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21.08.2012

14:39 Uhr

ADAC-Studie

Sprit ist überall fast gleich teuer

Der ADAC hat die Kraftstoffpreise in 20 deutschen Städten verglichen. Neben dem allseits bekannten Ergebnis, dass Sprit derzeit teuer ist, kamen die Tester bei den regionalen Unterschieden zu einem interessanten Ergebnis.

Keine Sorge, diese Preistafel an einer Tankstelle stammt noch aus Mark-Zeiten. ap

Keine Sorge, diese Preistafel an einer Tankstelle stammt noch aus Mark-Zeiten.

DüsseldorfDie Autofahrer müssen beim Tanken weiterhin tief in die Tasche greifen. Mit über 1,70 Euro für einen Liter E10 sind die Kraftstoffpreise in Deutschland trotz des schwachen Euros und des teuren Rohöls zu hoch – zumindest nach Ansicht des ADAC. Das ergab eine im Auftrag des Autoclubs durchgeführte Auswertung der Kraftstoffpreise an Markentankstellen in 20 deutschen Städten. Doch diese Feststellung ist nicht neu. Sie belegt nur, was seit Wochen und Monaten klar scheint.

Interessanter ist hingegen ein weiteres Ergebnis des Zahlenvergleichs: Die regionalen Preisunterschiede sind derzeit sehr gering. Der Unterschied zwischen der teuersten und der billigsten Stadt liegt bei 1,8 Cent. Die Auswertung zeigt, dass die Autofahrer für einen Liter E10 in Braunschweig und Mannheim mit durchschnittlich 1,732 Euro am meisten bezahlen müssen. Mit 1,714 Euro ist E10 derzeit in Dortmund und Würzburg am günstigsten.

Wie sich der Benzinpreis zusammensetzt

Steuern und Einkaufspreis

Der Benzinpreis an der Tankstelle setzt sich überwiegend aus Steuern und dem Einkaufspreis am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam zusammen.

Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer

Je Liter Benzin werden festgeschriebene 65,5 Cent Mineralölsteuer fällig, außerdem werden 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben.

Deckungsbeitrag

Zieht man noch den Einkaufspreis ab, der im Januar - dies sind die neuesten Daten - durchschnittlich bei 56,1 Cent lag, bleibt in der Rechnung des Branchenverbandes der sogenannte Deckungsbeitrag (Januar: 10,8 Cent). Daraus müssen auch die Kosten für die Tankstelle, Transport, Lagerung, Werbung, Verwaltung und die Beimischung von Biokomponenten gedeckt werden.

Gewinnerwartung der Konzerne

Als Gewinn streben die Ölgesellschaften einen Cent je Liter an.

Erhöhung der Bruttomarge

In der aktuellen Studie des Energieexperten Steffen Bukold wird geschrieben, dass sich die Bruttomarge der Mineralölwirtschaft (Tankstellenpreis minus Rohölpreis) von 11,5 Cent Ende November 2011 auf 16,3 Cent je Liter Superbenzin Anfang März erhöht habe. Darin ist nicht nur der Gewinn der Tankstellen enthalten, sondern ebenso die Marge der Raffinerien. Bei der abweichenden Darstellung der Mineralölwirtschaft ist der Gewinn der Raffinerien in der Position der Einkaufskosten enthalten.

Beim Diesel sind diese regionalen Differenzen nur minimal größer. Hier beträgt der maximale Preisunterschied glatte zwei Cennt. Braunschweig führt mit 1,579 Euro die Liste an. Dieser Preis wird auch in Düsseldorf, Gera, Karlsruhe, Lübeck, Mainz, Mannheim und Münster verlangt. Etwas billiger kommen die Autofahrer in Chemnitz davon, wo Diesel für durchschnittlich 1,559 Euro verkauft wird.

Nachdem auf dem Kraftstoffmarkt keine Entspannung in Sicht ist und auch der „Tank-Tourismus“ wegen der regional ähnlichen Preisen nicht lohnt, rät der größte deutsche Autoclub den Fahrern, gezielt auch am Wohnort die Kraftstoffpreise zu vergleichen. Es ergeben sich häufig mehrmals am Tag Gelegenheiten, den Tank zu niedrigeren Preisen nachzufüllen.

Von

ses

Kommentare (8)

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haustechniker

21.08.2012, 16:05 Uhr

Ich verstehe das nicht, wir Autofahrer verhalten uns wie kleine, dumme und unmündige Schäfchen. Jeden Preis den die Konzerne anschreiben bezahlen wir, ohne das auch nur irgend jemand auf die Idee kommt sich zu organisieren und etwas dagegen zu tun. Selbst für den ADAC reicht es aus, alle 2 Wochen mal eine Artikel zu schreiben, aber tun ist auch da Fehlanzeige.
Ich zahle gerne 500€ und kaufe mir Aktien von einer neuen Tankstellenkette die nur den Bürgern gehört. Wer macht mit?

Claus

21.08.2012, 16:35 Uhr

Die Macht der Verbraucher höhrt beim Autofahren auf. Jeder regt sich auf, aber psrsönliche Konsequenzen ist niemand einzugehen. Wir höhren uns bei 3 Euro pro Liter.

Account gelöscht!

21.08.2012, 18:20 Uhr

@haustechniker: dabei!
gibt genug leute die als samstagsbeschäftigung zu den bekannten Ketten fahren > vertrauenssache :) oh man...

btw.: warum wird immer wieder E10 als referenz angegeben? war das nicht so bei 5% marktanteil?

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