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02.03.2006

12:20 Uhr

Auto

Genf bietet auch ausgefallene Studien

Die großen Automessen sollen vor allem zeigen, welche Neuheiten die Hersteller demnächst auf den Markt bringen wollen. Doch neue Kombis und Limousinen sind nicht alles, was das Herz echter Automobilisten höher schlagen lässt.

Tramontana dpa

Fahrzeug mit einer Mischung aus Flugzeug und Auto. (Bild: Rehwald/dpa/gms)

dpa/gms GENF. Die großen Automessen sollen vor allem zeigen, welche Neuheiten die Hersteller demnächst auf den Markt bringen wollen. Doch neue Kombis und Limousinen sind nicht alles, was das Herz echter Automobilisten höher schlagen lässt.

Sie wollen auf den Motorshows auch etwas zum Träumen und Staunen haben. Gerade dafür ist der Genfer Automobilsalon eine gute Adresse. Denn die Messe (2. bis 12. März) am Genfer See ist traditionsgemäß auch eine Bühne für ausgefallene Fahrzeugstudien.

Die Serienchancen solcher Prototypen sind zwar meist nicht sonderlich groß. Interessant ist es aber allemal, was sich oft gerade die kleineren Karosserieschmieden und Designstudios für Genf haben einfallen lassen.

Das Schweizer Unternehmen Rinspeed etwa sorgt mit der Studie „zazen“ für Aufsehen. Auf einem Porsche 911 Carrera S montierten die Tüftler an Stelle des Stahldachs eine transparente Kuppel aus High-Tech-Kunststoff. Sie spannt sich von der Frontscheibe bis zum Heck und erfüllt dort einen weiteren ungewöhnlichen Zweck: Die transparente Heckscheibe wird beim Bremsen zur holografischen Leuchtfläche. Ein drittes Bremslicht erstrahlt dann laut Rinspeed „wie aus dem Nichts“.

Das Unternehmen Sbarro wiederum hat sich die Marke Alfa Romeo als Grundlage für ihre Genf-Studie „Diva“ genommen. Der rot lackierte Mittelmotor-Sportwagen soll die Motorsport-Vergangenheit von Alfa neu interpretieren. Dazu haben die Franzosen dem Zweisitzer eine Art Formel 1-Nase mit angedeutetem Frontflügel verpasst. Der Einstieg ins Cockpit erfolgt durch Flügeltüren. Um an den 3,2 Liter großen Sechszylinder zu gelangen, wird das gesamte Heck weggeklappt.

Eher an ein Flugzeug oder ein Tragflügelboot als an einen Sportwagen erinnert dagegen der Tramontana des gleichnamigen spanischen Herstellers. Neben einem spitz zulaufenden Rumpf befinden sich vier freistehende Räder. Am Bug prangt wie bei einem Doppeldecker ein Doppelflügel mit kleinen Rundscheinwerfern. Auf der Höhe des Fahrersitzes macht der schmale Rumpf große Ausbuchtungen. In ihnen befinden sich große vergitterte Lufteinlässe, die dem 530 kW/720 PS starken V12-Motor mit Kühlluft versorgen. Das scheint auch nötig zu sein, immerhin gibt Tramontana für den Einsitzer eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Stundenkilometern (km/h) an.

Besonders spektakulär ist es allerdings, dem Fahrer beim Ein- oder Aussteigen zuzusehen: Wie bei einer Flugzeugkanzel klappt die obere Hälfte der Fahrerkuppel schräg nach vorne. Der Fahrer muss dann eine mittelschwere Akrobatik-Einlage vollführen und aus seinem Sitz klettern. Stolze 610 000 Euro kostet das gute Stück laut Hersteller - drei Exemplare sind bereits verkauft.

Die Genf-Attraktion Aero X von Saab ist dagegen explizit als Studie deklariert - Serienchancen eher ungewiss. Immerhin soll der Zweisitzer, dessen Karosserie ebenfalls Anleihen beim Flugzeugbau macht, laut Saab der „Vorbote einer progressiveren Formensprache“ sein. Sie soll künftige Produkte der schwedischen General-Motors-Marke prägen.

Dazu wird die aufwendige Einstiegslösung aller Voraussicht nach nicht gehören: Es gibt im Aero X nämlich keine konventionellen Türen. Stattdessen klappt auch hier wie bei einer Pilotenkanzel das gläserne Kuppeldach samt Frontscheibe und Seitenteilen schräg vorne hoch. Dabei fahren jedoch zunächst die Seitenelemente ein Stück weit zur Seite - die ganze Prozedur dauert daher eine gewisse Zeit.

Aber Aussteigen dürften viele Autofans im Aero X wohl ohnehin kaum wollen. Denn ist die Kanzel geschlossen, haben sie ein freies Blickfeld nach vorn von 180 Grad und können durch ein Panoramadach auch noch ungestört den Himmel betrachten - passende Rahmenbedingungen, um vom Besitz eines solchen Autos zu träumen.

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