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17.03.2006

08:48 Uhr

BGH lehnt Berufung ab

Vierjährige Jugendstrafe für Falschfahrer rechtskräftig

Die vierjährige Jugendstrafe für einen Falschfahrer, der in Selbsttötungsabsicht auf der Autobahn bewusst auf der Gegenspur fuhr, ist rechtskräftig.

HB KARLSRUHE. Der Bundesgerichtshof (BGH) lehnte am Donnerstag in Karlsruhe sowohl die Revision der Staatsanwaltschaft als auch die Berufung des zur Tatzeit 19-jährigen Angeklagten ab. Durch die Geisterfahrt auf der Autobahn A3 bei Schwarzach starben im Juni 2004 drei Menschen, drei weitere wurden schwer verletzt.

Der Angeklagte war verärgert, weil man ihm bei einer Vereinsfeier ein Büschel Haare abgeschnitten hatte und fuhr nachts mit dem Auto los, um sich abzureagieren.

Gegen halb vier Uhr nachts fuhr er absichtlich und ohne Licht bei der Ausfahrt Schwarzach auf die Gegenrichtung der Autobahn. Zunächst bewegte er sich auf der Standspur. Als er dann in 500 Metern Entfernung ein Fahrzeug kommen sah, wechselte er in Selbsttötungsabsicht auf die Fahrspur.

Erst kurz vor dem Zusammenprall gab er seine Absicht auf und schaltete das Licht ein. Möglicherweise bremste er auch ab, was aber nicht sicher nachzuweisen war. Der Entgegenkommende versuchte ohne Erfolg auszuweichen. Die Frau des Fahrers, seine vierjährige Tochter und ein weiterer Insasse starben. Der Fahrer und zwei weitere Töchter wurden schwer verletzt.

Der Angeklagte wollte wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit ein milderes Urteil erreichen. Die Staatsanwaltschaft strebte mit ihrer Revision dagegen ein höheres Strafmaß an. Beide Anträge lehnte der 4. Strafsenat des BGH ab. Das Urteil des Landgerichts Regensburg wies nach Überzeugung des 4. Strafsenats keine Rechtsfehler auf. Damit wurde es rechtskräftig.

Aktenzeichen:
Bundesgerichtshof 4 StR 594/05

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