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30.12.2011

13:26 Uhr

Auto-Unterhaltskosten

Anstieg beim Dieselpreis erwartet

Quelle:dpa

Der Kursrutsch des Euro ist eine schlechte Nachricht für die Autofahrer in Deutschland: Der Sprit wird dadurch tendenziell teurer.

Preistafel einer Hamburger Tankstelle (am 07.12.2011) dpa

Preistafel einer Hamburger Tankstelle (am 07.12.2011)

Duisbrug/EssenRein rechnerisch verteuert der hohe Dollarkurs das Superbenzin im Vergleich zum August dieses Jahres um sechs Cent je Liter, teilt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer mit. Davon entfallen fünf Cent auf höhere Einstandskosten für das Benzin, weil es in Dollar berechnet wird. Ein weiterer Cent geht an den Staat, der auf den Verkaufspreis die Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhebt - und damit von den gestiegenen Einkaufskosten profitiert. Sollte der Eurokurs auf 1,20 Dollar fallen, würde sich der Liter Benzin rechnerisch sogar um zwölf Cent je Liter gegenüber August 2011 erhöhen.

Dudenhöffers Rechnung geht davon aus, dass die anderen Bestandteile des Preises - also vor allem die Einkaufskosten und die Gewinnmargen - unverändert bleiben. Das ist aber nicht so. Der Dollarkurs und der Rohölpreis stehen in einer Wechselbeziehung zueinander.

Rohöl ist die meistgehandelte Ware auf der Welt. Oft sinkt der Dollarkurs, wenn der Rohölpreis steigt und umgekehrt. Nur selten verteuern sich Rohöl und Dollar über einen längeren Zeitraum gleichzeitig. Zudem werden die Preise für den Endverbraucher auch von regionalen Wettbewerbsbedingungen beeinflusst.

Die Gewinnmarge der Konzerne ist bei sinkenden Preisen höher als bei steigenden, weil die Erleichterungen beim Einkauf möglichst spät unter dem Druck des Wettbewerbs an den Endkunden weitergegeben werden. Tatsächlich hat sich der Preis für Superbenzin seit August nicht sehr stark bewegt, abgesehen von den täglichen Ausschlägen. Im August betrug der durchschnittliche Preis im Netz von Marktführer Aral 1,542 Euro je Liter und damit ungefähr so viel wie am Donnerstag. Im September waren es 1,578 Euro, im Oktober 1,555 Euro und im November 1,538 Euro.

Grund: Im Herbst gab es in Europa ein großes Benzinangebot, das die Preise und die Margen der Raffinerien gedrückt hat. Benzin war vergleichsweise billig, Diesel dagegen teuer. Die Modellrechnung Dudenhöffers wird daher in Branchenkreisen eher skeptisch gesehen: Rechnerisch zwar korrekt, aber in der Realität nicht sehr relevant.

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