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11.01.2010

13:37 Uhr

Apps im Auto

Das Internet erreicht das Armaturenbrett

VonAxel Postinett

Kleine Programme aus dem Internet sollen künftig im Auto nutzbar sein. Ford hat nach eigenen Angaben schon über eine Millionen Fahrzeuge mit einer Microsoft-Plattform für Autounterhaltung verkauft. Continental setzt dagegen auf das Google-Betriebssystem Android. Auf welche Angebote Autofahrer unterwegs zugreifen können.

Ford-Chef Alan Mulally stellt das Konzept des Autobauers zur Nutzung des Internets im Auto auf einer Messe in Las Vegas vor. Reuters

Ford-Chef Alan Mulally stellt das Konzept des Autobauers zur Nutzung des Internets im Auto auf einer Messe in Las Vegas vor.

LAS VEGAS. Mehr Internet im Auto: Twitter und Facebook im Armaturenbrett, dazu kostenlose Navigation mit Google Maps. Künftig werden kleine Software-Programme aus dem Internet, sogenannte Apps, Einzug halten im Armaturenbrett. Das kündigt sich auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas an.

"Damit", sagte Ford-Chef Alan Mulalley auf der Messe, "werden wir uns von der Konkurrenz abheben." Bereits über eine Millionen Fahrzeuge mit der ersten Version der Microsoft-Plattform für Autounterhaltung habe Ford verkauft, sagte Mulalley. Die Akzeptanz der Kunden sei weit größer als erwartet, das Absatzziel sei sieben Monate vor Plan erreicht worden.

Die Microsoft-Softwareplattform wird auch vom europäischen Fiat-Konzern und von Kia Motors eingesetzt. "Diese Entwicklung wird große Auswirkungen auf die Branche für mobile Navigationsgeräte haben", sagte Microsofts Entertainmentchef Robbie Bach dem Handelsblatt. "Dieses ganze Geschäft wird sich auf Smartphones verlagern, die ihrerseits an die Autosysteme angeschlossen werden." Noch werden Dienste wie das Internet-Radio Pandora also über den Umweg eines angeschlossenen Smartphones in das Fahrzeugsystem übertragen.

Continental setzt auf Google

Diesen Zwischenschritt will der deutsche Zulieferer Continental überspringen. Conti arbeitet an einer Auto-Entertainment- und Internet-Software-Plattform auf Basis von Googles Betriebssystem Android. Die ersten Exemplare des AutoLinQ genannten Systems für den Einbau in das Armaturenbrett werden 2013 erwartet. Die Entwicklungswerkzeuge werden Softwareentwicklern noch im ersten Quartal 2010 zur Verfügung stehen, teilte Continental auf der CES mit. Der Software-Shop öffne bis Ende des Jahres.

"Unsere Automobilkunden haben bereits ein enormes Interesse an AutoLinQ bekundet", sagte Kieran O?Sullivan, Vizechef der Sparte Infotainment & Connectivity in den USA. "Wir haben uns für Android entschieden, um direkt auf eine große Zahl von Softwareentwicklern zurückgreifen zu können." Allerdings werde nicht jeder Programmierer einfach eine App für Autos schreiben dürfen. "Der Sicherheitsaspekt steht ganz oben", sagte O'Sullivan. "Wir werden vorab überprüfen, ob die Apps nicht versuchen, in die Fahrzeugelektronik einzugreifen oder den Fahrer während der Fahrt ablenken."

Der Audi A8 wird ab 2011 als erstes Modell der Flotte des Volkswagen-Konzerns mit dem Online-Bilderservice Google Earth ausgestattet werden. Das Navigationssystem wird dafür einen besonders leistungsstarken Grafikprozessor des kalifornischen Chipspezialisten Nvidia erhalten, um den Bildaufbau zu beschleunigen und die Detailgenauigkeit der Anzeige zu verbessern. Ab 2012 wird die Lösung auch für die Marken Volkswagen, Bentley, Lamborghini, Seat und Skoda zur Verfügung stehen.

Kommentare (1)

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JuMiFi

11.01.2010, 17:09 Uhr

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