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01.01.2012

10:49 Uhr

Ausblick auf die Motorrad-Trends 2012

Das Jahr der Zwitter

Quelle:mid

Fürs kommende Jahr haben sich die Motorrad-Hersteller offenbar darauf geeinigt, von allem etwas anzubieten, idealerweise vereint in einem Modell: 2012 wird zum Jahr der Crossover-Motorräder werden.

Crossover mit Merkmalen einer Reiseenduro: die Honda NC700X. Pressefoto

Crossover mit Merkmalen einer Reiseenduro: die Honda NC700X.

DüsseldorfLange hatte die Motorradindustrie nach einem Rezept gegen die Kaufzurückhaltung der Biker gesucht. Mal sollten Extremsportler mit Rekord-Leistungen die Interessenten zum Händler treiben, mal hubraumstarke Cruiser, mal tourentaugliche Maschinen. Den Stein der Weisen hat keiner gefunden, jede Modewelle ebbte nur zu schnell wieder ab, um sofort vom nächsten neu belebten Modellsegment abgelöst zu werden.

Für 2012 hat man sich darum auf Seiten der Hersteller offenbar darauf geeinigt, von allem etwas anzubieten, idealerweise vereint in einem Modell: 2012 wird zum Jahr der Crossover-Motorräder werden.

Die Branche orientiert sich dabei zuallererst an BMWs Erfolgsmodell R 1200 GS, das nicht nur hierzulande regelmäßig die Verkaufshitliste anführt. Seit Jahren fahren die Münchner mit diesem Crossover-Modell, welches die besten Eigenschaften einer Enduro und eines Tourers vereint und darüber hinaus durchaus flott bewegt werden kann, hervorragende Verkaufszahlen ein.

Mit der Tiger Explorer stellt sich das neue Flaggschiff der Adventure-Baureihe vor, mit einem Dreizylindermotor und Kardanantrieb versehen. Das Aggregat leistet 137 PS und 121 Newtonmeter Drehmoment, mit neuer Ride-by-wire-Technologie kommt die Explorer mit Geschwindigkeitsregelung und Traktionskontrolle, ein abschaltbares ABS komplettiert die Serienausstattung. Weieter Details: Fahrwerk mit Stahlrahmen und Leichtmetallgussrädern 19” vorn und 17”-Hinterrad mit Einarmschwinge. Scheibe, Lenker und Sitzhöhe sind variabel. Ein Gepäcksystem mit 60 Liter Stauvolumen wird optional angeboten. Pressefoto

Mit der Tiger Explorer stellt sich das neue Flaggschiff der Adventure-Baureihe vor, mit einem Dreizylindermotor und Kardanantrieb versehen. Das Aggregat leistet 137 PS und 121 Newtonmeter Drehmoment, mit neuer Ride-by-wire-Technologie kommt die Explorer mit Geschwindigkeitsregelung und Traktionskontrolle, ein abschaltbares ABS komplettiert die Serienausstattung. Weieter Details: Fahrwerk mit Stahlrahmen und Leichtmetallgussrädern 19” vorn und 17”-Hinterrad mit Einarmschwinge. Scheibe, Lenker und Sitzhöhe sind variabel. Ein Gepäcksystem mit 60 Liter Stauvolumen wird optional angeboten.

Von diesem großen Kuchen wollen sich nun auch Triumph mit der 101 kW/137 PS starken Tiger Explorer, Kawasaki mit der Versys 1000 und Honda mit der VFR 1200 X Crosstourer ein ordentliches Stück abschneiden. So kommt es, dass der Kunde in der neuen Saison nunmehr unter sage und schreibe elf reisetauglichen Großenduros wählen kann, die ihm von allem etwas bieten.

Honda hat in Mailand auch den neuen Crosstourer und die beiden neuen Mittelklasse-Modelle NC700X und NC700S vorgestellt. Das Modellprogramm beginnt beim 50er Roller und reicht bis zum Luxustourer mit 1.800 ccm. Als Konzept im vergangenen Jahr enthüllt, bietet der Crosstourer einen 1.237 cm3-Motor, Abenteuer-Styling, eine aufrechte Sitzposition, Traktionskontrolle, Combined ABS und optional ein Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Pressefoto

Honda hat in Mailand auch den neuen Crosstourer und die beiden neuen Mittelklasse-Modelle NC700X und NC700S vorgestellt. Das Modellprogramm beginnt beim 50er Roller und reicht bis zum Luxustourer mit 1.800 ccm.

Als Konzept im vergangenen Jahr enthüllt, bietet der Crosstourer einen 1.237 cm3-Motor, Abenteuer-Styling, eine aufrechte Sitzposition, Traktionskontrolle, Combined ABS und optional ein Doppelkupplungsgetriebe (DCT).

Superlative sucht man bei den Allroundern erfahrungsgemäß vergeblich, dafür sind die Spezialisten zuständig. Und die enttäuschen auch 2012 nicht. Kawasaki hat nach eigenen Angaben mit der überarbeiteten ZZR 1400, deren Vierzylinder stolze 147 kW/200 PS leistet, das Serienmotorrad mit der weltbesten Beschleunigung.

Superbike Ducati 1199 Panigale: Die Rennmaschine mit Straßenzulassung wiegt trocken nur 164 Kilogramm und leistet 195 PS. Die 1199 Panigale trägt erstmals neben der Zahlenkombination als Hinweis auf den Hubraum, der Namenszusatz „Panigale“ ist ein Tribut an den Bologneser Stadtteil Borgo Panigale, in dem Ducati seit der Firmengründung beheimatet ist. Das neue Modell ist auch Mittelpunkt eines einminütgen Videoclips, der im Internet auf www.ducati.de und auf dem offiziellen Ducati Youtube Channel zu sehen ist. Er zeigt Testfahrten in Mugello. Ducati verspricht für die 1199 Paginale eine sehr hohe Performance und „bahnbrechende“ Technik. Pressefoto

Superbike Ducati 1199 Panigale: Die Rennmaschine mit Straßenzulassung wiegt trocken nur 164 Kilogramm und leistet 195 PS. Die 1199 Panigale trägt erstmals neben der Zahlenkombination als Hinweis auf den Hubraum, der Namenszusatz „Panigale“ ist ein Tribut an den Bologneser Stadtteil Borgo Panigale, in dem Ducati seit der Firmengründung beheimatet ist. Das neue Modell ist auch Mittelpunkt eines einminütgen Videoclips, der im Internet auf www.ducati.de und auf dem offiziellen Ducati Youtube Channel zu sehen ist. Er zeigt Testfahrten in Mugello. Ducati verspricht für die 1199 Paginale eine sehr hohe Performance und „bahnbrechende“ Technik.

Rekordverdächtig ist auch das Verhältnis von Leistung (143 kW/195 PS) und Gewicht (192 Kilogramm vollgetankt) der neuen Ducati 1199 Panigale, die das Zeug hat, zur neuen Ikone der Supersportklasse zu werden. Die Mitbewerber wollen dieses prestigeträchtige Segment natürlich nicht kampflos der Italienerin überlassen. BMW hat mit der S 1000 RR, Honda mit der Fireblade, Suzuki mit der GSX-R 1000 und Yamaha mit seiner YZF-R1 für die neue Saison ihre sportlichen Aushängeschilder überarbeitet.

Bezahlbare Mittelkasse

Weniger Superlative, dafür aber erfreulich viele interessante und durchaus bezahlbare Neuheiten bietet in der kommenden Saison die Mittelklasse. Honda hat einen neuen, 35 kW/48 PS starken Zweizylindermotor entwickelt, der in den zwei NC-700-Versionen S (5.490 Euro) und X (5.990 Euro) eingebaut wird und obendrein auch noch den Roller Integra 700 antreibt.

Der Honda Integra soll den Komfort und Wetterschutz eines Rollers und die Fahrdynamik eines Motorrads miteinander verbinden. Es ist das erste Modell der Marke mit dem neu entwickelten Zweizylindermotor und 670 Kubikzentimeter Hubraum. Er leistet 52 PS bei 6.250 Umdrehungen pro Minute. Honda nennt einen Durchschnittsverbrauch von 3,7 Litern auf 100 Kilometer. Pressefoto

Der Honda Integra soll den Komfort und Wetterschutz eines Rollers und die Fahrdynamik eines Motorrads miteinander verbinden. Es ist das erste Modell der Marke mit dem neu entwickelten Zweizylindermotor und 670 Kubikzentimeter Hubraum. Er leistet 52 PS bei 6.250 Umdrehungen pro Minute. Honda nennt einen Durchschnittsverbrauch von 3,7 Litern auf 100 Kilometer.

Im preisgünstigeren Bereich angesiedelt sind auch die beiden überarbeiteten Kawasaki-Modelle ER-6n und deren verkleidete Schwester ER-6f (6.995 und 7.495 Euro). Aus Italien kommen dagegen bemerkenswerte, aber etwas teurere Neuheiten. Moto Guzzi präsentiert von der neuen V7 (38 kW/51 PS) gleich noch drei weitere Versionen, die V7 Special, die V7 Racer und die Nevada 750, während Ducati mit der Streetfighter 848 nun eine kleine Schwester für die Streetfighter S (1.099 ccm) ins Programm aufnimmt.

Ducati brachte zur Motorradmesse EICMA zwei neue Motorräder mit, die soeben vorgestellte Streetfighter 848 (hier im Bild) sowie den Supersportler 1199 Panigale. Dazu präsentieren die Italiener im Heimatland eine leicht überarbeitete Multistrada 1200. Die Hypermotard 1100 EVO SP geht als "Corse Edition" an den Start - mit erhöhter Bodenfreiheit, modifizierten Federelementen, erhöhtem Lenker und der rot-weiß-schwarzen Lackierung des Ducati-Werksteams. Pressefoto

Ducati brachte zur Motorradmesse EICMA zwei neue Motorräder mit, die soeben vorgestellte Streetfighter 848 (hier im Bild) sowie den Supersportler 1199 Panigale. Dazu präsentieren die Italiener im Heimatland eine leicht überarbeitete Multistrada 1200. Die Hypermotard 1100 EVO SP geht als "Corse Edition" an den Start - mit erhöhter Bodenfreiheit, modifizierten Federelementen, erhöhtem Lenker und der rot-weiß-schwarzen Lackierung des Ducati-Werksteams.

Kommentare (6)

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WischiWaschi

01.01.2012, 12:26 Uhr

Etwas Langeweile pur, wenn die Branche nur versteht, die PS-Latte immer höher zu legen, was technisch relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Anders sieht es dagegen mit der passiven Sicherheit und der Beherrschbarkeit aus, schließlich sitzt ein Mensch auf dem Motor(roller)rad, den bei einem Unfall >130 km/h, eigentlich nichts wirklich mehr zusammenhalten kann. Es ist fast unglaublich, dass man einfach nur die PS-Zahlen höher schraubt, um die Kaufattraktivität zu erhöhen.
Die Frage ist, in wieweit kann man die Unternehmen in die Verantwortung für tödliche Unfälle nehmen. Ab welcher PS-Zahl tritt eine Mitverantwortung auf. Es scheint aber auch die politisch Verantwortlichen nicht besonders zu interessieren. Was sind schon ein paar Verkehrstote mehr p.a. .

"Ein Mehr an PS" um den wirtschaftlichen Absatzerfolg zu sichern, ist schlicht ungleich billiger, als das "PS-Denken"-Konzept grundsätzlich durch etwas anderes zu ergänzen. Man wird schlicht solange weitermachen, wie der Gesetzgeber eine Haltelinie aufzeigt.

Was sehr schade ist, dass die eigentliche Herkunft der Motorräder/-roller sich immer mehr verwischen. Was steht für die Marke ? Warum musste z.B. für die neuen BMW Roller die Motoren bei KYMCO in Taiwan produziert werden ? Wenn es so weitergeht, und nur noch die Produktionskosten möglichst billig zählen, egal wie und wo, verwischen sich auch die Markenwerte und Bedeutung der Markenkerne.

Aber es kommen so auch wieder neue Chancen, neue Marken und neue Ausrichtungen. Sollen andere doch die Wischiwaschi-Maschinen kaufen. Der Markt benötigt beide: die wischiwaschi-Marken und die Marken mit starken regionalen Herkunftsbezügen. Der Kunde der Zukunft sollte klar sagen können, in welcher Fabrik sein Mobilitätsgefährt gebaut wird. Im englischen, deutschen, österreichischen, indischen, chinesischen, tailändischen oder --woher auch immer Werk--. Dieser Markt und Kundenausrichtung ist noch unterentwickelt.

uthi

01.01.2012, 14:03 Uhr

Generell sollte im 2-Rad Bereich endlich mal reguliert werden:
- Katalysatorpflicht
- Begrenzung des Lärmpegels
- Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit
- Verbot aller 2-Takter
- Kennzeichenzwang auf den Fahrerhelmen

Account gelöscht!

01.01.2012, 14:42 Uhr

Auch im Bett sollten Sie stets Helm und Handschuhe tragen, Sie alter Draufgänger.

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