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29.08.2011

10:26 Uhr

Aston Martin Cygnet

Kleinstwagen im Maßanzug

Quelle:ampnet

Wenn Aston Martin ein Auto veredelt, kann das kein billiges Vergnügen werden. Das gilt sogar für den aufgepeppten Toyota iQ, den die Briten nun unter dem Namen Cygnet anbietet. Eine Testfahrt.

Mein lieber Schwan: Der Aston Martin Cygnet (engl. für junger Schwan) beruht auf dem Toyota iQ, ist aber nach der britischen Veredlung gut drei mal so teuer. Pressefoto

Mein lieber Schwan: Der Aston Martin Cygnet (engl. für junger Schwan) beruht auf dem Toyota iQ, ist aber nach der britischen Veredlung gut drei mal so teuer.

LondonDownsizing ist auch 2011 das ganz große Thema in der Automobilindustrie. Klein, sparsam und somit auch mit einer deutlich geringeren CO2-Bilanz ausgestattet, müssen die Fahrzeuge der Zukunft sein. Das steht auch einem Sportwagenhersteller gut zu Gesicht, dessen auf 77 Stück limitiertes und 1,66 Millionen Euro teures Top-Modell One-77 einen CO2-Ausstoß von 572 Gramm für jeden gefahrenen Kilometer aufweist.

Da wäre ein stylischer Kleinstwagen mit ebenso überschaubarem Durst doch genau der richtige Ausgleich zwischen all den bis zu 760 PS starken Acht-, Zehn- und Zwölfzylindermotoren, dachte sich Aston-Martin-Chef Ulrich Bez. Er fragte freundlich bei Toyota an, ob man nicht den schnuckligen iQ (kostet bei den Japanern ab 11.900 Euro) in der Aston-Martin-Manufaktur veredeln könnte und zum Preis ab 37.995 Euro zunächst auf den europäischen Markt bringen könnte.

Ob James Bond dieses Modell gern als Dienstwagen hätte? Aber der andere, wohl prominenteste Aston-Martin-Fahrer, ist immerhin seine königliche Hoheit Prinz Charles. Pressefoto

Ob James Bond dieses Modell gern als Dienstwagen hätte? Aber der andere, wohl prominenteste Aston-Martin-Fahrer, ist immerhin seine königliche Hoheit Prinz Charles.

Eine, auf den ersten Blick merkwürdige, aber nach kurzem Nachdenken auch einleuchtend sinnvolle Kooperation war geboren. Jürgen Stolze, Toyotas General Manager für Presse und PR: „Wir sind begeistert, wie die Engländer unseren eh schon schicken iQ zum Nobel-Stadtflitzer umbauen. Und das alles in Handarbeit – Respekt! Außerdem ist es für uns eine Ehre, ja sogar ein Ritterschlag mit Aston Martin zusammenarbeiten zu dürfen.“

Cygnet (zu deutsch: junger Schwan) soll der kleinste Aston Martin aller Zeiten übrigens heißen. Ob James Bond dieses Modell gern als Dienstwagen hätte, können wir wohl getrost verneinen, aber der andere, zweitprominenteste Aston-Martin-Fahrer, seine königliche Hoheit Prinz Charles, ist ja bekanntermaßen für Öko-Ideen aller Art zu haben.

Ulrich Bez dazu: „Der neue Cygnet wird dafür sorgen, dass unser Flottenverbrauch drastisch nach unten geht. Die auferlegten Grenzwerte in Europa und in den USA, die selbstverständlich auch für uns gelten müssen, werden wir so in jedem Fall erfüllen.“

Die Abgas-Grenzwerte in Europa werden strenger. Und der Cygnet soll dafür sorgen, dass der Flottenverbrauch von Aston Martin drastisch nach unten geht. Pressefoto

Die Abgas-Grenzwerte in Europa werden strenger. Und der Cygnet soll dafür sorgen, dass der Flottenverbrauch von Aston Martin drastisch nach unten geht.

Was der gut gelaunte Firmenboss offiziell noch nicht sagt, aber bereits ein offenes Geheimnis ist, ist die Tatsache, dass der Cygnet 2013 auch als reinelektrisches, und somit im Alltag CO2-freies Fahrzeug in die Schaufenster der Aston-Martin-Händler kommt. Der Elektroantrieb kommt dann ebenfalls vom Toyota iQ, hat einen 47 kW / 64 PS starken Motor, der von einer Lithiumionen-Batterie mit einer Kapazität von elf Kilowattstunden angetrieben wird.

Die Batterien werden unter den Sitzen verbaut, so gibt es keinerlei Platzeinbußen. Die Beschleunigung soll dann auf Tempo 100 in unter 14 Sekunden passieren. Die Höchstgeschwindigkeit des E-Cygnet liegt bei 125 km/h, die Reichweite bei knapp über Kilometern.

Das Logo ist unübersehbar, denn es ist doppelt so groß wie an anderen Aston-Martin-Modellen: Blick auf die Details des Cygnet. Pressefoto

Das Logo ist unübersehbar, denn es ist doppelt so groß wie an anderen Aston-Martin-Modellen: Blick auf die Details des Cygnet.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

29.08.2011, 12:12 Uhr

Maßanzug - diese unfassbar hässliche Kiste? Ausgebeulte Jogginghose dürfte wohl eher hinkommen und statt "junger Schwan" würde ich "bleierne Ente" empfehlen.

Modekisten

29.08.2011, 22:00 Uhr

@jonasson
na ... na ... na. Es mag sein, dass Design polarisiert, aber das Grundkonzept der kleinen Kiste ist durchaus modern.

Das Auto mag ja wie ein kleiner Kugelfisch aussehen, dem etwas platte Flächen aufgedrückt wurden, aber es ist auch nicht einfach Ergonomie in kleine Autos hinein zu bekommen. Man nehme einen Würfel und versucht es irgendwie hinzubekommen, ohne aber an Raum zu verlieren. Viele Autos mit wenigen Sitzen (2) sind größer. Für Megacitys kommt es auch an schnell ein Parkplatz zu finden. Auch heißt auch kleines Auto = weniger Gewicht.

Was aber ein Anfang sein wird und das wird etwas verkannt, ist der erstmalige Einstieg in eine OEM-Markenfertigung. Die Marke, die es nun symbolisiert, ist ja keine Basismarke, sondern eine hochwertige Premiummarke. Wer weiß ... vielleicht fahren so bald auch PRADA-Autos u.a. Premiummarken durch die Gegend. Diese "OEM-Markenfabrikations-Nische" kann MORGEN schon Alltag sein und Hersteller werden es umwerben als OEM zu liefern. Schließlich lastet es mit Fabriken aus. Es kann zwar mit einem lachenden- und einem weinenden Auge gesehen werden, aber der Markt ist wie er ist. Der Markt heiß auch Chancen nutzen.

So gesehen ist der "Kleinstwagen im Maßanzug" der erste Vorbote einer ganz neuen Generation. Eine Schwalbe macht aber noch keinen Sommer ... auch das ist wahr. Aber jede Evolution kann sich auch durch kleine erste Schritte ankündigen. Die Zukunft zeigt dann auf, ob es in einer Sackgasse oder in einen stabilen sich entwickelnden Seitenarm mündet.

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