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27.09.2012

06:32 Uhr

Autosalon im Schatten der Krise

Voulez vouz Auto kaufen?

Quelle:Handelsblatt Online

Auf dem heute startenden Pariser Autosalon debütieren Modelle, die hohe Stückzahlen versprechen, wie VW Golf und Renault Clio. Dass die Messe neuen Schwung in den westeuropäischen Markt bringt, bezweifeln Experten aber.

Trotz neuer Volumenmodelle auf dem Pariser Salon wie VW Golf und Renault Clio rechnen Experten nicht mit einer deutlichen Belebung des Automarktes. Pressefoto

Trotz neuer Volumenmodelle auf dem Pariser Salon wie VW Golf und Renault Clio rechnen Experten nicht mit einer deutlichen Belebung des Automarktes.

Paris/DüsseldorfDie vielen neuen Modelle, die beim Autosalon in Paris debütierten, werden es kaum schaffen, den Rückgang im westeuropäischen Automarkt aufzuhalten. Zu diesem Schluß kommt eine Studie des Car Research Center (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Darauf deutet nach Ansicht der Wissenschaftler unter anderem die Tatsache hin, dass ein Auto wie der neue Golf bereits mit bis zu 20 Prozent Rabatt angeboten werde, obwohl er noch nicht einmal bei den Händlern stehe, "das gab es so noch nicht."

Kritischer als bei VW sei jedoch die Lage bei anderen Herstellern wie Citroen/Peugeot und Opel. Auch Fiat, Ford, Mitsubishi, Renault, Seat und Volvo mache das wirtschaftliche Umfeld schwer zu schaffen. Dass sich daran schnell etwas ändert, gilt als unwahrscheinlich: Vielmehr erwarten die Mitarbeiter des Instituts, dass die Nachfrage weiter zurückgeht, weil sich die Rezession in den südeuropäischen Ländern "mittlerweile auf Nordeuropa ausweitet und in Exportländern wie China ebenfalls spürbar ist".

Mindestens drei schwere Jahre

Das kommende Jahr drohe des schlechteste der Branche sei 1993 zu werden, und auch die weiteren Aussichten seien trübe. Es sei davon auszugehen, dass die Pkw-Verkaufszahlen in Westeuropa sogar 2015 noch unter denen von 2011 liegen werden. Da überdies der Ausgleich über andere Weltmärkte selbst bei den Premiumherstellern nicht mehr so gut funktioniere wie früher, stehen der europäischen Autoindustrie laut CAR-Prognose noch "mindestens drei schwere Jahre bevor".

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Mit über 100 internationalen Neuheiten und darunter mehr als 40 Weltpremieren wartet die "Mondial de l’Automobil" in Paris auf. Auffällig ist der hohe Anteil an Klein- und Kompaktwagen. Als weiterer Trend kristallisiert sich das „Downsizing“ der Motoren heraus. Durch kleinere Hubräume sollen Spritverbrauch und Schadstoffausstoß verringert werden. Auch der immer stärkere Einsatz von Hybridmodellen setzt sich weiter fort. Die Stars auf der 96.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche heißen unter anderem VW Golf, Audi A3 Sportback, Opel Adam, Skoda Rapid, Renault Clio, Toyota Auris und Peugeot 208.

Aber auch alle Motor-Enthusiasten werden bedient. Sportwagenhersteller wie Porsche, Ferrari oder McLaren demonstrieren ihre eigene Leistungsshow der Superlative. Dabei hält die Hybrid-Technik auch bei den Supersportwagen Einzug. Beispiele auf der Messe sind der Nachfolger des Ferrari Enzo mit der vorläufigen Bezeichnung F70 und das neue Topmodell P1 von McLaren, die beide bis zu 666 kW/900 PS leisten sollen.

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Die Nachfrage nach Autos in Westeuropa sinkt unaufhörlich. Das trifft nicht nur die schwächeren Hersteller, sondern auch die deutschen Branchengrößen. Doch am Ende werden letztere sogar besser dastehen als vorher.

Spektakulär ist auch Peugeot-Studie "Onyx" mit 444 kW/600 PS, deren Seriennähe aber gegen Null tendiert. Der Elektromotor des Ferrari funktioniert wie das KERS (Kinetic Energy Recovery System) in der Formel 1. Das System zur Rückgewinnung kinetischer Energie sorgt sowohl für bessere Fahrleistungen, als auch für einen geringeren Verbrauch. Aston Martin stellt sich dem Publikum mit dem Vantage Roadster mit V12-Saugmotor, der 380 kW/517 PS leistet und den Briten bis in Bereiche jenseits der 300 km/h-Marke beschleunigt. Ihm zur Seite steht der facegeliftete DB9.

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