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23.10.2014

13:48 Uhr

Autoklau-Hochburgen

Wo Autodiebe besonders gerne zugreifen

In den deutschen Hochburgen des Autodiebstahls verschwinden bis zu 103 PKW pro Tag. Dabei haben die Langfinger eindeutige Modellvorlieben. Und kommen meist aus einem bestimmten Nachbarland.

Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet: Grenznahe Städte sind ein begehrtes Zielgebiet von Auto-Knackern. picture-alliance/dpa

Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet: Grenznahe Städte sind ein begehrtes Zielgebiet von Auto-Knackern.

Düsseldorf37.427 Autos wurden den Deutschen im vergangenen Jahr gestohlen. Rein statistisch betrachtet wechseln somit täglich 103 Kraftwagen ungewollt den Besitzer. Was dem Autodieb seine "Freud", ist dem deutschen Kraftwagenhalter sein "Leid". Denn die KFZ-Versicherungen werden in einigen Regionen um mehrere Prozentpunkte steigen, so eine Prognose von preisvergleich.de. In einer Studie hat das Online-Portal nun die Diebstahlzahlen in Zusammenhang mit der Anzahl der zugelassenen Kraftwagen gesetzt und die ermittelten Tatverdächtigen erhoben. Das Ergebnis: Allein auf die größten 120 Städte entfallen über 54 Prozent aller gemeldeten Autodiebstähle in Deutschland. Und gemessen an der Anzahl der angemeldeten Kraftwagen und der bei der Polizei eingegangenen Diebstahlmeldungen ist Frankfurt/Oder die Auto-Diebstahlhochburg in Deutschland. Und zwar zum dritten Mal seit 2011.

Direkt an der polnischen Grenze gelegen, verschwanden hier 2013 statistisch betrachtet 907 je 100.000 zugelassene Fahrzeuge. Das sind 750 Prozent über Bundesdurchschnitt. Platz zwei geht an das ostsächsische Görlitz, ebenfalls direkt an der polnischen Grenze gelegen.

Die Bundeshauptstadt Berlin kann sich derweil der größten Anzahl gestohlener Autos rühmen: 6.659 Stück (534 je 100.000 Fahrzeuge). Das sind 899 mehr als im Jahr 2012 und - statistisch betrachtet - 18 geklaute PKW pro Tag im Stadtgebiet.

Auf Platz vier liegt wieder eine Stadt im Osten: Potsdam. Die brandenburgische Landeshauptstadt "glänzt" mit 404 geklauten Autos je 100.000 zugelassener Wagen (absolut 291).

Danach folgt Dresden: Rund 51 Kilometer vom für Autos nutzbaren Grenzübergang nach Tschechien entfernt, verschwanden im Jahr 2013 799 Kraftwagen je 100.000 zugelassener Fahrzeuge.

Fest steht: Grenznahe Städte und solche mit Autobahnanschlüssen zum Abtransport des Diebesguts sind ein begehrtes Zielgebiet der Auto-Schieber. So befinden sich unter den Diebstahlhochburgen überdurchschnittlich viele Städte (82%), die im Osten und Norden der Republik liegen und über optimale Transit-Anbindungen nach Osteuropa verfügen (z.B. A2, A4, A7, A9, A12, A20 oder A40). Wohl nicht ohne Grund gibt es in den Städten bis zu 91,4% "nichtdeutsche Tatverdächtige".

Kommentare (2)

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Herr Jürgen Dannenberg

23.10.2014, 15:17 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Jürgen Dannenberg

24.10.2014, 11:23 Uhr

Ich war, und bin sachlich. Habe nur Ross und Reiter genannt bzw vermutet. So wie die Bevölkerung in den heimgesuchten Gebieten. Dementsprechend haben sie auch in Mac Pom gewählt.
Aber wenn keine Courage vorhanden ist, wie soll es weiter gehen - in diesem, unseren Land.

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