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13.06.2013

17:32 Uhr

Automatisches Notrufsystem

„eCall“ soll ab 2015 Pflicht werden

Nach den Wünschen der EU-Kommission soll die Notruftechnik „eCall“ Autofahrer künftig besser schützen. „eCall“ übermittelt bei einem Aufprall des Wagens den Standort an den Rettungsdienst.

Die EU-Kommission schlägt vor, Neuwagen ab 2015 verpflichtend mit einem automatischen Notrufsystem auszustatten. dpa

Die EU-Kommission schlägt vor, Neuwagen ab 2015 verpflichtend mit einem automatischen Notrufsystem auszustatten.

BrüsselSchnelle Hilfe beim Crash: Ein automatisches Notrufsystem soll nach Plänen der EU-Kommission künftig bei Autounfällen Leben retten. Ab Oktober 2015 sollen alle neuen Pkw und Nutzfahrzeuge in der EU damit ausgestattet sein, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag bekanntgab. 2500 Tote könnten so pro Jahr in Europa vermieden werden. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen aber noch zustimmen.

Die Technologie namens eCall übermittelt beim Aufprall eines Wagens dessen Standort an den Rettungsdienst. „Die eCall-Technologie hat großes Potenzial, Leben zu retten, weil sie die Interventionszeit der Rettungsdienste dramatisch verkürzt“, erklärte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. „Das System wird einen automatischen Anruf machen, selbst wenn der Fahrer bewusstlos ist.“

Technisch ist das System an den Airbag gekoppelt: Wenn sich beim Crash der Luftsack aufbläst, wird auch eCall aktiv. Die Technik übermittelt dann den Standort, die auf Autobahnen und in Tunneln wichtige Fahrtrichtung und den Fahrzeugtyp an den Rettungsdienst. Zugleich baut es eine Gesprächsverbindung mit der Leitstelle auf. Wer keine Rettung benötigt, kann die Helfer also abbestellen.

Auf einer Informationsseite schreibt das Bundesverkehrsministerium, das in einem länderübergreifenden Praxistest in 90 Prozent aller Fälle eine Verbindung zur Notrufzentrale innerhalb von 25 Sekunden hergestellt wurde, in 97 Prozent innerhalb von 45 Sekunden.

Außerdem ist ein manueller Notknopf geplant. Fahrer oder Beifahrer können diesen drücken, wenn sie gesundheitliche Probleme bekommen, die nicht durch einen Unfall ausgelöst werden - zum Beispiel einen Herzinfarkt.

Ab Oktober 2015 sollen nach dem Willen der EU-Kommission alle neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der EU mit eCall ausgestattet sein. Dafür kämpft die Brüsseler Behörde zwar schon seit langem, bisher gibt es aber keine Verpflichtung für die Autoindustrie, die Geräte einzubauen.

Kommentare (8)

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Ichbinsdoch

13.06.2013, 14:02 Uhr

Ja Klar...Datenschutz..."es soll sicher gestellt werden..blabla"

Eingeführt, heist es auf einmal, aus Gründen der Terrorabwehr, können enstprechende Behörden das System auch ganz klammheimlich aktivieren.........
1 bis 2 Jahre später, heißt es dann "zur Gefahrenabwehr" das jede Polizeidienststelle das kann.......
1 Jahr drauf, heißt es "Behörden"...das z.B. das Finanzamt mal eben schaut, wie ist das mit der Fahrkostenrückerstattung, alles richtig angegeben, oder die Maut mal eben darüber "abgezockt" wird, usw usw usw

Ist ein solches System erst einmal Flächendeckend vorhanden, wird es wie IMMER bei solchen "Projekten" missbraucht werden

Account gelöscht!

13.06.2013, 15:50 Uhr

Prinzipiell nicht falsch, aber weil es von der EU kommt auf jeden Fall abzulehnen. Was die in die Finger nehmen, wird unter Garantie irgendwann gegen die Bürger verwandt. Aber auch hierzu werden unsere Parlamentsinsassen wieder kräftig nicken.

EUDSSR

13.06.2013, 16:03 Uhr

Der EU-Polizeistaat lässt grüßen!

Unter dem Deckmantel der "Sicherheit" soll uns hier ein Überwachungsystem verkauft werden, mit dem man jeden Bürger 24 Stunden orten kann.

Man nimmt uns immer mehr Freiheit für "Sicherheit".

Wenn wir nicht dagegen vorgehen, werden wir am Ende beides verlieren, unsere Freiheit und Sicherheit!!!


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