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22.11.2011

15:01 Uhr

Auto-Sparmaßnahmen

Wenn die grüne Kralle zupackt

Quelle:mid

Um Autos immer sparsamer zu machen, greifen manche Automobilhersteller zu ungewöhnlichen Methoden. Die Spritgeiz-Taktiken sind jedoch nicht nur äußerst skurril, sondern oft auch ebenso effektiv.

Ford-System MyKey: Eltern können Kindern per Programmierung ins Lenkrad greifen. Pressefoto

Ford-System MyKey: Eltern können Kindern per Programmierung ins Lenkrad greifen.

Düsseldorf"Jetzt gib nicht so viel Gas!" Mahnende Worte von der Mutti auf dem Beifahrersitz haben schon so manchen jugendlichen Bleifuß-Fan in die Schranken gewiesen. Bei Ford fährt die quengelnde Mama auch dann mit, wenn der Filius allein am Steuer sitzt. Mit "MyKey" programmieren Eltern dem Nachwuchs einen speziellen Autoschlüssel, mit dem selbst ein Ford Mustang zum zahmen Pony wird. Das System begrenzt die Höchstgeschwindigkeit des Wagens und verhindert, dass man das ESP abschaltet. Nur wenn der Fahrer angeschnallt ist, funktioniert das Radio. Wenn eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht ist, bimmelt ein Warnglöckchen, und spätestens bei 130 km/h wird abgeregelt. So spart der Fahrer Kraftstoff und ist auch noch sicherer unterwegs. Bislang gibt es MyKey nur in den USA und noch nicht für europäische Ford-Modelle.

Mit Ford MyKey programmmiert: Bei 65 Meilen ist Schluss. Pressefoto

Mit Ford MyKey programmmiert: Bei 65 Meilen ist Schluss.

Einen Quasi-Ersatz für die elterliche Aufsicht im Auto über den Führerscheinneulinge verspricht Fords System aber ab 2012 auch in Europa. Ein vorzeitiger MyKey-Hinweis auf einen sich leerenden Tank soll verhindern, dass der Nachwuchs auf der Strecke wegen Benzinmangel liegen bleibt. Außerdem erklingen alle Warntöne lauter als sonst und Assistenzsysteme wie ESP oder der Spurhalte-Warner können nicht abgeschaltet werden. Die Eltern freut dies: 53 Prozent gaben bei einer deutschlandweiten Befragung an, dass sie ihrem Kind das Auto häufiger überlassen würden, wenn es mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet wäre.

Bei Nissan geht die grüne Kralle am Gaspedal noch einen Schritt weiter. Das Eco Pedal baut einen spürbaren Gegendruck auf, wenn Bleifuß-Piloten am Steuer sitzen. Das System wird während der Fahrt mit Daten zum Kraftstoffverbrauch und zur Getriebeeffizienz gefüttert. Daraus berechnet der Assistent den bestmöglichen Beschleunigungswert. Wenn der Pilot mehr Stoff gibt, als es die Elektronik in der gegenwärtigen Situation für nötig erachtet, probt das Gaspedal den zivilen Ungehorsam.

Nissan Eco Pedal: Im Infiniti M37 S sorgt das Gaspedal mit Gegendruck für einen zurückhaltenden Gasfuß. Pressefoto

Nissan Eco Pedal: Im Infiniti M37 S sorgt das Gaspedal mit Gegendruck für einen zurückhaltenden Gasfuß.

Nissan drückt, Fiat analysiert

Das Eco Pedal steht im 320 PS starken Luxusschlitten M37 S der Tochter-Marke Infiniti zur Verfügung. Außerorts geht einem der Gegendruck am Pedal schnell auf die Nerven. In der Stadt jedoch gewöhnt man sich nach einiger Zeit daran, dass man durch weniger Gaseinsatz viele Brems- und anschließende Beschleunigungsmanöver vermeidet.

Wie animiert man junge Autofahrer zum Sparen, ohne als Oberlehrer daher zu kommen? Diese Frage hat sich Fiat gestellt und "Eco Drive" entwickelt. Mit dem Analysesystem kann nach jeder Fahrt detailliert überprüft werden, wie effizient man unterwegs war und wo Verbesserungspotenziale sind. Eco Drive liest dazu die Daten aus dem CAN-Bus aus, dem elektronischen Nervenzentrum des Autos, und speichert sie auf einem USB-Stick. Diesen Stick nimmt man nach der Fahrt heraus und überspielt die Daten auf den heimischen Computer.

Fiat Eco Drive: Die italienische Marke setzt beim Spritsparen auf ein Fahranalyseprogramm. Pressefoto

Fiat Eco Drive: Die italienische Marke setzt beim Spritsparen auf ein Fahranalyseprogramm.

Ein Programm, das man sich kostenlos von der Fiat-Webseite herunterlädt, analysiert das Fahrverhalten. Eco Drive errechnet die Verbesserung des eigenen Fahrstils in Prozentpunkten und gibt Tipps, wie sich die Effizienz noch steigern lässt.

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