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10.08.2016

11:13 Uhr

Billig tanken, aber richtig

Der Selbstbetrug der Sparfüchse

VonMario Hommen
Quelle:Spotpress

Der kleine Umweg ins Industriegebiet scheint verlockend, denn dort ist der Liter Benzin um drei Cent günstiger zu haben. Realistisch gerechnet ist der Trip zur Billigtankstelle allerdings ein teurer Fehler.

Ratgeber: Billig tanken, aber richtig - Der Selbstbetrug der Sparfüchse SP-X/Lea Fuji

Umwege zur Billigtanke lohnen selten

Für ein paar Euro weniger nehmen manche Sparfüchse einige Kilometer Umweg und oftmals auch lange Wartezeiten an der Zapfsäule in Kauf.

Dank des mobilen Internets ist es für Autofahrer leicht möglich, den günstigsten Spritpreis der näheren Umgebung zu recherchieren. Für ein paar Euro weniger nehmen manche Sparfüchse dann einige Kilometer Umweg und oftmals auch lange Wartezeiten an der Zapfsäule in Kauf. Das lohnt sich oft leider nicht, wie der Tüv Süd vorrechnet. Stattdessen empfiehlt sich eine andere Geldspartaktik.

Vor allem freie Tankstellen in Industriegebieten locken gern mit günstigeren Preisen. Drei Cent weniger pro Liter sind oft drin. Wer 60 Liter tankt, kann also 1,80 Euro sparen. Liegt diese Billigtanke allerdings fünf Kilometer entfernt, kostet die Fahrt bei 7,5 Liter Verbrauch im Schnitt 0,38 Liter oder 55 Cent. Ist der Rückweg genauso lang, verdoppeln sich diese Werte. Finanzielle Bilanz: 70 Cent gespart.

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Doch weitere Faktoren machen die Rechnung noch unattraktiver. So kommt ja noch der CO2-Ausstoß hinzu: Zehn Kilometer sind zwei Kilogramm Mehrbelastung für die Umwelt. Und wer ehrlich rechnet, weiß auch, dass die tatsächlichen Kosten pro gefahrenen Kilometer inklusive Wartung, Steuern, Versicherung und Co. bei durchschnittlich 40 Cent liegen. Realistisch gesehen zahlt man also bei so ziemlich jedem Umweg zur vermeintlich günstigeren Zapfsäule letztlich drauf.

Wer eventuell sogar mit kaltem Motor startet, verrechnet sich sowieso und schadet obendrein enorm der Umwelt. In der ersten Minute nach dem Kaltstart ist der Spritverbrauch bis zu 50 Prozent höher und sind die Emissionen zudem noch besonders giftig. Viele Autofahrer unterschätzen jedoch diese Nebeneffekte und auch die realen Kosten, die durch das Autofahren entstehen. Vom Zeitverlust ganz zu schweigen.

Wer möglichst günstig tanken will, sollte deshalb vielmehr auf die Spritpreiszyklen der Tankstellen achten. Zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Tagen ist der Sprit teuer, zu anderen billig. Laut statistischen Untersuchungen ändern manche Mineralölgesellschaften durchschnittlich fünf Mal am Tag die Preise.

Die höchsten Preise werden an Sonn- und Feiertagen auf sowie zwischen 23 Uhr nachts und fünf Uhr morgens aufgerufen. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man also versuchen, nur tagsüber am späten Nachmittag eine Zapfsäule anzusteuern statt Umwege in Kauf zu nehmen.

Kommentare (6)

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Frau Lana Ebsel

10.08.2016, 12:21 Uhr

Durch den Umweg spart man vielleicht nichts, aber man erhält den Wettbewerb am Leben und spart unterm Strich letztendlich auf lange Sicht gesehen dann doch.

Herr Nehal Devanowitch

10.08.2016, 12:24 Uhr

Ich tanke grundsätzlich nicht bei teuren Tanken. Und selbst wenn ich mich wesentlich mehr kostet!

Herr Peter Insam

10.08.2016, 12:34 Uhr

Im Bericht wird ein Thema angesprochen, welches leider nicht weiter verfolgt wird. Die Mineralölgesellschaften spielen mit den Preisen und verändern diese mehrfach täglich. Schwankungen von bis zu 15 Cent am Tag habe ich schon selbst erlebt. Eine unglaubliche Unsitte - um nicht zu sagen Frechheit, die ich in anderen Ländern nicht ansatzweise so gesehen habe. Bei den französischen Nachbarn zum Beispiel jedenfalls gibt es diese Spielerei nicht. Ich frage mich einmal mehr: Womit wird das in Deutschland gerechtfertigt? Wo bleibt der Verbraucherschutz? Warum lässt sich der Verbraucher das gefallen?

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