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03.02.2015

13:46 Uhr

ADAC-Pannenhilfe

„Diese Reform wird länger dauern“

Nach den Fälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“ brauchte der ADAC selbst Pannenhilfe. Eine Reaktion auf die tiefe Krise: die strengere Trennung von Hilfe und Geschäft. Doch der Reformweg ist noch länger.

Der ADAC will Pannenhilfe und Geschäft zukünftig stärker trennen. dpa

ADAC Pannenhelfer

Der ADAC will Pannenhilfe und Geschäft zukünftig stärker trennen.

MünchenDer ADAC arbeitet auf dem Weg aus der Krise weiter an seinem Umbau. „Diese Reform wird länger dauern“, sagte der für Technik zuständige Vizepräsident des Autoclubs, Thomas Burkhardt, am Dienstag in München bei der Vorstellung des Jahresberichts zur Pannenhilfe 2014. Bei der Straßenwacht sei aber schon viel passiert.

So habe man verschiedene Praktiken auf den Prüfstand gestellt und etwa Leistungsprämien für Straßenwachtfahrer gestoppt, die Batterien an Mitglieder weitergeben. Nun werde an der Frage gearbeitet, wie die Prämienzahlungen an die Fahrer künftig gestaltet werden können. „Die Pannenhelfer sollen ja nicht weniger Geld verdienen“, sagte Burkhardt.

„Wir haben uns auf der Hauptversammlung 2014 ganz bewusst entschieden, strikt zwischen Geschäftsbereichen und Verein zu unterscheiden“, ergänzte er. Nach dem Bekanntwerden von Fälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“ vor einem Jahr war der Autoclub in eine tiefe Krise gestürzt. Auch Kritik an der Pannenhilfe und an der als Ranking veröffentlichten Pannenstatistik wurde dabei laut.

Unter anderem gab es den Vorwurf, der ADAC bevorzuge bei der Pannenhilfe Kunden bestimmter Hersteller, die ihre eigene Pannenhilfe - sogenannte Assistance-Dienste - vom ADAC abwickeln lassen. Das hat der ADAC bereits im vergangenen Jahr zurückgewiesen und wehrt sich weiter gegen solche Behauptungen.

Wie der ADAC sein Geld verdient

Das ADAC-Imperium

Neben der Gelben Engeln bietet der ADAC etliche Dienstleistungen rund ums Auto an. So kommt Deutschlands größter Autoclub auf einen Umsatz von 895 Millionen Euro. Welche Sparten das Wachstum vorantreiben.

Schutzbriefversicherungen

Das Geschäft mit den Versicherungen macht den größten Anteil (49,8 Prozent) am Umsatz aus. Insbesondere der Auslandskrankenschutz von Deutschlands größten Automobilclub wird stark nachgefragt.

Autoversicherung

Über die ADAC Autoversicherung AG wickelt der Autoclub seine Geschäfte mit Autoversicherungen ab. Auch in diesem Geschäft profitieren die Gelben Engel von ihrem guten Ruf. Die Sparte macht 16,5 Prozent am ADAC-Umsatz aus.

Rechtsschutz

Ab rund 70 Euro im Jahr übernimmt der ADAC auch Anwalts-, Gutachter- oder Gerichtskosten. Das Geschäft mit dem Rechtsschutz macht 15,1 Prozent des Umsatzes aus.

Verlag

Reiseführer, Ratgeber, Karten - der hauseigene Verlag des ADAC gehört ebenfalls zu den Umsatztreibern und steuert rund 6,9 Prozent bei.

Finanzdienste

Eine goldene Kreditkarte, einen Autokredit oder ein Sparkonto für den Führerschein - all das bekommt man ebenfalls über den ADAC. Am Gesamtumsatz hat die Sparte aber nur einen Anteil von 5,5 Prozent.

Autovermietung

Auch die großen Autovermieter Sixt, Avis und Europcar arbeiten mit Europas größtem Autoclub zusammen. Der kassiert seinen Anteil. Die Sparte macht 4,3 Prozent des Umsatzes aus.

sonstige

Alle übrigen Sparten des ADAC kommen gemeinsam auf einen Umsatzanteil von 1,9 Prozent. Dazu gehören zum Beispiel Fahrsicherheitstraining und Handyverträge.

So seien von den rund 3,9 Millionen Pannenhilfe-Einsätzen im Jahr 2014 etwa 170 000 solche Assistance-Leistungen gewesen. Der ADAC habe diese Einsätze genauso behandelt wie diejenigen für eigene Mitglieder. Alle Betroffenen hätten im Durchschnitt 45 Minuten auf einen Helfer warten müssen, berichtete der zuständige Geschäftsführer Mahbod Asgari.

Insgesamt musste der ADAC im vergangenen Jahr angesichts des warmen Wetters und des milden Winters so selten ausrücken wie zuletzt 2009. Im Januar und Februar 2014 sei der Winter quasi ausgefallen. „Und das sind zwei Monate, in denen die Pannenhilfe normalerweise nicht zum Atmen kommt“, sagte Asgari. Häufigster Pannengrund war wie in den Vorjahren die Elektrik, allen voran leere Batterien. Aber auch nicht funktionierende Anlasser oder die Beleuchtung gehörten dazu.

Von

dpa

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