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26.08.2013

15:39 Uhr

Autokäufer immer älter

Junge bleiben weg

Quelle:MID

Immer älter werden die Käufer eines Neuwagens in Deutschland. Gleichzeitig bleiben die jungen Kunden weg. In der Folge dieses Trends wird das Durchschnittsalter der Neuwagenkäufer im Jahr 2020 bei 55 Jahren liegen.

Mercedes konnte seine Käuferschaft im ersten Halbjahr 2013 verjüngen, hat aber mit im Schnitt 55,2 Jahren noch immer die ältesten Kunden. PR

Mercedes konnte seine Käuferschaft im ersten Halbjahr 2013 verjüngen, hat aber mit im Schnitt 55,2 Jahren noch immer die ältesten Kunden.

Duisburg-EssenZurzeit beträgt das Durchschnittsalter des Käufers eines privat genutzten neuen Autos in Deutschland 52,4 Jahre. Das ist nach den Berechnungen des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen ein Altersrekord auf dem deutschen Neuwagenmarkt.

Am ältesten sind nach den Erkenntnissen der Marktforscher die Mercedes-Kunden mit 55,2 Jahren, gefolgt von Opel-Käufern mit 54,1 Jahren. Immerhin 53,5 Jahre alt sind im Durchschnitt die Käufer eines VW und bei Audi und Porsche liegen die Zahlen bei 53,1 Jahren und 52,8 Jahren. Einen etwas höheren Anteil von jüngeren Käufern haben lediglich Mini und Smart mit einem Durchschnittsalter von 45,7 Jahren und 48,8 Jahren. Von allen anderen deutschen Marken liegt nur BMW mit 52,1 Jahren unter dem Branchendurchschnitt von 52,4 Jahren.

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Wobei der Vergleich mit früheren Durchschnittsrechnungen starke Veränderungen zeigt: So lag bei VW im Jahr 2008 das Durchschnittsalter noch bei 50,0 Jahren und stieg seit 2012 von 51,5 um zwei Jahre auf 53,5 Jahre in den ersten sieben Monaten 2013. Verjüngen konnte laut CAR-Institut nur Mercedes das durchschnittliche Alter seiner Kunden. Dank der neuen A-Klasse sank der Wert von 56,2 im Jahr 2012 um ein Durchschnittsjahr auf 55,2 Jahre.

Für das Fehlen der Jugend nennt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer drei Gründe: der demographische Wandel, Rückgang der Bedeutung des Autos als Statussymbol und das Fehlen von Produkten für junge Leute. Das gesamte System vom Preis bis zur Kommunikation müsse verstärkt auf jüngere Menschen ausgerichtet werden. Professor Dudenhöffer: "Die Autoindustrie muss sich neu erfinden."

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Er sieht die am 12. September beginnende 65. IAA in Frankfurt als "Technikshow für ältere Herrschaften". Denn der Megatrend der Branche, die Autos künftig automatisiert fahren zu lassen, kommt den mit körperlichen Defiziten belasteten älteren Menschen entgegen. Die immer älter werdenden Neuwagenkunden werden zur idealen Zielgruppe für automatisiertes Fahren. Dagegen fehlt laut Dudenhöffer "der Kick für die jungen Menschen".

Kommentare (8)

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Fragezeichen

26.08.2013, 17:52 Uhr

Vielleicht bin ich ja zu einfach gestrickt, aber liegt es nicht auf der Hand, dass die Mehrzahl der "jungen Leute" - und dazu zähle ich jetzt mal den Bereich zwischen 18 und 35 - nicht das Geld hat um mal nebenher 30 - 40.000 Euro für einen Premium-Mittelklassewagen auszugeben...

Account gelöscht!

26.08.2013, 19:01 Uhr

Warum bleiben die Jungen weg?
Weil sie kein Geld für ein Auto haben!!
Wahnsinnige Rundfunkgebühren, Strom- und Gas-Preise sowie Treibstoffkosten mit Wahnsinnssteuer, das teuerste Gesundheitssystem der Welt, Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge mangels Rentenaussicht, hohe Lohn- und Einkommensteuer, Soli usw......

Es ist einfach kein Geld für Kinder, Haus oder Auto mehr vorhanden. Der Normalverdiener, also unsere Mittelschicht ist ein armes Schwein geworden. Danke an alle Politiker in ihrem Elfenbeinturm.

Mangokite

26.08.2013, 19:09 Uhr

Nix kapiert?

Interessant, wie die Autoindustrie gerade dabei ist, sich abzuschaffen – indem sie immer noch glaubt, dass irgendwann mehr Autos in Europa gekauft werden als derzeit.

Daher ein Tipp, liebe Autoindustrie: statt Hardware (sprich Autos) zu produzieren, ist jetzt eure Zeit gekommen, Software (d.h. Dienstleistungen ums Auto) anzubieten. Mit Carsharing fängt's derzeit erst an...neue Ideen sind gefragt: von Lieferservice über Fahrdienste u.v.m.

Seht ihr's nicht – oder wollt ihr's nicht sehen?
Gruß
B. Roth

Wenn ihr wirklich auf Mehr Käufer hofft, dann schaut euch Demographie, Zuzüge in den Städten und vor allem die Werte der "Jüngeren" (und der Älteren, die derzeit ihre Autos abschaffen) an.

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