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15.11.2011

15:03 Uhr

Auto-Anschaffungskosten

Hohe Preise für kleine Fahrzeuge

Quelle:dpa

Mini- und Kleinwagen werden laut einer Studie immer teurer. Ein VW Polo kostet mittlerweile fast 1.000 Euro mehr als noch vor fünf Jahren. Gerade für junge Käufer ist das ein Problem.

Was dem Hersteller recht ist, ist dem Kunden teuer: Auch bei Kleinwagen wird das Luxus-Angebot größer. ap

Was dem Hersteller recht ist, ist dem Kunden teuer: Auch bei Kleinwagen wird das Luxus-Angebot größer.

DuisburgIm Segment Kleinwagen, zu dem etwa der Polo von Volkswagen zählt, müssen Autokäufer im Schnitt 14.126 Euro hinblättern - vor fünf Jahren waren es noch 13.201 Euro. Rund 13 Prozent ist der Wolfsburger in dieser Zeit teurer geworden. Das ergaben Berechnungen des Centers Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

"Den Kunden laufen die Preise davon, und die Autohändler tun sich in schwierigeren Zeiten schwer, junge Käufer zu finden", kommentierte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer die Ergebnisse. Er vertritt die Ansicht, dass die beliebten Kompakten viel zu teuer sind.

Mit 18,7 Prozent Zulassungsanteil bildete die Kleinwagenklasse 2010 immerhin das zweitwichtigste Autosegment nach den Kompaktfahrzeugen der Golf-Klasse. Und bei der Sparte der Kleinstwagen fällt die Teuerung mit durchschnittlich 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 sogar noch deutlicher aus. Minifahrzeuge (Beispiel: Ford Ka) kosten heute im Schnitt 11.069 Euro (2007: 10.020 Euro).

Auffällig und mitverantwortlich für den Trend sei vor allem die Spreizung der Segmente: Auch bei den kleinen Autos gibt es inzwischen Billig- und Premium-Anbieter mit zum Teil eklatanten Preisunterschieden. So koste der Dacia Sandero in der günstigsten Version 6.990 Euro, sagte Dudenhöffer. Ein Mini Cabrio aus dem Hause BMW komme hingegen auf 32.150 Euro - ohne jede Zusatzausstattung. Neben dem Mini nennt der Experte auch Citroen DS3 und Audi A1 als Beispiele für teure Premium-Kleinwagen.

Dudenhöffer kritisiert den Trend, dass derzeit keine Wagenklasse in Deutschland unter 11.000 Euro verkauft werde. Die magische 10.000-Euro-Grenze unterschreiten nur noch Billigautos und Kleinstwagen. So werden die Basismodelle von Dacia Logan, Fiat Panda und Ford Ka für 8.925 Euro, 9.990 Euro und 9.700 Euro angeboten (Stand 14. November 2011). Zusatzausstattungen können diese Tarife aber deutlich erhöhen.

Kommentare (3)

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15.11.2011, 18:35 Uhr

Die Absicht der Konzerne besteht natürlich darin, daß man versucht in beiden Segmenten Renditen wie bei der Luxusklasse einzufahren. Nun ist der typische Käufer dieser Segmente entweder junger Anfänger, Hausfrau oder sparsamer Rentner. Die sparsamen Rentner sterben demographisch aus, der junge Anfänger kann sich heute in der Großstadt nicht mal mehr den Führerschein leisten. Folglich bliebe nur noch die Hausfrau, doch bei den sich degressiv entwickelnden Haushaltseinkommen fällt auch diese mehr und mehr aus. Was bleibt ist ein modisches Designertäschchen auf 4 Rädern, genauso überflüssig wie sogenannte SUVs, Sportbacks, GTs, Coupelimousinen etc.

Mollemopp

15.11.2011, 21:38 Uhr

Ja die Gier der Automobilkonzernbosse ist nun mal unersättlich. Zum Beispiel der in jeder deutschen Autozeitschrift hochgelobte VW UP kommt mit ein bisschen Ausstattung auf über 15.000 Euro. Nur das Traurige ist, dass es immernoch genug Irre in unserem Land gibt, die so wenig Auto für viel zu viel Geld kaufen. Sie kaufen so einen Kleinstwagen, weil sie ihn "knuffig" finden. Hätten sich die UP-Käufer nicht vom Fernsehen verblöden lassen, würden sie feststellen, dass sie für das gleiche Geld noch einige Fahrzeuge in einer höheren Kategorie bekämen. Schon alleine die deutschen Aufpreislisten. Und dann noch die Überführungskosten. Und kaum setze ich mich in meinen Neuwagen, hat er schon 4.000 Euro an Wert verloren. Dass überhaupt noch ein Privatmensch in Deutschland einen Neuwagen kauft, ist für mich vollkommen unverständlich. Aber die Abwrackprämie hat es deutlich gezeigt. Der deutsche Autokäufer ist einfach an Dummheit nicht mehr zu überbieten.

sowas

16.11.2011, 11:12 Uhr

geben ihnen allen recht:
das problem ist, es wird bezahlt! es gibt genung privatvermögen, oder leute die unebdingt einen A1 brauchen und sich dafür krumm legen. ich verstehe es auch nicht, wie man einen Mini für (nostalgisch) 60.000 DM fahren kann.
einen jahres-kombi mit kultiviertem diesel und guter ausstattung in der golf-klasse bekommt man für 20.000€.

andererseits lebt unsere wirtschaft auch wieder von den leuten, die den händler noch anbetteln, dass er ihnen doch möglichst schnell den neuen up besorgt...

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