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20.04.2011

10:15 Uhr

Auto Shanghai 2011

Elektro-Autos im Reich der Mitte

VonSebastian Schaal

Bei neuen Studien gehört ein Elektro-Antrieb fast schon zum Standard. In Shanghai ist auf der Automesse aber wenig neues zu sehen - viele Modelle sind bereits von anderen Messen in Europa bekannt.

Für den Einsatz in der Stadt optimiert: Der Toyota FT-EV II auf Basis des iQ.

Für den Einsatz in der Stadt optimiert: Der Toyota FT-EV II auf Basis des iQ.

DüsseldorfZuletzt war Toyota immer wieder in Turbulenzen geraten. Die Affäre um defekte Gaspedale inklusive Rückrufaktion und der Tsunami in Japan haben dem weltgrößten Autohersteller zugesetzt. Davon unbeeindruckt gibt sich der Stand des Unternehmens auf der Automesse in Shanghai. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die Elektromobilität, die Japaner zeigen zwei Studien mit E-Motoren.

Als reines Kurzstreckenfahrzeug ist der FT-EV II ausgelegt. Der Kleinwagen basiert auf dem City-Flitzer iQ feierte bereits auf der Tokyo Motor Show im vergangenen Jahr Premiere. Das der FT-EV II nochmals in Shanghai gezeigt wird, ist kein Zufall. Gerade für den Einsatz in Metropolen wie Tokio und Shanghai ist der kleine Elektro-Wagen gedacht. 64 PS und eine Reichweite von knapp über 100 Kilometern klingt nicht nach viel, reicht aber für den täglichen Betrieb in der Großstadt. Nach Studien, die der Konzern in Auftrag gegeben hat, sind in Frankreich 80 Prozent der Fahrten mit einem Auto kürzer als 25, in England sogar kürze als zehn Kilometer. Mit speziellen Schnellladeanschlüssen soll der FT-EV II laut Werksangaben an einer normalen Steckdose in nur 15 Minuten zu 80 Prozent geladen werden. Ob diese Werte auch in der Praxis eingehalten werden können, wird sich spätestens 2012 zeigen, wenn Toyota in den USA ein Elektrofahrzeug auf den Markt bringen will.

Im gleichen Jahr soll der RAV4 EV erscheinen. Die Studie des Elektro-SUV soll eine Reichweite von 160 Kilometern besitzen. Bereits von 1998 bis 2003 verkaufte Toyota unter diesem Namen in Kalifornien rund 1.500 Batterie-Versionen des kompakten Geländewagens. Dieser wurde allerdings ohne Nachfolger eingestellt und auch nicht in anderen Teilen der USA verkauft.

Der Jaguar CX-75 soll mit zwei Gasturbinen bis zu 330 Stundenkilometer schnell sein.

Der Jaguar CX-75 soll mit zwei Gasturbinen bis zu 330 Stundenkilometer schnell sein.

Ungewöhnlich für ein Elektro-Auto kommt der Jaguar CX-75 daher. Die Silhouette ähnelt eher einem Rennwagen als der eleganten Form eines Jaguars. Ungewöhnlich geht es auch unter der Haube zu. Dabei sind nicht die Elektromotoren gemeint, sondern die Range Extender, die auf längeren Fahrten den Strom liefern sollen. Jaguar verbaut hier erstmals in einem Automobil zwei kompakte Gasturbinen anstelle eines Hubkolbenmotors. Gerade mal so groß wie zwei Getränkeflaschen und 70 Kilo schwer leisten die Turbinen 190 PS - das kann kein Hubkolbenmotor bei diesen Abmessungen. Ein weiterer Vorteil der Gasturbine: Sie kann mit Benzin, Gas, Diesel oder Ethanol betrieben werden, nach dem Motto "Hauptsache brennbar". Eine Serienversion des CX-75 wird es wohl nicht geben, aber Jaguar will den Ansatz der Gasturbine im Auto weiterentwickeln. Viele Teile befinden sich noch im Prototypen-Stadium, in einigen Jahren jedoch ist der Einsatz auf der Straße möglich.

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