Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.10.2011

10:06 Uhr

Autokauf in Europa

Lieber ins Autohaus als ins Web

Quelle:dpa

Die meisten Autofahrer in Deutschland verlassen sich beim Kauf eines neuen Wagens lieber auf ihren Autohändler als auf das Internet. Das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Capgemini.

Die Deutschen kaufen ihr Auto lieber im Autohaus als im Internet. dpa

Die Deutschen kaufen ihr Auto lieber im Autohaus als im Internet.

Stuttgart/BerlinNur jeder Dritte will sein nächstes Auto im Netz kaufen, ergab eine jetzt veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Capgemini. Auch bei der Beratung setzen die Autofahrer vor allem auf das Autohaus, für fast 60 Prozent der Befragten sind die Händler nach wie vor die wichtigste Informationsquelle. Damit zeigen sich die Autokäufer in Deutschland in Sachen Internet deutlich skeptischer als in einigen anderen Ländern.

So wollen zum Beispiel der Studie zufolge 67 Prozent der Autokäufer in Brasilien beim nächsten Mal im Netz zuschlagen, in Indien sind es 53 und in China 57 Prozent.

Die Autofahrer in Deutschland bemängelten vor allem, dass es beim Internet-Kauf keine Möglichkeiten für eine Testfahrt gebe und Produkt- und Preisinformationen oft unvollständig seien, teilte Capgemini mit. Das überzeugendste Argument für einen Online-Kauf ist am ehesten noch der Preis: 46 Prozent der Befragten gaben erwartete Rabatte als wichtigsten Vorteil an.

Für die Studie wurden 8.000 Menschen in mehreren Ländern online befragt, die innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Auto kaufen oder leasen wollen. In Deutschland beteiligten sich nach Angaben von Capgemini 1.000 Autofahrer.

Was bei Auto-Re-Importen zu beachten ist

Warum Re-Import?

Weils billiger ist. Bis zu 30 Prozent sparen Neuwagenkäufer, wenn sie das Fahrzeug über einen freien Händler als Re-Import bestellen. Möglich ist dies, weil die Hersteller in den Ländern der Europäischen Union eine flexible Preispolitik betreiben.

Vorteile

Durch einen Re-Import kann beispielsweise der Nettopreis eines Fahrzeugs aus deutscher Produktion in Italien mehrere tausend Euro unter dem Verkaufspreis beim Vertragshändler hierzulande liegen. Außerdem sind andere Paket-Zusammenstellungen bzw. Ausstattungs-Zusammenstellungen in unterschiedlichen Ländern üblich, die für den Käufer von Vorteil sein können. Kunden sollten sich vom Anbieter alle Details lückenlos dokumentieren zu lassen.

Gibt's Unterschiede?

Ja. Es kann zum Teil sogar an wichtiger Ausstattung mangeln, erklärt der TÜV Nord. Re-Importe sind oft landestypisch ausgestattet, deshalb können zum Beispiel Sicherheitssysteme wie Airbags oder ESP fehlen. Danach sollten Kunden auf jeden Fall beim Händler fragen. Müssen diese entsprechend der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nachgerüstet werden, wirds teuer. In Streitfällen darf der Re-Import-Käufer außerdem keine besondere Kulanz in der deutschen Markenhändler-Werkstatt oder beim Hersteller erwarten.

Papiere

Alle Fahrzeugpapiere und die Rechnung müssen im Original vorliegen, denn Kopien werden von den deutschen Zulassungsbehörden und bei der Hauptuntersuchung nicht akzeptiert. Beim Entgegennehmen des Fahrzeugs muss der Händler dem Kunden diese Original-Papiere übergeben. Außerdem ist der europäische Händler dazu verpflichtet, das "Certificate of Conformity" (COC) auszuhändigen.


Garantie

Mit Blick auf die Garantie haben Re-Import-Käufer gegenüber dem Hersteller die gleichen Rechte wie bei einem in Deutschland gekauften Fahrzeug - sofern der Händler das Wartungsheft gestempelt und mit dem Auslieferungsdatum versehen hat.

Lediglich bei Ladenhütern sollten Kunden vorsichtig sein, denn in manchen Ländern läuft die Garantiezeit ab der Auslieferung an den Zwischenhändler, nicht erst ab der Zulassung wie in Deutschland; ein Minus für Autos, die lange auf dem Hof gestanden haben. 

Abgasnorm & Allgemeines

Außerdem ist bei Re-Importen auf die im Ausland vergebene Abgasnorm zu achten. Manchmal werden die Pkw nach Angaben des Internet-Portals "AutoTopdeal" schlechter eingestuft, als dies in Deutschland der Fall wäre. Das kann steuerliche Nachteile bringen. 
Und generell sollten Kunden natürlich auf die Seriosität des Händlers achten, niemals Vorkasse leisten und alle Dokumente genau prüfen. Dann kann mancher Autokäufer mit einem Re-Import ein guten Fang machen, ohne böse Überraschungen dabei zu erleben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×