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10.02.2014

17:50 Uhr

ADAC-Präsidium

Die Schlammschlacht nach dem Rücktritt

VonChristof Kerkmann

Der zurückgetretene ADAC-Präsident Peter Meyer giftet gegen die restlichen Präsidiumsmitglieder und versucht sie mit zur Verantwortung zu ziehen. Das Gefecht wird per Pressemitteilungen geführt.

Am Montag zurückgetreten: ADAC-Präsident Peter Meyer. dapd

Am Montag zurückgetreten: ADAC-Präsident Peter Meyer.

DüsseldorfDie interne Aufklärung der Manipulationsaffäre beim ADAC entwickelt sich zu einem erbitterten Kleinkrieg. Der langjährige Präsident Peter Meyer hat am Montag seinen sofortigen Rücktritt erklärt und ist damit seinem Rauswurf zuvorgekommen – nicht ohne die früheren Mitstreiter scharf anzugreifen. Möglicher Anlass für die aktuelle Eskalation: Ein Prüfbericht lässt vermuten, dass der ADAC auch in den Vorjahren bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ getrickst hat.

Die Ereignisse überschlugen sich am Montag. Erst ließ ADAC-Präsident Peter Meyer seinen Rücktritt erklären – aber nicht über die Zentrale in München, sondern seinen eigenen Regionalclub Nordrhein, den er auch weiterhin leiten will. Doch der Funktionär, der kurz zuvor noch einen Reformplan vorgelegt hatte, ging offenbar nicht aus freien Stücken: Der Verein wollte ihn loswerden. „Angesichts der aktuellen Vertrauenskrise des ADAC und der erschütternden Ergebnisse der aktuellen Krisenaufarbeitung hat das Präsidium des ADAC am Montagvormittag ein Suspendierungsverfahren gegen Peter Meyer beschlossen“, teilte der Verein mit.

Posse um Rücktritt des Präsidenten: Wie Peter Meyer den ADAC Nordrhein benutzte

Posse um Rücktritt des Präsidenten

Wie Peter Meyer den ADAC Nordrhein benutzte

Er wolle nicht länger „für Fehler und Manipulationen von Führungskräften“ alleine verantwortlich gemacht werden. Deshalb trat ADAC-Präsident Peter Meyer zurück. In der Münchner Vereinszentrale ist man anderer Meinung.

ADAC-Vize August Markl legte nach: „In den vergangenen Wochen ist jedem in der Führungsspitze des ADAC bewusst geworden, dass die Struktur des ADAC den mit der Organisationsgröße verbundenen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.“ Meyer, heißt es ausdrücklich, übernehme nun die politische Verantwortung für das wochenlange Chaos beim ADAC.

Das ließ Meyer, seit 2001 Präsident, nicht auf sich sitzen: Er übernehme nicht die politische Verantwortung „für die zahlreichen Vorwürfe“. Vielmehr habe er seinen ehemaligen Präsidiumsmitgliedern „anheimgestellt, dass eine gesamtverantwortliche Reaktion und Demission des Präsidiums sicherlich ein wichtiges und besseres Signal gewesen wäre“. So wird die Aufklärung zu einem Streit: ADAC gegen ADAC.

Am Nachmittag konterte Meyer mit einer weiteren Pressemitteilung: „Ein Suspendierungsverfahren kann gemäß ADAC Satzung (§ 14 Abs. 4) nur auf Antrag des Generalsyndikus vom Präsidium beschlossen werden. Ein solcher Antrag wurde nicht gestellt. Insofern ist diese Mitteilung unrichtig.“

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.02.2014, 19:32 Uhr

Dann waren das auch bisher "beste Freunde" beim ADAC Vorstand?
Lt. Spiegel wurden jahrelang Mitglieder um ihre Versicherungsansprüche betrogen, sie zahlten, obwohl sie versichert waren. Das Geld kassierte der ADAC also doppelt.
Ein Vereinsmeyer, wie er im Buche steht.
Wer bleibt denn noch in diesem Idiotenverein?

rkure

10.02.2014, 20:03 Uhr

Am besten heuert er bei der Commerzbank und Martin B. an! Da passen zum einen die "Firmenfarben" und da schert man sich auch nicht um die "Aktionäre"! Hauptsache die eigene Tasche ist gefüllt!! Alles ganz schlimm und keiner muckt auf...

zitrone73

11.02.2014, 08:36 Uhr

Oh Jammer, dass man heut für Geld
nicht mehr bekommt was man bestellt'!
Seh' ichs recht, so hat die deutsche Autolobby
ein ganz besonders teures Hobby:

Den ADAC man so leicht nicht schmiert,
da es diesen Verein so giert,
dass er viel Geld verlangt um aufzubessern
deutsche Autos, fremde zu verwässern.

Jetzt stellt sich raus: Vergebens war die Müh.
Die Süddeutsche täuscht man nie!
Oh je - was wird nur Mutti dazu sagen,
geht es ihr jetzt auch an'n Kragen?

Denn sie war es, die ein bissel
nachgeholfen hat in Brüssel,
dass CO2-Ausstoß für deutsche
Hersteller zum Nachteil nicht gereuche.

Werden Autofahrer klug wenn sie das lesen?
Das wär zuviel der Hoffnung g'wesen.
Mit Maut und Tempolimit lasst sie zittern!
Wird's der Seehofer bald twittern?

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