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09.01.2006

15:00 Uhr

Auto

Detroit-Show auch für Europäer relevant

Auf der ersten wichtigen Messe der Saison, der Detroit Motor Show von 14. bis 22. Januar, präsentieren die Hersteller zahlreiche neue Serienmodelle und Designstudien, mit denen die Kaufzurückhaltung der Kundschaft überwunden werden soll.

Dodge dpa

Die Chrysler-Marke stellte die Studie Challenger vor. (Bild: Geiger/dpa/gms)

dpa/gms DETROIT. Auf der ersten wichtigen Messe der Saison, der Detroit Motor Show von 14. bis 22. Januar, präsentieren die Hersteller zahlreiche neue Serienmodelle und Designstudien, mit denen die Kaufzurückhaltung der Kundschaft überwunden werden soll.

Zwar wurden viele Premieren auf den amerikanischen Markt zugeschnitten und sind für das Geschäft diesseits des Atlantiks kaum von Bedeutung. Doch etliche Neuheiten sind auch aus europäischer Perspektive interessant.

Dafür sorgen insbesondere die deutschen Hersteller Audi und Mercedes. So hat etwa die VW-Tochter nicht nur die 309 kW/420 PS starke S-Version des A6 mit einem 5,2 Liter großen V10-Motor enthüllt, sondern mit dem Roadjet auch eine Studie ins Rampenlicht gerückt.

Der Viertürer mit steilem Heckabschluss steht nach Angaben von Audi-Chef Martin Winterkorn zwischen A4 und A6 und zeigt, wie man in der Mittelklasse mehr Raum noch sportlicher verpacken kann. Außerdem präsentiert die italienische Tochter Lamborghini eine Studie, die den legendären Sportwagen Miura neu interpretiert.

Mercedes feiert in Detroit das Debüt der GL-Klasse, die als so genanntes Full-Size-SUV mit der ML- und R-Klasse im US-Werk Tuscaloosa vom Band läuft. Außerdem hat das Unternehmen als stärkste Version der S-Klasse den S 65 AMG mit 450 kW/612 PS enthüllt. Den meisten Raum nehmen bei den Schwaben jedoch die Selbstzünder ein.

Sie werden laut Konzernchef Dieter Zetsche künftig mit einem Denox-Speicher- oder einem SCR-Katalysator vom Stickoxid im Abgas befreit und als „Bluetec“ geführt. „Dieses Bezeichnung steht für die saubersten Diesel der Welt“, sagte Zetsche und kündigte als erstes Fahrzeug mit dieser Technik zum Herbst eine E-Klasse an. Aber auch der neue GL wird auf der Messe als Vision GL 320 Bluetec gezeigt.

Zwei kleine Premieren gibt es auch bei BMW: Die Bayern zeigen nach Angaben von Pressesprecher Wieland Bruch eine Weiterentwicklung der Kombi-Studie auf Mini-Basis sowie den überarbeiteten Z4-Roadster, den es künftig auch in einer M-Version mit 252 kW/343 PS geben wird.

Auch das Messeprogramm der US-Marken hat zumindest in Teilen eine europäische Relevanz. So zeigt die Chrysler Group neben den vor allem auf US-Interessen zugeschnittenen Studien Dodge Challenger und Chrysler Imperial nach Angaben von Konzernchef Zetsche auch die Serienfassung der neuen Einstiegsmodelle Dodge Caliber und Jeep Compass sowie einen überarbeiteten Wrangler. Und bei General Motors gibt es mit dem Chevrolet Tahoe, dem GMC Yukon und dem Cadillac Escalade drei neue Geländewagen, die auch nach Europa kommen könnten.

Ausschließlich auf den US-Markt konzentriert sich dagegen die Marke Ford, die nach Angaben von US-Chef Mark Fields in den nächsten Jahren mit neuen Modellen wieder „zu der amerikanischen Marke schlechthin“ werden möchte. Das unterstreicht das Unternehmen in Detroit mit dem 349 kW/475 PS starken Shelby GT 500 als bislang stärkste Serienversion des Sportwagens Mustang sowie dem rund 6,70 Meter langen Pick-up F 250 Super Chief.

Zudem wird Ford nach Angaben von Präsident Bill Ford aber auch in den USA verstärkt kompakte Fahrzeuge anbieten. Als neues Serienmodell gibt es deshalb den mit 4,90 Metern Länge für US-Verhältnisse beinahe kurzen Geländewagen Edge und als Studie das noch einmal 90 Zentimeter kürzere Coupé Reflex, das bis zu vier Plätze bietet.

Mehr europäische Relevanz hat das Programm der Ford-Töchter. So zeigt Mazda neben der kompakten Coupé-Studie Kabura auf technischer Basis des Edge das Sport Utility Vehicle CX-7, über dessen Export nach Europa nachgedacht wird. Bei Volvo dreht sich alles um eine „seriennahe“ Designstudie mit der Bezeichnung C30.

Sie soll als Coupé mit Kombiheck zum Jahresende in Europa und den USA gegen 1er-BMW und Audi A3 antreten. Ebenfalls für beide Seiten des Atlantiks geplant ist der Aston Martin Rapide. Auch die Serienfertigung der Coupé-Studie mit vier Türen, ist laut Unternehmenskreisen möglich.

Weitere Detroit-Premieren mit Chancen für den Europa-Export sind der Lexus LS 460 als künftiges Flaggschiff der Luxus-Division von Toyota oder die nächste Generation des Geländewagens Hyundai Santa Fe. Serienmodelle wie den im Retro-Stil gezeichnete Geländewagen Toyota FJ Cruiser oder den offenen Mitsubishi Eclipse wird man in Europa den Herstellern zufolge aber nicht sehen. Und auch viele Studien wie der kleine Nissan Urge oder das Offraod-Coupé Hyundai Talus haben nach Angaben der Unternehmen keine europäische Zukunft.

Beim Zuschnitt der Fahrzeuge steht die Motor Show einmal mehr für eine Vielzahl neuer Tür- und variabler Innenraumkonzepte. Zahlreiche Designstudien haben gegenläufige oder versteckte Türen im Fond. Und vor allem auf der Rückbank schaffen versetzte oder flexibel teilbare Sitze auch auf kleiner Fläche mehr Platz für die Passagiere. Mit der Gestaltung ihrer Showcars folgen die Designer wie beim Chrysler Imperial, beim Dodge Challenger oder beim Lamborghini Miura vielfach alten Vorbildern. Oder sie wählen wie beim Ford Reflex oder Audi Roadjet bewusst einen futuristischen Stil.

Anders als vor einem Jahr ist die Antriebstechnologie diesmal kein bestimmendes Thema. Dennoch gibt es auf der Messe kaum eine Pressekonferenz, bei der nicht auch über Hybrid gesprochen wird. Vor allem General Motors und Ford zeigen neue Fahrzeuge, die mit einer Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotor angetrieben werden. Aber auch Alternativen wie Bio-Ethanol und Diesel werden vorgestellt.

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