 PS.

Bild: ASSOCIATED PRESS

Das Fahrzeug steht heute im August-Horch-Museums in Zwickau. 1958 begann die Großserienfertigung. Von 1957 bis zum Fertigungsende 1991 sind in Sachsen insgesamt 3.051.385 Trabant in verschiedenen Baureihen produziert worden. Laut Kraftfahrzeug-Bundesamt waren am 1. Januar 2007 in Deutschland noch 52.432 "Plastikbomber" zugelassen. dpa

Trabant "P 50" aus der Nullserie, die im November 1957 im VEB Automobilwerk Zwickau startete

Das Fahrzeug steht heute im August-Horch-Museums in Zwickau. 1958 begann die Großserienfertigung. Von 1957 bis zum Fertigungsende 1991 sind in Sachsen insgesamt 3.051.385 Trabant in verschiedenen Baureihen produziert worden. Laut Kraftfahrzeug-Bundesamt waren am 1. Januar 2007 in Deutschland noch 52.432 "Plastikbomber" zugelassen.

Bild: dpa

Die Archiv-Aufnahme von 1997 zeigt Werner Lang, den früheren Chefkonstrukteur im Sachsenringwerk Zwickau mit einem Schnitt-Modell eines 500er Trabants dpa

Trabant-Pionier Werner Lang

Die Archiv-Aufnahme von 1997 zeigt Werner Lang, den früheren Chefkonstrukteur im Sachsenringwerk Zwickau mit einem Schnitt-Modell eines 500er Trabants

Bild: dpa

Der erste Kleinwagen aus DDR-Produktion lief am 7. November 1957 vom Band dpa

Ein Mann repariert seinen Trabant 601 auf einer Straße in Leipzig, aufgenommen 2010

Der erste Kleinwagen aus DDR-Produktion lief am 7. November 1957 vom Band

Bild: dpa

Nachdem 1997 die A-Klasse von Mercedes bei dem legendären Elchtest umgefallen war, unterzog die "Thüringer Allgemeine" das Kultauto dem Ausweich-Test. Der Trabi bestand übrigens die nichtganz ernst gemeinte Prüfung. ASSOCIATED PRESS

Bild vom 13. November 1997

Nachdem 1997 die A-Klasse von Mercedes bei dem legendären Elchtest umgefallen war, unterzog die "Thüringer Allgemeine" das Kultauto dem Ausweich-Test. Der Trabi bestand übrigens die nichtganz ernst gemeinte Prüfung.

Bild: ASSOCIATED PRESS

Das Bild von 2007 zeigt Detlef Kunze in seiner Werkstatt in Großröhrsdorf mt einem Trabant 601, Baujahr 1987. Das Zweitaktfahrzeug hat 26 PS und ist noch im Originalzustand. Der Trabant sei ein Gegenentwurf unserer hochtechnisierten Welt schwärmen Oldtimer-Fans. Es genügten wenige Kenntnisse, um das Kultauto selbst zu reparieren, weil es technisch denkbar einfach aufgebaut sei. AP

Hege und Pflege

Das Bild von 2007 zeigt Detlef Kunze in seiner Werkstatt in Großröhrsdorf mt einem Trabant 601, Baujahr 1987. Das Zweitaktfahrzeug hat 26 PS und ist noch im Originalzustand. Der Trabant sei ein Gegenentwurf unserer hochtechnisierten Welt schwärmen Oldtimer-Fans. Es genügten wenige Kenntnisse, um das Kultauto selbst zu reparieren, weil es technisch denkbar einfach aufgebaut sei.

Bild: AP

Die Vorgabe des DDR-Ministerrats aus dem Jahr 1954 lautete: Robust, sparsam und preiswert sollte der Kleinwagen sein. Weil Blech in der DDR Mangelware war, entwickelten Konstrukteure die berühmte Kunststoff-Karosserie aus Duroplast. dpa

Fließband im VEB Sachsenring Automobilwerk Zwickau (Archivfoto aus dem Jahr 1970)

Die Vorgabe des DDR-Ministerrats aus dem Jahr 1954 lautete: Robust, sparsam und preiswert sollte der Kleinwagen sein. Weil Blech in der DDR Mangelware war, entwickelten Konstrukteure die berühmte Kunststoff-Karosserie aus Duroplast.

Bild: dpa

Aus welch einfachen Mitteln die „Rennpappe“ entstanden ist, schildert der inzwischen verstorbene Trabi-Chefkonstrukteur Werner Lang in einer Dokumentation des Filmemachers Eberhard Görner, die im Frühjahr 2017 Premiere feierte. „Wolle auf Asphalt - Das Experiment Trabant“ lief seitdem nicht nur in Programmkinos in Dresden oder Halle, sondern zuletzt auch in der Schweiz. Selbst eine Einladung nach Texas gab es bereits. dpa

Schlange von DDR-Autos vor dem Grenzübergang bei Schirnding (Bayern) an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze, aufgenommen am 5. November 1989

Aus welch einfachen Mitteln die „Rennpappe“ entstanden ist, schildert der inzwischen verstorbene Trabi-Chefkonstrukteur Werner Lang in einer Dokumentation des Filmemachers Eberhard Görner, die im Frühjahr 2017 Premiere feierte. „Wolle auf Asphalt - Das Experiment Trabant“ lief seitdem nicht nur in Programmkinos in Dresden oder Halle, sondern zuletzt auch in der Schweiz. Selbst eine Einladung nach Texas gab es bereits.

Bild: dpa

Das Interesse an dem Kultauto reicht längst über deutsche Grenzen hinaus. Der Zwickauer Online-Versandhändler Frank Hofmann verschickt Päckchen mit Trabant-Teilen nach England, Belgien, Ungarn, Russland, Australien und in die USA. Einen Bremszylinder hat er sogar schon bis Namibia versandt. APN

Trabant 601 Kombi

Das Interesse an dem Kultauto reicht längst über deutsche Grenzen hinaus. Der Zwickauer Online-Versandhändler Frank Hofmann verschickt Päckchen mit Trabant-Teilen nach England, Belgien, Ungarn, Russland, Australien und in die USA. Einen Bremszylinder hat er sogar schon bis Namibia versandt.

Bild: APN

Freier Verkauf eines Autos in der DDR - bis zur Wende unmöglich. Dafür war der Trabant eine prima Geldanlage. Kaum ausgeliefert, konnte man ihn wegen der langen Wartezeitengleich wieder mit ordentlichem Gewinn verkaufen. AP

Trabant 601 S im März 1990 im Schaufenster eines Händlers in Chemnitz

Freier Verkauf eines Autos in der DDR - bis zur Wende unmöglich. Dafür war der Trabant eine prima Geldanlage. Kaum ausgeliefert, konnte man ihn wegen der langen Wartezeitengleich wieder mit ordentlichem Gewinn verkaufen.

Bild: AP

Der Zweitakter gilt als Symbol für Sozialismus und Planwirtschaft. Schon kurz nach seiner Erfindung trat die Staatsführung bei der Weiterentwicklung auf die Bremse. Erst ab Ende der 80er Jahre wurde ein Viertaktmotor von Volkswagen im Trabant verbaut - da war die DDR jedoch fast am Ende und das übrige Auto bereits hoffnungslos veraltet. ZB

Oldtimer- und Teilemarkt in Magdeburg im Jahr 2009

Der Zweitakter gilt als Symbol für Sozialismus und Planwirtschaft. Schon kurz nach seiner Erfindung trat die Staatsführung bei der Weiterentwicklung auf die Bremse. Erst ab Ende der 80er Jahre wurde ein Viertaktmotor von Volkswagen im Trabant verbaut - da war die DDR jedoch fast am Ende und das übrige Auto bereits hoffnungslos veraltet.

Bild: ZB

Mit aktuell rund 34.500 zugelassenen „Rennpappen“ in ganz Deutschland sei der Trabi nicht nur ein Ost-Ding, sagt Wolfgang Kießling. Er ist Vorsitzender des Internationalen Trabant-Registers. Der Verein hält alle Markenrechte am Trabant. dpa

Mit ihren Trabis nutzten diese DDR-Besucher am 11.11.1989 ihren Hamburg-Ausflug zu einer Stippvisite auf der Reeperbahn

Mit aktuell rund 34.500 zugelassenen „Rennpappen“ in ganz Deutschland sei der Trabi nicht nur ein Ost-Ding, sagt Wolfgang Kießling. Er ist Vorsitzender des Internationalen Trabant-Registers. Der Verein hält alle Markenrechte am Trabant.

Bild: dpa

Die Wolke, deren süßlich-stechender Geruch nur Trabi-Kenner in Verzückung versetzt, enthält rund siebenmal so hohe Anteile unverbrannter Kohlenwasserstoffe wie das Abgas eines herkömmlichen Viertakters ohne Katalysator. Kurz nach dem Mauerfall durften die Fahrzeuge in Deutschland dennoch „aus sozialen Gründen“ weiter gefahren werden. Denn sie stillzulegen hätte bedeutet, die frisch mit dem Westen vereinten DDR-Bürger zu zwangsenteignen. Die Regelung galt für die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge. dpa

Typisch Zweitakter: Die graublaue Abgaswolke hinter einem startenden Trabi

Die Wolke, deren süßlich-stechender Geruch nur Trabi-Kenner in Verzückung versetzt, enthält rund siebenmal so hohe Anteile unverbrannter Kohlenwasserstoffe wie das Abgas eines herkömmlichen Viertakters ohne Katalysator. Kurz nach dem Mauerfall durften die Fahrzeuge in Deutschland dennoch „aus sozialen Gründen“ weiter gefahren werden. Denn sie stillzulegen hätte bedeutet, die frisch mit dem Westen vereinten DDR-Bürger zu zwangsenteignen. Die Regelung galt für die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge.

Bild: dpa

Das Auto ist einer der letzten Trabants die gebaut wurden, Baujahr 1991, mit einem Viertaktmotor mit 60 PS AP

Michael Moebius im Oktober 2007 mit einem Trabant Tramp 601

Das Auto ist einer der letzten Trabants die gebaut wurden, Baujahr 1991, mit einem Viertaktmotor mit 60 PS

Bild: AP

Zumindest an der Wiege des Trabants in Zwickau rollt hin und wieder eine «Pappe» durch die Straßen. Der kleine Stinker ist zwar nicht mehr massenkompatibel, doch das DDR-Symbol hat auch 60 Jahre nach seiner Erfindung eine treue Fangemeinde - weltweit. dpa

Mitglieder des Zwickauer Vereins Inter Trab bauen einen Rallye-Trabi in der vereinseigenen Werkstatt in Chemnitz (Sachsen) wieder auf

Zumindest an der Wiege des Trabants in Zwickau rollt hin und wieder eine «Pappe» durch die Straßen. Der kleine Stinker ist zwar nicht mehr massenkompatibel, doch das DDR-Symbol hat auch 60 Jahre nach seiner Erfindung eine treue Fangemeinde - weltweit.

Bild: dpa

Lohmen, Sachsen, Vorhof des Gemeindeamtes: Aus Kostengründen hatte die Kommune am Rande des Elbsandsteingebirges, 25 Kilometer südlich von Dresden, noch immer zwei 2-Takt-PKWs der Baujahre 1975 und 1986 in ihrem Fuhrpark. Fast zwei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung. APN

Dieser Trabant 601 Kombi war sogar 2010 noch in offizieller Mission unterwegs

Lohmen, Sachsen, Vorhof des Gemeindeamtes: Aus Kostengründen hatte die Kommune am Rande des Elbsandsteingebirges, 25 Kilometer südlich von Dresden, noch immer zwei 2-Takt-PKWs der Baujahre 1975 und 1986 in ihrem Fuhrpark. Fast zwei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung.

Bild: APN

Das Fahrzeug lief 1990 im Zwickauer Sachsenring-Werk vom Band und gehört zu den letzten Zweitaktern des Typ 601. Mit acht Kilometern auf dem Tacho ist der 27 Jahre alte Trabant faktisch ein Neufahrzeug. Hofmann und seine Kollegen haben das Auto komplett überholt und einzelne Bauteile erneuert. Jetzt soll der Trabi verkauft werden. Und so rollt 60 Jahre nach der Produktion des ersten Pkw Trabant demnächst höchstwahrscheinlich ein nagelneues Exemplar des Kultautos über die Straßen. ZB

Frank Hofmann vom Versandhaus „Trabantwelt.de“ in seinem Versandlager in Zwickau in einem einzigartigen Trabant 601 S de luxe

Das Fahrzeug lief 1990 im Zwickauer Sachsenring-Werk vom Band und gehört zu den letzten Zweitaktern des Typ 601. Mit acht Kilometern auf dem Tacho ist der 27 Jahre alte Trabant faktisch ein Neufahrzeug. Hofmann und seine Kollegen haben das Auto komplett überholt und einzelne Bauteile erneuert. Jetzt soll der Trabi verkauft werden. Und so rollt 60 Jahre nach der Produktion des ersten Pkw Trabant demnächst höchstwahrscheinlich ein nagelneues Exemplar des Kultautos über die Straßen.

Bild: ZB

Das internationale Trabant Register beobachtet vor allem unter jüngeren Menschen ein zunehmendes Interesse, das sich nicht nur mit dem Nostalgiefaktor erklären lasse. Das Kultauto sei auf dem Weg zum Oldtimer, den es möglichst originalgetreu aufzubauen gelte. Eine Wertanlage sei der Trabant zwar noch nicht. Doch für gut restaurierte Modelle wie den Trabant Tramp, die zivile Variante des „Kübel“ der DDR-Armee, würden bereits um die 10.000 Euro gezahlt. dpa

Trabi vor der Mauer

Das internationale Trabant Register beobachtet vor allem unter jüngeren Menschen ein zunehmendes Interesse, das sich nicht nur mit dem Nostalgiefaktor erklären lasse. Das Kultauto sei auf dem Weg zum Oldtimer, den es möglichst originalgetreu aufzubauen gelte. Eine Wertanlage sei der Trabant zwar noch nicht. Doch für gut restaurierte Modelle wie den Trabant Tramp, die zivile Variante des „Kübel“ der DDR-Armee, würden bereits um die 10.000 Euro gezahlt.

Bild: dpa

An der Wiege des Trabant gibt es zum 60. Geburtstag einen großen Auftritt des kleinen Stinkers: Das August Horch Museum wurde erweitert und eröffnet am 10. November eine neue Dauerausstellung. Drei Viertel der hinzugekommenen Fläche gehören künftig allein dem Trabant. dpa

Schnappschuss von der Trabiparade anlässlich des Tages der Einheit am ehemaligen Grenzübergang Duderstadt/Worbis im Jahr 2014

An der Wiege des Trabant gibt es zum 60. Geburtstag einen großen Auftritt des kleinen Stinkers: Das August Horch Museum wurde erweitert und eröffnet am 10. November eine neue Dauerausstellung. Drei Viertel der hinzugekommenen Fläche gehören künftig allein dem Trabant.

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