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17.02.2016

08:45 Uhr

Alpine Renaissance

Manchmal kommen sie wieder

VonPeter Weißenberg
Quelle:Spotpress

Mit der Alpine Vision lässt Renault seine Sportwagen-Marke wiederauferstehen. Die Strategie dahinter ist ambitioniert. Der Flitzer knüpft an eine große Tradition an, und soll Vater einer ganzen Familie werden.

Die „Alpine Vision” zeigt nun die Studie, bevor es in rund einem Jahr ernst wird mit der Wiedergeburt nach mehr als 20 Jahren. Renault

Studie Alpine Vision

Seit 2012 spricht Renault drüber, nun wurde die letzte Studie gezeigt, bevor es in rund einem Jahr ernst wird mit der Wiedergeburt der Alpine.

Es geht in unzähligen Kehren bergauf und -ab; vom Mittelmeer bis auf die Gipfel der Seealpen. Zwischen Schnee und Sonnenglut, Stadtgewühl und alpiner Einsamkeit. Allein mit brachialer PS-Protzerei ist die Rallye Monte Carlo nicht zu gewinnen - auch nicht ihre historische Variante. Das hat vor ein paar Tagen mal wieder eine Legende bewiesen: die Alpine Renault A110.

Ein besseres Timing hätte sich Bernard Ollivier nicht wünschen können. Denn der Manager hat jetzt in Monte Carlo das derzeit ambitionierteste Projekt für Renault vorgestellt: Die Wiederbelebung des Kult-Sportwagens Alpine. „Eine ungeheure Herausforderung - Alpine verkörpert Performance und Fahrspaß in seiner reinsten Form”, so Ollivier. Seine „Alpine Vision” zeigt nun die wahrscheinlich letzte von mehreren Studien seit 2012 , bevor es in rund einem Jahr ernst wird mit der Wiedergeburt nach mehr als 20 Jahren.

Wer ein paar Tage zuvor die Einfahrt des Siegers der historischen Monte verfolgt hat, erlebt schon einmal optisch eine echte Renaissance: Die klassischen Proportionen des 3,85 Meter kurzen Flitzers A110 greift auch die nur leicht längere und höhere „Alpine Vision“ auf - ebenso wie das berühmte Vieraugen-Gesicht, die kugelig geschwungene Linie des Franzosen-Porsche und Details wie die straffen Sportschalen in der Innenraum-Höhle.

Renault-Alpine A610: Donnerkeil aus Dieppe

Renault-Alpine A610

Donnerkeil aus Dieppe

Vor ihr hatten sogar Porsche-Fahrer Respekt: Die mit Renault-Know-How konstruierte Alpine war ein echter Sportwagen. Mit dem A610 ging die Geschichte der französischen Marke vor fast 20 Jahren zu Ende. Vorerst.

Beide Fußpedale wie auch die Fußstütze sind mit drei Dreiecken verziert, die an die siegreich erklommenen Alpengipfel erinnern. Und die vorderen Kotflügel und Seitenteile ziert lediglich das Alpine-Logo: ein A mit stilisierter Pfeilspitze. Einen Hinweis auf Renault findet sich nicht - kein Versehen: Ghosn will aus Alpine eine eigenständige Marke machen.

„Erst kommt das Auto, dann testen wir das Wasser, dann etablieren wir eine globale Marke”, so der Konzernchef. Und die soll auch weitere Modelle haben wie SUV oder Cabrios. „Das ist ein Vorhaben, für das wir langen Atem brauchen”, so Ghosn.

Stilelemente aus der so Ghosn “sehr, sehr seriennahen” Vision werden sich aber in allen Alpine wiederfinden: Die lang gezogenen Rückleuchten in Form eines X etwa - und ähnlich wie bei neueren Audi auch Blinker mit laufenden Lichtbändern. Die Form des Heckfensters mit freiem Blick auf den Heck-Mittelmotor wird aber sicher dem Coupé als Anklang an das klassische Modell A110 vorbehalten bleiben.

Im Inneren geht es übrigens bei allen klassischen Zitaten auch hochmodern zu: Der Fahrer schaut auf ein Instrumentenpanel mit individuell anpassbarem TFT-Bildschirm unter einer Kohlefaserblende. Es geht eben nicht nur um Design und schöne Worte. Soll die alpine Renaissance gelingen, müssen vor allem die Fakten stimmen. Und auch die sollen fast nahtlos den Anschluss an die goldene Zeit des Alpine schaffen.

Das Besondere an dem spartanischen Renner war ja der konsequente Leichtbau mit einer Karosserie aus Fieberglas, aus der sich der Gründer der damaligen „Sociéte des Automobiles Alpine", Jean Rédélé, Mitte der fünfziger Jahre sein Traumauto gebastelt hatte. Übrigens heißt die Marke so, weil  Rédélé selbst in seiner Schöpfung 1954 den Alpenpokal gewonnen hatte.

Die lang gezogenen Rückleuchten in Form eines X etwa soll sich auch in der seriennahem Version wiederfinden. Renault

Knackiges Heck

Die lang gezogenen Rückleuchten in Form eines X sollen sich auch in der seriennahen Version wiederfinden.

Auch die späteren Modelle Alpine A330, A310, A442, GTA und der Renault Alpine A610 setzten nicht vornehmlich auf PS-Gewalt, sondern auf ein hervorragendes Leistungsgewicht und hochagile Fahrerlebnisse. Erst nach der völligen Übernahme durch den Großserienhersteller wurde das Prinzip verwässert - und die A610, mit der die Marke 1995 eingestellt wurde, war beileibe kein kleiner Flitzer mehr.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.02.2016, 12:32 Uhr

Zwar lässt Ghosn noch keine Angaben zur Leistung des Vierzylinder-Turbobenziners heraus. Es ist aber im Umfeld zu hören, dass 270 bis 300 PS mit den etwa 1.100 Kilo leichtes Spiel haben könnten.

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Für Europäische Straßenverhältnisse genügt einen 250 PS Motor vollkommen.

Für Export Modelle außerhalb Europas darf sogar einen 400 PS Motor sein.

ALPINE = DER STOLZ DER FRANZOSEN !

Das ganze in Marokko bauen lassen.

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