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11.01.2011

13:32 Uhr

Autoclubs üben Kritik

Benzinpreise erreichen Rekordniveau wie 2008

Wer zurzeit sein Auto volltankt, reibt sich vielleicht verwundert die Augen: An vielen deutschen Tankstellen hat es einen gewaltigen Preissprung gegeben.

Von Montag auf Dienstag kletterten die Preise vereinzelt auf 1,529 Euro für einen Liter Superbenzin, wie der ADAC bestätigte. Getty Images

Von Montag auf Dienstag kletterten die Preise vereinzelt auf 1,529 Euro für einen Liter Superbenzin, wie der ADAC bestätigte.

MÜNCHEN. Von Montag auf Dienstag kletterten die Preise vereinzelt auf 1,529 Euro für einen Liter Superbenzin, wie der ADAC bestätigte. Eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands konnte am Dienstag zwar keinen Durchschnittspreis nennen. Aber die Kraftstoffpreise an einzelnen Tankstellen von über 1,50 Euro pro Liter stellten einen Jahreshöchststand dar und lägen auch deutlich über den Werten von 2010. Im vergangenen Jahr wurde der Jahreshöchststand der Sprecherin zufolge im Dezember mit knapp über 1,49 Euro erreicht. Zuletzt seien die Preise 2008 über 1,50 Euro geklettert, als die Rohölpreise enorm hoch waren.

Die gegenwärtig hohen Preise hingen mit dem Weltmarktgeschehen zusammen, von dem die Tankstellen in Deutschland abhängig seien, hieß es beim Mineralölwirtschaftsverband. So sei der Euro gegenüber dem Dollar noch schwächer geworden. Zudem hätten die Rohölpreise angezogen, sie lägen derzeit bei 95 Dollar je Barrel (159 Liter) bei der für den europäischen Markt relevanten Sorte Brent. Zum Preisanstieg trügen zudem die "gewaltige Nachfrage" aus China sowie die kürzlich vorübergehend geschlossene Trans-Alaska-Pipeline bei.

In Nordrhein-Westfalen ergab sich ein Preisunterschied von etwa zehn Cent. So boten Tankstellen in Dortmund den Liter Benzin für 1,42 Euro an. In Köln lag der Preis vereinzelt jenseits der 1,50-Euro-Grenze. Der Aral-Konzern gab als Durchschnittspreis für seine Tankstellen in Nordrhein-Westfalen 1,476 Euro an.

Der Auto Club Europa (ACE) forderte die Bundesregierung angesichts der hohen Preise dazu auf, rechtliche Möglichkeiten einer Benzinpreisregulierung zu prüfen. Vorbild sei Österreich. Dort sehe eine Anfang des Jahres in Kraft gesetzte Tankstellenverordnung vor, dass eine Preiserhöhung nur noch einmal am Tag um 12.00 Uhr erfolgen darf. Preissenkungen seien dagegen jederzeit möglich. ACE-Chef Wolfgang Rose sagte, das österreichische Modell könne auch hierzulande "eine kostendämpfende Wirkung" entfalten. "Wir wollen, dass das mehrfache alltägliche Hochschaukeln der Benzinpreise ein Ende hat", fügte Rose hinzu.

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