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03.04.2013

10:51 Uhr

Augsburger Hersteller setzt auf Liebhaber-Modelle

Horex ist wieder da

Ausgerechnet auf dem schwierigen deutschen Motorradmarkt versucht eine Augsburger Manufaktur ihren ersten eigenen Sechszylinder zu etablieren. Vorteil der Marke: Ihr traditionsreicher Name.

Horex VR6 Roadster PR

Horex VR6 Roadster

AugsburgSie hießen "Regina", "Imperator" oder "Resident": Motorräder der Marke Horex erlangten während der kurzen Blütezeit des Unternehmens zwischen 1923 und 1956 Kultstatus. Rund 30 Jahre nach der Werksschließung strickte die Zeichentrickfigur Werner an der Legende weiter, die in den gleichnamigen Comics des Zeichners Rötger "Brösel" Feldmann auf einer Horex Regina durch Norddeutschland knatterte. Nun sind die kultigen Bikes - auch jenseits des Zeichentricks - zurück.

Ein Hersteller aus Augsburg will mit einer neu entwickelten schweren Maschine eine Nische im hart umkämpften Motorradmarkt erobern. Für die kommenden Monate sei man gut mit Aufträgen ausgelastet, sagt Klaus-Peter Schäfer, zuständig für den Vertrieb bei Horex. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen. Bisher sei man mit der Nachfrage sehr zufrieden.

An die Absatzzahlen von Branchen-Schwergewichten wie KTM oder BMW, die im Jahr jeweils rund 100.000 Motorräder verkaufen, wird die Liebhabermarke Horex aber bei weitem nicht herankommen. In vielen Ländern lahmt der Absatz der gesamten Branche, und gerade unter jungen Leuten schwindet das Interesse. "Der Motorradmarkt ist ein Alter-Herren-Markt", räumt Schäfer ein.

Da jedes Motorrad einzeln für seinen zukünftigen Besitzer und nur auf Bestellung gefertigt wird, lassen sich im Produktionsprozess viele individuelle Wünsche umsetzen.  PR

Da jedes Motorrad einzeln für seinen zukünftigen Besitzer und nur auf Bestellung gefertigt wird, lassen sich im Produktionsprozess viele individuelle Wünsche umsetzen. 

Wie schwer es ist, junge Kundschaft anzulocken, musste BMW in den vergangenen Jahren schmerzhaft erfahren: Die Münchner hatten 2007 extra den schwedisch-italienischen Traditionshersteller Husqvarna gekauft, um ihr Angebot um leichte und sportliche Geländemaschinen zu erweitern. Doch die Absatzhoffnungen verpufften, die Verkaufszahlen sanken. Zeitweise schrieb die BMW-Motorradsparte sogar Verlust. Anfang 2013 verkaufte der Autobauer Husqvarna an den österreichischen Konzern Pierer Industrie, zu dem der Motorradhersteller KTM gehört.

Ungeachtet aller Schwierigkeiten auf dem Bike-Markt verleibte sich BMW-Konkurrent Audi 2012 den italienischen Luxushersteller Ducati ein. Die Ingolstädter wittern Wachstumschancen vor allem in Asien.

Kommentare (1)

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scharfschuetze

03.04.2013, 11:48 Uhr

Ich wünsche den mutigen Horex-Menschen viel Glück und alles Gute!

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