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01.06.2011

13:36 Uhr

Alternative Antrieb

„Die Zeit ist reif für die Brennstoffzelle“

Drei Daimler-Prototypen mit Brennstoffzellen-Antrieb sind am Mittwoch von einer Weltumrundung zurückgekehrt. Daimler-Chef Zetsche drückt aufs Tempo und verlangt mehr Investitionen in die nötige Infrastruktur.

StuttgartAutos mit dem alternativen Brennstoffzellenantrieb haben eine weitere Bewährungsprobe bestanden: Drei am 30. Januar von Daimler auf eine Reise um die Welt geschickte Fahrzeuge sind am Mittwoch nach Stuttgart zurückgekehrt, wie der Autobauer mitteilte. Vorstandschef Dieter Zetsche sagte: "Die Zeit ist reif für Elektroautos mit Brennstoffzelle. Jetzt muss das Thema Infrastruktur Fahrt aufnehmen."

Der Daimler-Chef plädierte erneut für den Aufbau eines entsprechenden Netzes von Wasserstofftankstellen. Weltweit gebe es rund 200 solcher Stationen. Alleine in Deutschland ist nach Einschätzung von Experten ein Netz von etwa 1000 Tankstellen für eine flächendeckende Basisversorgung notwendig, wie der Autobauer weiter erklärte.

300.000 Kilometer in 125 Tagen

Mit der Weltumrundung wollte Daimler für den Aufbau eines globalen Netzes werben. Laut früheren Angaben gibt es in Deutschland nur 30 Wasserstoff-Stationen. Die Fahrt der Fahrzeuge der B-Klasse mit dem umweltfreundlichen Antrieb ging durch 14 Länder - darunter die USA und China. In 125 Tagen wurden 30.000 Kilometer zurückgelegt.

Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff, indem sie chemische Energie in elektrische Energie umwandelt. Anlass für die Tour waren die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag des Autos. Am 29. Januar 1886 hatte Carl Benz sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" beim Patentamt eingereicht. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde des modernen Automobils.

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Fahrleistungen wie ein 2-Liter-Benziner

Mit der Weltumrundung wollte Mercedes-Benz die Alltagstauglichkeit von Brennstoffzellenfahrzeugen unter Beweis stellen. Die Rekorddistanz von 648 Kilometern, verteilt auf zwei Teilstücke von jeweils mehr als 300 Kilometern, wurde auf der Fahrt von Almaty nach Balkhash in Kasachstan zurückgelegt. Auch ein unverschuldeter Unfall in Kasachstan konnte die B-Klasse F-Cell nicht aufhalten. Auf der Strecke von Almaty nach Balkhash wurde ein Fahrzeug am linken hinteren Kotflügel gerammt. Die Hinterachse sowie die Stoßdämpfer des Brennstoffzellen-Autos wurden beschädigt. In einer nahe gelegenen Werkstatt konnte das Brennstoffzellen-fahrzeug repariert werden und die Weltumrundung wieder aufnehmen. Lediglich ein kleiner Blechschaden zeugt noch von diesem einzigen Zwischenfall.

Der Mercedes-Benz F-Cell hat eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Der Elektromotor leistet 136 PS und liefert 290 Newtonmeter Drehmoment. Er ermöglicht damit Fahrleistungen auf dem Niveau eines 2,0-Liter-Benziners, verbraucht umgerechnet aber nur 3,3 Liter Kraftstoff (Diesel-Äquivalent). Fünf Sitzplätze und ein Kofferraumvolumen von 416 Litern sorgen zudem für Alltagstauglichkeit

1.000 Tankstellen notwendig

Exklusiver Partner für die Wasserstoff-Versorgung war die Linde Group. Eine gemeinsam entwickelte mobile Betankungseinheit auf Basis eines Mercedes-Benz Sprinters hat die Tour begleitet. Nur so ließ sich die Kraftstoffversorgung auch auf abgelegenen Streckenabschnitten ermöglichen. Bisher gibt es weltweit rund 200 Tankstellen, an denen Brennstoffzellenfahrzeuge betankt werden können. In Deutschland ist nach Einschätzung von Experten ein Netz von etwa 1.000 stationären Tankstellen für eine flächendeckende Basisversorgung ausreichend.

Mit Material von auto-medienportal.net

Von

dpa

Kommentare (4)

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Kraeftemangel

01.06.2011, 16:00 Uhr

Bitte das Auto in Serie bauen und den notwendigen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien herstellen. Das kann überall dort erfolgen, wo Sonne oder Wind im Überfluss zur Verfügung stehen. Vielleicht auch in Afrika. Die haben zukunftsweisede Technologie besonders notwendig. Die Brennstoffzelle ist für mich der richtige Weg, insbesondere für den Winterbetrieb oder bei Einsatz einer Klimaanlage. Diese Lastfälle lassen sich (noch) nicht mit Batterien stemmen. Einen schönen Tag.

Prof-v-Hagen-Fan

01.06.2011, 22:43 Uhr

ad Kräftenmangel: Eher Kenntnismangel
- zur sicheren Herstellung von H ist eine sichere Stromversorgung unabdingbar. Mit dem Zufallsstrom aus Solar und Wind ist das nicht rund um die Uhr möglich. Wenn also zur sicheren Stromversorgung Gaskraftwerke o.ä. eingesetzt werden, dann sieht die Bilanz hinsichtlih Gesamtwirkungsgrad, Kosten und "Klimabilanz" spürbar schlechter als als bei bisherigen Dieselfahrzeugen.
- ein wirtschaftliche Herstellung von H ist mit den hohen Stromerzeugungskosten mittels Solar und Wind nicht möglich.
- Schade. Das journalistische Handwerk guter Recherche ist auch dem Handelsblatt sichtbar abhanden gekommen. Es ist billig einfach nur die Pressetexte von Mercedes etwas umzuschreiben. Seit Guttenplag hätte ich von der schreibenden Zunft mehr Selbstkritik erwartet. Aber scheinbar gelten die Regeln immer nur für andere. Mein Abo werde ich nícht verlängern. Schade, ich bin sehr enttäuscht. Nicht nur wegen diesem Artikel, sondern einiger Artikel in der Printausgabe der letzten 2 Wochen. In den 1980ern war das Handelsblatt kompetenter. Die "guten Jungs" sind wohl jetzt in Rente.

Trabelschuter

02.06.2011, 12:47 Uhr

ad Prof von Hagen Fan
Lieber Mann bevor Sie andere des Dumpfbackentums bezichtigen, packen Sie sich doch mal an die eigene Nase. Wasserstoff läßt sich sehr gut durch zB. Windkraft herstellen und ebenfalls besser speichern als elektrischen Strom. Die Gesamtbilanz ist entscheidend und da haben sowohl Elektroautos, deren Batterien mit alternativen Energien geladen werden und Brennstoffzellenfahrzeuge die Nase vorn.
Sollte nicht in kurzer Zeit eine Batterie entwickelt werden, die eine Kapazität für 500-600 km hat und sich kurzfristig (5-10 min.)aufladen läßt, läuft alles auf die Brennstoffzelle raus. Diese hat nicht nur einen Reiz bei Autos sondern auch bei der dezentralen Energieversorgung. Ich glaube auch, dass der Umweg über das Elektroauto mit den schweren Batterien ein Irrweg ist.

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