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05.10.2012

14:34 Uhr

Auto-Weltmarkt

Hilfe - ist das das Auto der Zukunft?

Auf den Automessen glänzen die Konzerne mit modernsten Supersportwagen. Doch Experten sagen: Wer kein Billigauto anbietet, kann nicht Weltmarktführer werden. VW hat den Ehrgeiz, aber die passenden Vehikel haben andere.

Dass die Billigstrategie nicht immer aufgeht, zeigt der indische Pionier Tata Motors. Der Nano blieb bisher hinter den Erwartungen zurück. ap

Dass die Billigstrategie nicht immer aufgeht, zeigt der indische Pionier Tata Motors. Der Nano blieb bisher hinter den Erwartungen zurück.

Frankfurt, HamburgNur 20 PS bei 0,2 Liter Hubraum, die Höchstgeschwindigkeit bei 70 Kilometern pro Stunde - der RE 60 ist ein Kleinwagen, der auf einer der großen Automessen im Westen kein Aufsehen erregen würde. Doch das Bonsai-Auto des asiatischen Herstellers Bajaj, das wie ein schlecht kopierter Bruder des Kleinwagens Smart von Daimler aussieht, war Anfang dieses Jahres auf der indischen Motorshow in der Hauptstadt Delhi der heimliche Star. Gerade einmal 2,75 Meter lang und 1,31 Meter breit, aber trotzdem für vier Personen zugelassen, soll der RE 60 umgerechnet weniger als 2000 Euro kosten.

„Wir sehen den RE 60 als Alternative zu den Abertausenden Autorikschas, die in unseren Innenstädten als Taxis unterwegs sind“, sagte Marketingchef Aschok Jaiswar.

Noch vor wenigen Jahren wurden Billigautos wie die Modelle der rumänischen Renault-Tochter Dacia in Deutschland belächelt. Doch heute ist der Spott über die technisch wenig raffinierten Autos verflogen. Auch die etablierten Konzerne haben inzwischen erkannt: Der Automobilmarkt steuert auf einen rasanten Wandel zu.

Besonders in den wachsenden Märkten Osteuropas, Asiens und Südamerikas hätten Fahrzeuge, die ein gutes Drittel günstiger seien als konventionelle Autos, großes Potenzial, prognostiziert das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen in einer aktuellen Analyse: Fasse man die Entwicklungen zusammen, dürften um das Jahr 2030 weltweit 25 Millionen Billigautos verkauft werden. Im Jahr 2011 waren es erst 6,5 Millionen, sagt CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer.

Das Musterbeispiel für den Erfolg mit „Billigautos“ liefert Dacia. Die Marke kam 2004 mit dem knapp 7.000 Euro teuren Logan auf den Markt und bietet mittlerweile auch einen Kombi an, einen Pick-up, einen Kleinwagen, einen Geländewagen und einen Van.

„Dacia ist durch diese Vielfalt zum erfolgreichsten Autobauer in der Geschichte des Automobils geworden. Noch nie hat es ein Hersteller geschafft, in weniger als zehn Jahren praktisch von null über 800.000 Fahrzeuge pro Jahr zu produzieren“, betonte Dudenhöffer.

Drei Zylinder, vier Türen - VW Up

Video: Drei Zylinder, vier Türen - VW Up

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Kommentare (10)

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Christian

05.10.2012, 14:54 Uhr

Es ist bedauerlich, dass solche Fahrzeuge in Deutschland keine Zulassung bekommen. Hier geht der Trend genau in die falsche Richtung. ABS und ESP verpflichtend für alle Wagen und die Autobahnen dürfen weiter von Rasern unsicher gemacht werden, da selbst bei 250 km/h auf den meisten Strecken noch kein Strafzettel kommt. Die Verkehrspolitik bei uns ist Politik nur für den besser verdienenden Teil der Bevölkerung.

savas

05.10.2012, 15:15 Uhr

Verkehrsmitteln sind wichtig fuer Beweglichkeit auch in die Zukunft, also in die Stadt kleine und weiter großere oder mit der Zug.

Account gelöscht!

05.10.2012, 16:26 Uhr

...ein klasse Styling... ...gibt es den auch als Neunsitzer??? Vielleicht auch mit zusätzlichem Pedalantrieb für Autobahnsteigungen? ;-)

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