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25.01.2012

09:28 Uhr

Assistenzsysteme

Wenn ein Bagatellunfall 5.000 Euro kostet

Quelle:mid

Kleiner Unfall, großer Schaden: Werden bei einem leichten Pkw-Unfall Teile eines Assistenzsystems, beispielsweise Sensoren, beschädigt, kann die Reparatur schnell Tausende von Euro kosten.

Kleiner Unfall, großer Schaden: Bei einigen Modellen kann bereits ein kleiner Auffahrunfall teuer werden. ADAC

Kleiner Unfall, großer Schaden: Bei einigen Modellen kann bereits ein kleiner Auffahrunfall teuer werden.

MünchenSchon bei einem an sich harmlosen Auffahrunfall kann ein Assistenzsystem die Reparaturkosten extrem in die Höhe treiben, wenn es Schaden genommen hat. Das ist das Ergebnis eines ADAC-Crashtests, bei dem ein Toyota Avensis mit nur 10 Stundenkilometer auf einen stehenden Audi Q7 auffuhr. Dennoch entstand am Toyota ein Sachschaden von mehr als 5.000 Euro.

Der Grund: Das Radarsystem, das Basisdaten für automatische Abstandsregelung- und Notbremsfunktion liefert, war betroffen. Allein der Ersatz des ACC-Sensors (ACC steht für Adaptive Cruise Control) verursachte 65 Prozent der Reparaturkosten; rund 16 Arbeitsstunden für Mechatroniker und Lackierer kamen hinzu. Der ADAC fordert daher, dass Radarsysteme „geschützter verbaut“ werden und spezielle Halterungen mit Sollbruchstellen die Gefahr eines Sensor-Schadens verringern. Auch die bauliche Trennung von Sensor und Elektronik, unterstreichen die Experten, könne die Kosten drücken.

Eine ergänzende Recherche des ADAC ergab, dass die Preisunterschiede bei Radarsensoren gewaltig sind. Bei Mercedes sei dieses Teil schon für 464 Euro erhältlich. Werde hingegen bei einem Bagatellunfall ein Honda-, Jaguar- oder Toyota-Sensor beschädigt, seien um die 3.000 Euro fällig.

„Dass die teuren Bauteile durch günstige Reparatursätze instand gesetzt werden können“, ist daher eine zentrale Forderung des ADAC. Zudem benötigen die Werkstätten nach Einschätzung des Automobilclubs „von den Herstellern geeignete Vorgaben, um die Funktion der Sensoren zuverlässig zu überprüfen. So kann verhindert werden, dass teure Bauteile ohne Notwendigkeit ausgetauscht werden“.

Dass beim Avensis-Q7-Crash nicht Stoßfänger auf Stoßfänger traf, war eine Hauptursache für den hohen Schaden, denn dadurch wurden auch Motorhaube, Kühlergrill, der Kondensator der Klimaanlage, die Schlossträger der beiden Scheinwerfer sowie der Radarsensor des Toyota in Mitleidenschaft gezogen. Wären die Stoßfänger auf gleicher Höhe angebracht gewesen, betont der ADAC, hätten die Kosten für Ersatzteile deutlich unter 1.000 Euro gelegen, und auch der Zeitaufwand für die Reparatur wäre geringer gewesen.

Kommentare (1)

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Lexi

25.01.2012, 17:51 Uhr

Wann wird der Audi Q7 u.ä. endlich aus dem Verkehr gezogen? Solche Panzer, die andere gefährden und unnötig schädigen, gehören nicht auf die Strasse. So etwas gehört alleine schon deshalb verboten. Vom Umweltaspekt fange ich erst gar nicht an.

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