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16.03.2012

09:33 Uhr

ADAC EcoTest

Der geplatzte Traum vom Umweltauto

VonCarsten Herz

Hersteller von Elektroautos versprechen Autofahren ohne Schadstoffe - eine Illusion, wie ein ADAC-Test zeigt.

VW Passat im EcoTest ADAC

VW Passat im EcoTest

FrankfurtSie werden mit dem Zauberwort "Zero Emission" vermarktet und fahren in der Werbung gerne lautlos durch blühende Sonnenblumenfelder: Elektroautos haftet das Image besonders umweltschonender Fahrzeuge an, die kein Klimagift wie Kohlendioxid oder gesundheitsschädliches Stickoxid aus dem nicht vorhandenen Auspuff blasen. Ein schönes Bild, das nur einen Schönheitsfehler hat: Es hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.

Wer den realen Schadstoffausstoß von der Kraftstoffquelle bis zum Auto vergleicht, stellt fest: Für das Klima sind die Stromer derzeit nicht unbedingt besser als herkömmliche Modelle. In einem umfangreichen Test verglich der Automobilclub ADAC jetzt die Umweltbelastung von Benzin-, Diesel- und Gasautos mit Elektromobilen und berechnete dabei auch den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung mit ein.

Das ernüchternde Resultat: Die vermeintlichen Umweltengel mit E-Motor schafften nicht die Bestnote beim Eco-Test. Von den acht getesteten Autos kam der Elektro-Renault Fluence Z.E. zwar auf den ersten Platz, erreichte aber nur vier von fünf möglichen Umweltsternen.

Beim CO2-Ausstoß schnitt das zweite Elektroauto im Test, der Volvo C30 electric, sogar schlechter ab als der größere Audi A4 TDI und der Mercedes B 180 DCI Blue-Efficiency, die beide mit herkömmlichen Dieselmotoren ausgerüstet sind.

Der Hintergrund: Nur mit grünem Strom aus Wind, Wasser und Sonne ist die Ökobilanz der Elektroautos perfekt: Geräuscharm und umweltfreundlich geht es dann von Ampel zu Ampel. Aber leider gibt es die Wirklichkeit, die dieses Szenario kaputt macht. Denn noch wird ein großer Teil des Stroms in Deutschland derzeit aus Kohle gewonnen.

Autotest-Video

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Autotest-Video: Elektrisch in die Zukunft - Opel Ampera

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So hat das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung schon vor einigen Jahren im Auftrag der Bundesregierung ermittelt, dass beim aktuellen Mix der Stromerzeugung ein Elektroauto nicht weniger CO2-Ausstoß verursacht als manch herkömmlicher Benziner. ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhard stellt den Elektroautos deshalb ein schwaches Zwischenzeugnis aus. Im Vergleich zu den sparsamsten Benzin-, Diesel- oder Gasfahrzeugen seien sie für den Klimaschutz "überhaupt kein Vorteil", betonte er gestern in München. Der Dreck "entsteht zwar nicht am Auspuff, sondern am Kraftwerk", aber "wo die CO2-Emissionen entstehen", sei der Umwelt egal.

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Der Test ist ein weiterer Image-Rückschlag für die Verfechter einer raschen Technologiewende hin zu rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen. In der Industrie ist die Euphorie angesichts der geringen Nachfrage nach den ersten Serienmodellen bereits verflogen. Die Regierung formulierte für Deutschland zwar ehrgeizige Ziele - bis 2020 sollen eine Million E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Doch inzwischen herrscht Ernüchterung.

Das Problem mit dem sauberen Strom haben die Hersteller allerdings längst in Angriff genommen: So investieren die Konzerne massiv in Ökostrom. Allein VW plant, in den nächsten Jahren nahezu eine Milliarde Euro in grüne Energie zu investieren. Auch Opel bietet seinen Kunden für den neuen Elektrowagen Ampera einen Vertrag zum Bezug von Ökostrom an. Grünes Fahren ist also möglich - aber gegen Aufpreis.

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Kommentare (11)

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Torsten_Steinberg

16.03.2012, 10:01 Uhr

"Nur mit grünem Strom aus Wind, Wasser und Sonne ist die Ökobilanz der Elektroautos perfekt: Geräuscharm und umweltfreundlich geht es dann von Ampel zu Ampel. Aber leider gibt es die Wirklichkeit, die dieses Szenario kaputt macht. Denn noch wird ein großer Teil des Stroms in Deutschland derzeit aus Kohle gewonnen."

Und so fährt man fröhlich darin fort, auf der einen Seite das Elektroauto wegen seiner Ökobilanz schlechtzureden und auf der anderen Seite den regenerativen Energien eine nur eingeschränkte Zukunftsfähigkeit zuzubilligen, weil nicht absehbar ist, wann ausreichende Kapazitäten zur Stromspeicherung vorhanden sein werden. Man rechne 1+1 zusammen und entwickle regenerative Energieversorgung und Elektroautos als dezentrale Stromspeicher gemeinsam.

Backmagic

16.03.2012, 10:53 Uhr

Aber dafür sollen 1 Million Autos je ca 100 bis 200 Kg Giftpakete in der Gegend herum fahren bei deren Produktion in China Umweltschäden entstehen die in Ihren Dimensionen gar nicht mehr zu beziffern sind? Nein Danke.

Malnachdenken

16.03.2012, 12:50 Uhr

Man kann es auch genau andersherum sehen: Schon heute schneidet der Renault ZE besser ab als die sparsamsten Dieselautos. Und jedes Jahr wird die Bilanz besser, weil der Anteil der Erneuerbaren steigt. Außerdem: Man mag zu Atom stehen wie man will, aber in Frankreich beispielsweise bringen Elektroautos schon heute sehr viel in Sachen CO2, weil dort der Strom eben überwiegend in AKW erzeugt wird. Schwacher Artikel, billiger Versuch eine knackige Überschrift zu generieren.

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