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25.10.2011

11:09 Uhr

Auto-Sicherheit

ESP-Pflicht beginnt am 1. November

Quelle:dpa

Mit querstehendem Wagenheck durch Kurven driften: Was im Film cool aussieht, ist im wahren Leben gefährlich. Das ESP kann solche Schleudertouren verhindern. Ab November wird es Pflicht in allen neuen Automodellen.

Schleuderschutz ab Werk: Nachdem die Mercedes A-Klasse beim Elchtest umgekippt war, bekam das Modell als erster Kompaktwagen ESP serienmäßig. Daimler

Schleuderschutz ab Werk: Nachdem die Mercedes A-Klasse beim Elchtest umgekippt war, bekam das Modell als erster Kompaktwagen ESP serienmäßig.

StuttgartAm Anfang war ein umgekippter Mercedes: Vor rund 14 Jahren lag die A-Klasse beim sogenannten Elchtest plötzlich auf der Seite. Die misslungene Testfahrt mit dem Kompaktwagen zeigte, wie wichtig es sein kann, die Fahrdynamik von Autos elektronisch zu kontrollieren. Glück im Unglück für Mercedes: Der Stuttgarter Hersteller hatte ein entsprechendes System zwei Jahre zuvor erstmals in eines seiner Autos eingebaut.

Seit 1995 gab es das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP für die S-Klasse. Nach der Pleite beim Elchtest beschloss Mercedes kurzerhand, die neue Technik serienmäßig in alle A-Klasse-Fahrzeuge einzubauen. Diese Entscheidung war der Durchbruch für ESP, erklärt Stephan Kraus vom Autozulieferer und Schleuderschutz-Entwickler Bosch: "Technische Neuerungen in Autos werden normalerweise zuerst in der Oberklasse eingeführt und erreichen erst später den Massenmarkt." So war es zunächst auch beim ESP.

Nach der S-Klasse bekamen der 7er BMW und der Audi A8 ein entsprechendes System. Doch nach der Einführung in der A-Klasse begann Mercedes damit, ESP für seine gesamte Modellpalette anzubieten - und zwang die Mitbewerber so zum Mitziehen. Heute hat von der Kompaktklasse aufwärts nahezu jedes Auto in Deutschland serienmäßig ESP an Bord, sagt Kraus. "Bei Modellen aus Frankreich oder Italien sieht das aber schon anders aus."

Und auch bei Klein- und Kleinstwagen aus Deutschland gibt es den Schleuderschutz oft nur gegen Aufpreis. 2009 waren nach Angaben von Bosch 60 Prozent aller Neuzulassungen in Europa mit dem Stabilitätsprogramm bestückt. In Zukunft sollen es deutlich mehr werden: Ab dem 1. November muss nach einem EU-Beschluss jedes neue Automodell serienmäßig mit ESP ausgestattet sein. Drei Jahre später, ab dem 1. November 2014, muss die Technik dann in allen in der EU angebotenen Neuwagen stecken.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt die Regelung ausdrücklich, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leiste. Ähnlich sieht das auch Bosch-Sprecher Kraus: "Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass die Zahl der Schleuderunfälle seit der Einführung von ESP deutlich zurückgegangen ist." Andere Länder wie die USA haben Regelungen zur ESP-Pflicht bereits eingeführt. "ESP ist mittlerweile eine weltweit verbreitete Technik", sagt Kraus.

Kommentare (1)

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A.Kolb

25.10.2011, 12:36 Uhr

Die EG verordnet ESP !? Wenn man sich vorstellt, dass in vielen Teilen dieses Kontinents noch der Esel gedroschen wird. Zum totlachen.

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