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02.03.2016

10:05 Uhr

Autosalon Genf

Leistung lohnt sich wieder

VonLukas Bay, Frank G. Heide

Auf dem 86. Autosalon in Genf sind wieder Pferdestärken gefragt. Nicht nur bei den Supersportlern, selbst bei Kleinwagen steigt die Leistung neuer Modelle. Schuld sind die Spritpreise – und ein bisschen Größenwahn.

Ein Lamborghini Huracan Avio wird beim Genfer Auto-Salon 2016 beim Volkswagen-Konzernabend präsentiert. Elektro-Autos machen sich auf der Auto-Frühjahrsmesse wieder etwas rarer, vor allem Premium-Hersteller rollen mehr Leistung und Luxus ins Scheinwerferlicht. dpa

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Ein Lamborghini Huracan Avio wird beim Genfer Auto-Salon 2016 beim Volkswagen-Konzernabend präsentiert. Elektro-Autos machen sich auf der Auto-Frühjahrsmesse wieder etwas rarer, vor allem Premium-Hersteller rollen mehr Leistung und Luxus ins Scheinwerferlicht.

Genf/DüsseldorfIrgendwie hatte man das ja schon geahnt: Das knubbelige Google-Auto ohne Lenkrad scheint auf dem Autosalon in Genf wirklich niemand zu vermissen. Hier am Lac Leman wird schon aus Tradition die Lust am leistungsstarken Sportwagen zelebriert. Eine selbstfahrende Knutschkugel wäre fehl am Platz. Während die Welt über das vernetzte Auto diskutiert, können die Konzerne hier noch zeigen, was sie der IT-Konkurrenz voraushaben: Motoren, die puren Fahrspaß versprechen.

Nicht umsonst hat sich die VW-Luxustochter Bugatti entschieden, in Genf ihr neustes PS-Wunder zu präsentieren: den Chiron. Der Supersportler kommt so kraftvoll daher, wie er aussieht: Wer sich mit 1200 PS im Bugatti Veyron untermotorisiert fühlte, der bekommt im Nachfolger ganze 1500 PS unter die Haube. Mit acht Litern Hubraum aus 16 Zylindern und Druck aus vier Turboladern ballert der Bugatti auf Rekordgeschwindigkeiten – in 2,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer, in der Spitze sogar auf bis zu 420 km/h. Der Tacho reicht allerdings bis 500 km/h, auch das ein Superlativ in diesem Wahnsinnsboliden.

Allzu lange hält der Chiron den Vollgassprint aber nicht durch. Bei durchgedrücktem Gaspedal ist der 100-Liter-Tank in acht Minuten leer. Ganze 880 Liter saugt die Kraftstoffpumpe pro Stunde an. Natürlich ist dieses blaue Wunder kein Auto für die Masse. 2,8 Millionen Euro müssen potenzielle Interessenten auf den Tisch legen, 250.000 Euro Anzahlung sind schon vorher zu leisten. Und man muss bereits einen Bugatti in der Sammlung haben, sonst geht gar nichts. Gemunkelt wird aber auf dem Salon, dass schon 160 Menschen diese Hürden nahmen und geordert haben.

Auf sie kommen trotz praller Geldbörse auch Wartezeiten der Superlative zu: Das Atelier im französischen Molsheim, wo jeder Chiron von fünf bis sechs Spezialisten von Hand zusammengebaut wird, schafft nicht mehr als 50 Autos pro Jahr. Sogar bereits ausverkauft sollen die 40 Exemplare des 770-PS-Boliden Lamborghini Centenario sein, der ebenfalls in Genf Premiere feiert.

In Zeiten, in denen der VW-Konzern mit der Bewältigung eines Abgasskandals beschäftigt ist, wirken beide PS-Monster etwas deplatziert. Dabei sind sie nur extremste, sprich konsequenteste Auswüchse eines Trends in der Industrie: In Zeiten, in denen die Spritpreise so niedrig sind wie seit sechs Jahren nicht mehr, scheint sich auch Leistung wieder zu lohnen.

Seit Jahren steigen die durchschnittlichen PS-Zahlen bei den hierzulande zugelassenen Neuwagen. „Die Autowelt hat mit dem billigen Kraftstoff den Rückwärtsgang eingelegt“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen.

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Die deutschen Premium-Autohersteller fahren bei der Leistungs-Show vorne weg. So schickt Audi nach Limousine und Kombi nun auch die S-Modelle des noch frischen A4 ins Rennen um die Käufergunst. S4 und S4 Avant werden von einem neu entwickelten V6-Turbomotor angetrieben, der 354 PS hat und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,7 Sekunden verspricht. Und der kompakte Q3 schafft als neue RS-Performance-Variante mit 367 PS bis zu 270 Stundenkilometer. Als Kompakt-SUV.

Mercedes hat unter dem Logo von AMG nicht nur die C-Klasse auf 367 PS aufgerüstet, auch die E-Klasse – das klassische Gefährt des gehobenen Dienstwagenfahrers – kommt in der AMG-Variante auf 600 PS und kann sich so auch mit Sportwagen messen.

BMW krönt seine gerade erst eingeführte neue 7er-Baureihe mit dem M760Li xDrive. Das Topmodell holt aus einem 12-Zylindermotor mit 6,6 Liter Hubraum 600 PS. Die Hochleistungslimousine schafft trotz edler und schwerer Ausstattung den Standardsprint in 3,9 Sekunden. PR

Blick in den längsten und stärksten 7er-BMW

BMW krönt seine gerade erst eingeführte neue 7er-Baureihe mit dem M760Li xDrive. Das Topmodell holt aus einem 12-Zylindermotor mit 6,6 Liter Hubraum 600 PS. Die Hochleistungslimousine schafft trotz edler und schwerer Ausstattung den Standardsprint in 3,9 Sekunden.

BMW krönt seine gerade erst eingeführte neue 7er-Baureihe mit dem M760Li xDrive. Das Topmodell holt aus einem Zwölfzylinder-Motor mit 6,6 Litern Hubraum 600 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment. Die Hochleistungslimousine befördert komfortabelste Ausstattung und Insassen nahezu geräusch- und vibrationsfrei in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Der Tacho mit bei Einschalten der Zündung aufleuchtendem „V12“-Emblem endet bei 330 km/h.

Kommentare (16)

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Herr Martin Bremer

02.03.2016, 10:39 Uhr

Das ist ja mal wieder ein netter Artikel. Nicht, daß man 1500 PS brauchen würde, aber man braucht weder 30 Paar Schuhe noch jedes Jahr ein neues Smartphone. Auch die Suche nach der ultimativen Schönheit unter dem Chirurgenmesser ist ein Luxusphänomen. Nehmen wir dies alles als Zeichen, daß es der Welt wirklich gut geht, zumindest einem Teil davon.
Ich persönlich bin zu der Ansicht gekommen, daß es Spaß macht, ein paar PS mehr unter der Haube zu haben. Wie sagte schon Oscar Wilde: "Man umgebe mich mit Luxus. Auf das Notwendige kann ich verzichten".

Account gelöscht!

02.03.2016, 10:41 Uhr

Leistung lohnt sich immer auch wenn (...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

02.03.2016, 11:10 Uhr

Der Bugatti Chiron ist ein sehr schön Auto. Aber für ein Auto würde ich mich niemals verschulden bzw. finanzieren, sondern nur das kaufen was ich auch Cash aus meinem Einkommen als Investmentbanker und selbst. Börsenhändler/Algotrader bezahlen kann. Und mein Budget lässt da eben nur maximal die Lamborghini-Preisklasse mit 750 PS zu.

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