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12.09.2015

00:38 Uhr

Automatische Bremssysteme werden quasi Standard

Massiver Fortschritt in der Fahrzeugsicherheit

VonThomas Jahn

Ein wichtiger Schritt zum selbstfahrenden Auto: Zehn Hersteller wie BMW, Ford oder GM wollen alle Fahrzeuge selbst bremsen lassen, um Unfälle zu verhindern.

Auffahrunfall mit vielen Verletzten: vollautomatische Bremsen inallen  Serienfahrzeugen können helfen, diese schlimmen Bilder zu verhindern. ap

Auffahrunfall auf Autobahn

Auffahrunfall mit vielen Verletzten: vollautomatische Bremsen inallen Serienfahrzeugen können helfen, diese schlimmen Bilder zu verhindern.

New YorkDurchbruch in den USA: Mit die zehn wichtigsten Autohersteller wollen künftig alle Fahrzeuge mit automatischen Bremssystem ausstatten. Mit dabei sind alle deutschen Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen, die Amerikaner General Motors (GM), Ford und Tesla sowie die japanischen Anbieter Mazda und Toyota.

Darauf einigten sich die Hersteller jetzt am vergangenen Freitag mit der US-Verkehrsbehörde und der Versicherungsvereinigung Insurance Institute for Highway Safety. Zusammen wollen sie in den nächsten Monaten einen konkreten Zeitplan ausarbeiten. „Das setzt einen neuen Standard“, sagte Mark Rosekind, Chef der Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration.

Bislang sind nur ein Prozent aller 2015-Modelle in den USA mit der Technik ausgestattet, bei 26 Prozent gibt es immerhin die Option des Zukaufs. Mit Kameras und Sensoren können die Fahrzeuge eine mögliche Kollision früh erkennen und ohne Einfluss des Fahrers im letzten Moment abbremsen. Bei vielen Premiumfahrzeugen ist das als Paket bereits dazu zu kaufen, kostet aber einige tausend Dollar.

Die zehn Hersteller decken zwar mit 57 Prozent nicht den gesamten US-Markt ab. Aber es entsteht ein de facto-Standard, dem sich Konkurrenten wie Fiat Chrysler und andere Anbieter, die sich nicht dazu verpflichteten, kaum entziehen können.

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Die Statistik spricht eine klare Sprache: Von allen US-Autounfällen waren 29 Prozent Auffahrunfälle. Von allen Unfällen mit Verletzten waren 30 Prozent Auffahrunfälle und mit Toten elf Prozent. „Die meisten Unfälle entstehen durch Fahrerfehler“, sagte Adrian Lund, Chef der Versicherungsstiftung. „Die Systeme sind immer aufmerksam, überwachen die Straße und werden dabei nie müde oder lassen sich ablenken“.

Laut Experten könnte es einige Jahre dauern, bis die Ankündigung in die Tat umgesetzt wird. Lieferanten wie Continental, Bosch, Delphi, Autoliv oder Mobileye werden profitieren. „Automatische Bremsen werden die nächste große Sicherheitsfunktion bei Fahrzeugen“, sagt Clarence Ditlow, Direktor des Center for Auto Safety, und würden ähnlich wie Airbags ein Standard werden.

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