Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2009

11:13 Uhr

Automobilindustrie

Von Zellen, Spulen und Batterien

VonCarsten Herz

In einem atemberaubenden Tempo bricht derzeit auf fast allen wichtigen Automärkten der Absatz ein, viele Tausend Arbeitsplätze sind bedroht. Ausgerechnet jetzt müssen die Langfristplaner in den Konzernzentralen der großen Hersteller die Weichen für die Antriebstechnologien der Zukunft stellen. Die verschiedenen Techniken im Überblick.

Eine der Zukunftstechniken ist das Brennstoffzellenauto. Die letzten drei Jahrzehnte haben nicht gereicht, um die Technik serienmäßig auf den Markt zu bringen. Foto: dpa dpa

Eine der Zukunftstechniken ist das Brennstoffzellenauto. Die letzten drei Jahrzehnte haben nicht gereicht, um die Technik serienmäßig auf den Markt zu bringen. Foto: dpa

FRANKFURT. Die Krise "ist auch eine Zeit der Erneuerung", sagt Daimler-Boss Dieter Zetsche, "jetzt wird sich zeigen, wie zukunftsfähig unsere Branche ist". Denn der Abschied vom Treibstoff Rohöl ist nur noch eine Frage der Zeit, so viel ist klar.

Wohin wird die Reise gehen? Kaum ein Experte vermag das momentan mit letzter Sicherheit zu sagen. Elektromotoren, Hybridantriebe, die Brennstoffzelle, neue, sparsame Varianten des Verbrennungsmotors - alles muss weiterentwickelt werden. Das kostet Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung - Geld, das die Konzerne in der Krise gerne sparen würden.

Mitten in der schlimmsten Branchenkrise seit dem Zweiten Weltkrieg müssen sich die großen Autokonzerne damit grundlegend neu positionieren. "Der Autoindustrie droht der größte Umbruch ihrer Geschichte", sagt Burkhard Göschel, bis 2006 Entwicklungsvorstand bei BMW und heute Technologievorstand beim Autozulieferer Magna. Auf dem Programm stehe nicht weniger als "die zweite Erfindung des Automobils", bringt es Zetsche griffig auf den Punkt.

Ein Zukunftspoker mit Milliardeneinsatz, der für eine umbruchartige Verschiebung der Wettbewerbsverhältnisse in der Branche sorgen und die bisherige Hackordnung durcheinanderwirbeln könnte. Denn die Karten in der Branche werden mit den neuen Antriebstechnologien komplett neu gemischt. Und die Gefahr, die Gewinne der Gegenwart auf ein falsches Pferd zu setzen, ist dabei nicht zu unterschätzen. So sind bisher nicht einmal die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die CO2-Grenzwerte weltweit völlig klar geregelt.

Doch kein Hersteller wird dem Wandel teilnahmslos zuschauen können. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Zu groß ist die Angst, im möglicherweise entscheidenden Ökorennen der Zukunft abgehängt zu werden. Jeder der Hersteller versucht deshalb derzeit, sich mit neuen Antriebsstrategien fit für die Zukunft zu machen. So sollen die Daimler-Fahrzeuge der Zukunft unter anderem mit Elektromotoren, Wasserstoff-Brennstoffzellen oder großen Batterien unterwegs sein. Nicht als Nischenprodukt, sondern als Großserie, die die Kunden überzeugt. "Am Ende muss das emissionsfreie Produkt stehen", sagt der Daimler-Chef. Doch den einen Königsweg dorthin gibt es nicht, das ist auch Zetsche klar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×