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15.09.2011

14:29 Uhr

Aachener Streetscooter

Revolutionäre Seele im Kleinwagenkörper

VonJürgen Rees
Quelle:WirtschaftsWoche

Von außen sieht der Streetscooter aus wie jeder Kleinwagen, das Innenleben des Elektromobils ist allerdings revolutionär. Und inzwischen schon so alltagstauglich, dass die Deutschen Post 20 000 Fahrzeuge bestellt hat.

Der Aachener Streetscooter: Revolutionäre Seele, Kleinwagenkörper PR

Der Aachener Streetscooter: Revolutionäre Seele, Kleinwagenkörper

AachenDer kleine Wagen steht - abgeschirmt vor neugierigen Blicken - auf einer Autoteststrecke in Alsdorf nahe Aachen. Auf den ersten Blick unterscheidet ihn wenig von anderen Kleinwagen wie etwa VWs Polo. Trotzdem hütet ihn sein Entwickler, Achim Kampker, wie einen Schatz. Nur wenigen, ausgewählten Gästen zeigt der Professor für Produktionsmanagement an der RWTH Aachen an diesem Vormittag sein Streetscooter genanntes Elektromobil.

Möglichst wenig Details sollen nach außen dringen, bevor die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am 15. September die Tore öffnet. Schließlich plant der 35-jährige Kampker dort den Frontalangriff auf die erste Garde deutscher Autohersteller und die Nationale Plattform Elektromobilität.

Denn während die Creme der Autobauer nicht müde wird, bei der Politik Milliardensubventionen für die Einführung von Elektroautos zu fordern, gibt Kampker den Spielverderber. Sein Streetscooter, hofft der revolutionäre Professor mit dem markanten Seitenscheitel, lasse sich auch ohne staatliche Milliarden wirtschaftlich produzieren.

Dabei ist der kantige Wagen, für dessen Entwicklung Kampker mit elf mittelständischen Technikspezialisten die Streetscooter Research GmbH gegründet hat, alles andere als ein asketisches Sparmobil: Er bietet Platz für drei Erwachsene plus einen Kindersitz und soll mindestens 120 Kilometer Reichweite haben. Bei all dem soll der E-Wagen nicht mehr kosten als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor.

Hybris? Keineswegs.

Das Konzept ist so attraktiv, dass Streetscooter soeben einen Entwicklungsauftrag der Deutschen Post für rund 20 000 Elektrofahrzeuge ergattert hat. Sie sollen als Zustellfahrzeuge eingesetzt werden. Durch den modularen Aufbau des Wagens mit Stahlgitterrahmen und Kunststoffteilen lassen sich weitere Ableger wie ein Cabrio oder ein kompakter Zweisitzer einfach konstruieren.

Noch in diesem Jahr wollen die Aachener auch die Verträge über den Produktionsort abschließen. Im Gespräch sind ein deutscher und japanischer Autohersteller. Kampker, der täglich mit einem Uralt-VW-Polo zur Hochschule pendelt, freut sich: „Wir werden als Partner ernst genommen.“ Ob das anhält, darüber wird auch der Auftritt in Frankfurt entscheiden.

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