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15.01.2014

15:14 Uhr

Audi Allroad Shooting Brake

Im Westen was Neues

Quelle:Spotpress

Audi fährt der Konkurrenz in Sachen Elektroantrieb ein wenig hinterher. Eine Hybridstudie mit zwei E-Motoren auf der Messe in Detroit zeigt, wie sich die Ingolstädter in Zukunft elektrisieren wollen.

Audi Allroad Shooting Brake - Im Westen was Neues Audi

Audi Allroad Shooting Brake: Showcar mit 408 PS Systemleistung und 650 Newtonmeter Drehmoment.

Vorne der neue TT, hinten Crossover-Showcar und unten drunter der erste Ingolstädter Hybrid-Quattro: Die Studie, die Audi auf der Automesse in Detroit (13. bis 26. Januar) präsentiert, hat einige Innovationen parat. Unter anderem zeigt sie, wie sich Audi die Elektro-Zukunft gepaart mit Allradantrieb vorstellt.

Beeindruckende 300 kW/408 PS Systemleistung (Systemdrehmoment 650 Newtonmeter) sollen das Showcar aus dem Stand in 4,6 Sekunden auf 100 km/h katapultieren, bei 250 km/h endet der Vortrieb im Begrenzer. 1,9 Liter Normverbrauch gibt Audi für den Plug-in-Hybrid an – natürlich nur mit vollgeladenem Akku.

An der Vorderachse arbeitet ein 2,0-Liter-Vierzylinder (215 kW/292 PS) mit einem kompakten Elektromotor (40 kW/54 PS) zusammen, der bei Bedarf auch als Generator fungiert. An der Hinterachse übernimmt eine zweite E-Maschine mit 85 kW/116 PS den Antrieb bei niedrigen und mittleren Geschwindigkeiten. Einen "sehr konkreten Ausblick auf die nahe Zukunft", nannte Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg das Showcar.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Im Hybridantrieb wirken die Motoren je nach Bedarf auf unterschiedliche Weise zusammen, so dass der Vortrieb möglichst effizient verläuft. Im Sportmodus steht die volle Systemleistung zur Verfügung, hoher Leistungsanforderung durch den Fahrer werden elektrische Hinterachse und Turbobenziner gemeinsam gerecht.

Entscheidet das Hybridmanagement, dass Allradantrieb sinnvoll ist, leiten die Motoren vorn und hinten ihre Kraft an Vorder- und Hinterachse – Audis Vision vom e-tron quattro. Im elektrischen Fahrmodus beschleunigt die hintere E-Maschine das Konzeptauto bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h. Maximal 50 Kilometer elektrische Reichweite sind drin.

Das Markengesicht des 4,20 Meter langen Allroad Shooting Brake mit Singlefrage-Grill, schmalen LED-Doppelscheinwerfern und Unterfahrschutz aus Alu dürfte der neuen Front des kommenden Sportwagens TT ähneln. Ob der allerdings ebenfalls eine Außenhaut in einem Materialmix aus Aluminium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff tragen wird ist eher fraglich.

Innen allerdings sind die Anlehnungen an das bereits enthüllte, künftige TT-Cockpit deutlich. So zum Beispiel der 12,3 Zoll große Bildschirm hinter dem Lenkrad, der digital sowohl Tachometer und Drehzahlmesser als auch Navikarten anzeigt. Direkt an den runden Luftdüsen befindet sich die Bedienung der Klimaanlage. Neue Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sollen besonders guten Seitenhalt geben.

Darüber hinaus verschiebt sich die Mittelkonsole analog zum Längenverstellbereich des Sitzes, so dass die Bedienelemente immer in optimaler Reichweite des Fahrers liegen. Ein in der „Phone Box“ platziertes Handy wird in die Bordelektronik eingebunden und bei Bedarf per Induktion geladen.

Inwiefern sich auch der mittlere und hintere Teil der Karosserie – Crossover und Shooting Brake-Heck – in künftigen Modellen wiederfinden, ist noch nicht offiziell. Laut Medienberichten ist aber ein SUV unterhalb des Q3 in Ingolstadt in Planung.

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