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01.03.2006

11:12 Uhr

Autosalon in Genf

Schwere Diesel-Zeiten

VonJosef Hofmann

Auf dem Genfer Automobilsalon, der gestern seine Tore geöffnet hat, wird viel über synthetische Kraftstoffe und über Elektroantriebe geredet, auch einige Hybrid-Modelle stehen auf den Messeständen. Das ist fast alles Zukunftsmusik, denn die entscheidende Schlacht um die Kunden, die den hohen Spritpreisen entkommen wollen, wird in der Gegenwart beim Diesel geschlagen.

Fertigung eines Dieselmotors bei Volkswagen. Foto: ap

Fertigung eines Dieselmotors bei Volkswagen. Foto: ap

GENF. Und genau in dieser bisherigen Domäne der europäischen Hersteller verstärkt die asiatische Konkurrenz ihre Anstrengungen. „Sie starten beim Diesel durch, mit asiatischer Fertigungsqualität und sauberen, kraftvollen Dieselmotoren“, unterstreicht Nick Margetts, Autoexperte beim Marktforschungsinstitut Jato Dynamics. Die Analysten von Morgan Stanley fürchten bereits um die Gewinne der europäischen Autohersteller.

Noch liegt der Diesel-Anteil der asiatischen Anbieter um Toyota, Hyundai und Nissan weit unter dem Durchschnitt. Dennoch konnten sie in den vergangenen Jahren deutlich Marktanteile gewinnen – und das, obwohl sie nur wenige Diesel-Fahrzeuge im Angebot hatten. Mittlerweile entscheidet sich jeder zweite Autokäufer in Europa bereits für einen Selbstzünder, vor zehn Jahren war es nicht einmal jeder vierte. Dieses Potenzial wollen sich Toyota & Co. nicht entgehen lassen.

„Unser Diesel-Anteil lag 2005 bei rund 30 Prozent. In Zukunft wollen wir an den Marktdurchschnitt anknüpfen“, verkündete Gerry Dorizas, Vizepräsident von Hyundai Europa, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Dazu soll die Palette der Dieselmotoren wie bei der Schwestermarke Kia deutlich ausgeweitet werden, so der Hyundai-Manager. Allein zwei neue Motoren sollen in diesem Jahr dazu kommen.

Der japanische Konkurrent Honda geht den gleichen Weg. Er will sein Diesel-Angebot in Europa schrittweise verdoppeln und auch Osamu Masuko, Präsident von Mitsubishi Motors, schlägt in diese Kerbe. Mitsubishi will künftig für jedes neue Modell in Europa auch mindestens eine Diesel-Variante anbieten.

Toyota setzt trotz des Erfolgs mit Hybrid-Motoren auf den Diesel: „Wir sind dabei, sowohl das Diesel-Modell-Programm als auch die Motorenproduktion in Europa auszubauen“, sagte ein Sprecher in Genf. Konsequenterweise starten die Japaner auch im Premiumsegment mit dem Diesel: Erstmals wird im Lexus IS 220 der sparsame Selbstzünder-Motor angeboten und gegen Mercedes, Audi und BMW positioniert.

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