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22.08.2013

16:42 Uhr

Autokauf im Internet

Feilschen war gestern

VonFrank G. Heide

Drei Millionen im Handel verkauften Neuwagen stehen in Deutschland 38.000 übers Internet vermittelten gegenüber. Doch der große Trend geht zum Onlinekauf vom Sofa aus. Auch, weil es dabei höhere Rabatte gibt.

Auf Heller und Pfennig prüfen: Vor dem Kauf eines Autos, egal ob stationär oder im Internet, sollten Verbraucher auch Nebenkosten wie Steuern und Versicherung unter die Lupe nehmen. gms

Auf Heller und Pfennig prüfen: Vor dem Kauf eines Autos, egal ob stationär oder im Internet, sollten Verbraucher auch Nebenkosten wie Steuern und Versicherung unter die Lupe nehmen.

Düsseldorf„Rabatte auf Rekordniveau“, „Über 6000 Euro Ersparnis sind drin“, oder „32 Prozent Rabatt auf Jaguar“, so und ähnlich lauten Schlagzeilen, die Autokäufern regelmäßig suggerieren, sie könnten beim Autokauf im Internet bares Geld sparen. Kein Wunder also, dass die Zahl der Autokäufer, die online gehen, statt zum örtlichen Händler, ständig wächst. So werden in diesem Jahr nach einer Prognose des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen in Deutschland 40.000 Neuwagen per Internet-Vermittlung verkauft, 38.000 waren es 2012.

Da die Vertriebskosten im klassischen Autohaus gut zehn Prozent höher seien als im Internetvertrieb, so erläutert CAR-Leiter und Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, müsse in den nächsten Jahren mit weiter steigenden Zahlen beim Onlineverkauf von Neuwagen gerechnet werden. Er glaubt sogar, private Autokäufer könnten mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr sparen, wenn sie ihre Neuwagen konsequent im Internet einkaufen würden. Dort wickeln zum überwiegenden Teil die vier Anbieter „meinauto.de“, „Autohaus24.de“, „Carneoo.de“ und „APL PriceOptimizer“ die Geschäfte ab.

Sollte sich der Automarkt im Jahr 2014 erholen, erwartet der Experte auch wieder eine höhere Wachstumsgeschwindigkeit des Internet-Autoverkaufs. Hauptgrund sind die Preisvorteile durch geringere Vertriebskosten. So zahlt der Kunde für den 27.000 Euro teuren Durchschnitts-Neuwagen beim Kauf im klassischen Autohaus im Durchschnitt rund 2.500 Euro mehr als beim Kauf im Internet.

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Der marktführende Internetvermittler MeinAuto.de etwa zeigt seit rund sechs Jahren, dass Neuwagenvertrieb über das Internet funktioniert. Die Anzahl an Anfragen, die Neuwagenkäufer über das Webportal stellen, hat sich seit 2007 auf Kundenseite mehr als verdreißigfacht: von 5584 Kaufanfragen im ersten Jahr auf rund 170.000 Anfragen in 2012. Die Besucherzahlen auf der Website zeigen eine ähnliche Entwicklung: Von 291.324 Besuchern in 2007 auf mehr als sieben Millionen Visits allein in den ersten sieben Monaten von 2013.

Und die Hersteller, allen voran BMW und Mercedes, wissen um die Tatsache, dass immer mehr Kaufentscheidungen im Internet fallen. „Von daher ist der Schritt, sich im Markt des Online-Neuwagenvertriebs weiterzuentwickeln, wichtig, richtig und kundenorientiert“, kommentiert Alexander Bugge Geschäftsführer von MeinAuto.de.

BMW etwa will vor allem seine elektrisch betriebenen i-Modelle online verkaufen. Ob die klassischen Fahrzeugbauer es allerdings mit einem „Monobrand-Ansatz“ schaffen den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, bezweifeln die Betreiber der Vermittler, die den Mehrmarkenansatz als großen Vorteil sehen.

Kommentare (4)

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drogenfahnder

22.08.2013, 17:25 Uhr

Auch ich habe mein Auto bei einem Internethändler gekauft.
Ein schlechtes Gewissen habe ich deshalb nicht.
Ein paar Tage zuvor habe ich von einem guten Kumpel erfahren, zu welchen Konditionen er seinen neuen Mercedes bekommt (er arbeitet für ein großes Softwarehaus:
25% minus 5000 Euro, man fühlt sich doch veräppelt, wenn man sein Auto zu wesentlich schlechteren Konditionen kauft.

Balica

22.08.2013, 18:06 Uhr

Was heißt bitte "minus 5000 Euro"?

Zu den 25% noch zusätzlich als Rabatt oder von den 25% abgezogen, dass es dann effektiv vielleicht 8.000,- respektive rund 16% sind?

Balica

22.08.2013, 18:10 Uhr

Auf der anderen Seite bekommen die Beschäftigten schon 22% und bei den Mietwagengesellschaften dürften es teilweise bis zu 50% sein. Mal beachten was die Autos bei besserer Ausstattung in den USA kosten.

In D-Land zahlt der Dumme seinen Listenpreis...

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