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08.05.2011

17:12 Uhr

Autosommer 2011

Zum 125. Geburtstag ein Korso

Das Automobil legte in den vergangenen 125 Jahren eine echte Traumkarriere hin. Den Geburtstag feierte Baden-Württemberg mit einer Raritäten-Rundfahrt.

Fahrzeuge der deutschen Autohersteller Mercedes, Audi und Porsche beim Autocorso auf den Schlossplatz in Stuttgart. Im Vordergrund ein Horch Wanderer Cabriolet W 25 aus dem Jahr 1937. Quelle: dpa

Fahrzeuge der deutschen Autohersteller Mercedes, Audi und Porsche beim Autocorso auf den Schlossplatz in Stuttgart. Im Vordergrund ein Horch Wanderer Cabriolet W 25 aus dem Jahr 1937.

StuttgartEs knattert, es stinkt und es schaukelt gewaltig - kein Wunder, dass das erste Auto unter Zeitgenossen zunächst auf Skepsis stieß. 1886 hatte Carl Benz ein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin angemeldet. Die Anmeldung gilt als die Geburtsstunde des modernen Automobils. Den 125-jährigen Geburtstag feierte das Autoland Baden-Württemberg am Sonntag mit einem Korso aus Fahrzeug-Raritäten quer durch die Landeshauptstadt. Die Wagen stammten aus den Werken und Museen der Autobauer Mercedes-Benz, Porsche und Audi.

Ein Audi Horch 853 A Cabrio in Stuttgart-Zuffenhausen. Quelle: dapd

Ein Audi Horch 853 A Cabrio in Stuttgart-Zuffenhausen.

Ein Nachbau des historischen Benz-Wagens fuhr ebenfalls mit, wenn auch nicht die volle Strecke. Hinter der Lenkkurbel saß Jutta Benz, Urenkelin des berühmten Erfinders. Optisch hat die dreirädrige Motorkutsche mit dem heutigen Auto kam mehr etwas zu tun. „Ein wunderbares Fahrgefühl“, schwärmte Jutta Benz dennoch nach der Fahrt.

Links der Benz-Patentwagen mit Jutta Benz (re.), einer Ur-Enkelin von Carl Benz am Steuer, und dem Mercedes-Vorstand Thomas Weber (li.) als Beifahrer. Quelle: dpa

Links der Benz-Patentwagen mit Jutta Benz (re.), einer Ur-Enkelin von Carl Benz am Steuer, und dem Mercedes-Vorstand Thomas Weber (li.) als Beifahrer.

Mit nur zwölf Stundenkilometern war Benz' Autokutsche langsamer als ein Fahrrad, der Höllenlärm des Otto-Motors erschreckte die Menschen. Nachdem der wirtschaftliche Erfolg ausblieb, war es schließlich die Ehefrau des Erfinders, Bertha Benz, die dem Auto zu seiner Traumkarriere verhalf. 1888 unternahm sie mit ihren zwei Söhnen die erste „Fernfahrt“ von Mannheim nach Pforzheim und bewies somit die Tauglichkeit des Gefährts.

Im Vordergrund ein Horch aus dem Jahre 1925. Quelle: dpa

Im Vordergrund ein Horch aus dem Jahre 1925.

„So einen Oldtimer zu fahren ist richtig schwierig“, erklärte Ralf Hornung. Er lenkte den ältesten Audi-Wagen im Korso, einen Horch 10/50 PS, ein dunkelgrünes Gefährt wie aus einem 20er-Jahre-Film. „Brems- und Gaspedal sind vertauscht, außerdem befindet sich das Lenkrad auf der rechten Seite.“ Der Wagen aus dem Jahr 1925 ist ein Unikat und mehrere hunderttausend Euro wert.

Lohner-Porsche Semper Vivus mit Wolfgang Porsche (re.) und dem Porsche-Chef Matthias Müller (li.) Quelle: dpa

Lohner-Porsche Semper Vivus mit Wolfgang Porsche (re.) und dem Porsche-Chef Matthias Müller (li.)

Noch wertvoller als viele historischen Kutschen sind jedoch die aktuellen Sportwagen der Autobauer. Beim Anblick ausladender Flügeltüren und glänzenden Chroms kam so mancher Mann ins Schwärmen. „Das waren richtige Traumautos“, sagte der Stuttgarter Roland Garstka, nachdem der Korso an ihm vorbeigezogen war. „Die Ausstattung, der Geruch und vor allem der Sound.“ Mit Elektromotor dürfte sich das jedoch bald ganz anders anhören.

Die Wagen auf dem Stuttgarter Schlossplatz stammen aus den Werken und Museen der Autobauern Mercedes-Benz, Porsche und Audi. Quelle: dpa

Die Wagen auf dem Stuttgarter Schlossplatz stammen aus den Werken und Museen der Autobauern Mercedes-Benz, Porsche und Audi.

Von

dpa

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