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17.01.2007

10:46 Uhr

Als „Monster-Truck“ verrufene Riesen-Lastwagen

Spediteure suchen nach Kompromissen

VonAxel Granzow

Die Logistikbranche verspricht sich von den Riesenbrummis mehr Effizienz. „DHL ist grundsätzlich an einem Einsatz der 60-Tonnen-LKWs interessiert“, sagte ein Sprecher der Deutsche-Post-Tochter. Mit dem Gigaliner könne die Zahl der Fahrten deutlich reduziert werden. Dies entlaste die Autobahnen und sei sowohl ökonomisch als auch ökologisch attraktiv.

DÜSSELDORF. Zu einer Versachlichung der Diskussion über den als „Monster-Truck“ verrufenen Lastwagen ruft Schenker-Vorstand Hans-Jörg Hager auf: „Wir sollten uns davor hüten, technische Innovationen von vornherein zu attackieren.“ Denn niemand aus der Branche habe vor, eine Stückgutsendung mit solchen Fahrzeugen in einer Innenstadt zuzustellen, hatte er kürzlich der „Deutschen Verkehrs-Zeitung“ (DVZ) gesagt. Gigaliner eigneten sich für Fahrten zwischen Depots oder Werken. Hager forderte daher zu einem Großversuch mit 100 Fahrzeugen auf.

Bislang fährt in Deutschland erst eine Hand voll Gigaliner in drei Modellversuchen in Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. „Wir haben bislang nur positive Erfahrungen mit dem Gigaliner gemacht“, sagte Hendrik Jansen, Fuhrparkleiter der Spedition Hellmann in Osnabrück. Die Kosten seien dadurch um 80 Cent pro 100 kg Ladung gesunken. Allerdings rechne sich der lange Brummi nur auf längeren Strecken und bei regelmäßigen Großtransporten. Hellmann fährt das Versuchsfahrzeug nachts zwischen Osnabrück und Hannover auf der A30. In Niedersachsen beteiligen sich noch der Spediteur Boll und die Volkswagen Logistics an dem Versuch. In NRW fährt bislang ein Gigaliner der Spedition Meyer & Meyer Textilien für C&A auf der Autobahnroute Mönchengladbach-Peine-Osnabrück. Weitere Genehmigungen sollen folgen. 20 Spediteure hatten sich für das Pilotprojekt gemeldet.

Bei den Branchenverbänden stößt der Gigaliner indessen auf ein geteiltes Echo. „Wer sich vom Gigaliner goldene Zeiten verspricht, verkennt die Marktverhältnisse“, sagte Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Transportverbands BGL. Der Gigaliner ziehe jede Menge Investitionen in den Fuhrpark nach sich und sei auch in der Unterhaltung teuer. Gleichzeitig drohe eine höhere Maut durch die Belastung der Straßen und Brücken. Investitionsentscheidungen sollte man den Unternehmen überlassen, meinte hingegen Heiner Rogge, Hauptgeschäftsführer des Spediteurverbands DSLV. Nach einer Umfrage des DSLV seien viele Spediteure an der Einführung des Gigaliners interessiert, der den Transport größerer Mengen zu niedrigeren Kosten ermögliche. Beim Gewicht sei aber sicher auch im Interesse der Infrastruktur ein Kompromiss bei 46 bis 48 Tonnen möglich.

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