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29.07.2011

14:29 Uhr

Bio-Sprit

Aral beschleunigt bundesweite E10-Einführung

Quelle:dpa

Viele Anbieter haben sich heimlich, still und leise wieder von dem Bio-Sprit E10 verabschiedet. Aral schwimmt gegen den Strom: E10 soll im Norden und Westen an mehr Tankstellen des Konzerns angeboten werden.

Quelle: dpa

BochumDie Tankstellenkette Aral beginnt in der kommenden Woche mit der flächendeckenden Einführung des Bio-Sprits E10 im Westen und Norden Deutschlands. Bis zum Jahresende sollten weitere 1.200 der insgesamt 2.500 Tankstellen den umstrittenen Kraftstoff anbieten, teilte Aral am Freitag in Bochum mit. Damit beschleunigt der deutsche Marktführer die Einführung des Benzins mit zehn Prozent Ethanol aus Pflanzen um einige Wochen. Auch die Raffinerien und Tanklager im Norden und Westen werden dann das Produkt führen, so dass die Branche insgesamt E10 anbieten kann.

E10 wird künftig die preisgünstigste Kraftstoffsorte sein - mit einem Abstand von drei Cent je Liter zu Superbenzin mit fünf Prozent Ethanol. Zudem werden die Tankstellen von Aral und anderen Mineralölkonzernen Benzin mit 98 Oktan (Super plus) anbieten, das sieben Cent teurer als E10 sein wird oder alternativ eine Spitzensorte mit 100 Oktan für neun Cent mehr als der Bio-Sprit.

E10 hätte schon zu Jahresbeginn flächendeckend eingeführt werden sollen; wegen mangelnder Akzeptanz durch die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft die Umstellung der Tankstellennetze und Raffinerien jedoch auf halbem Wege gestoppt. „Wir gehen davon aus, dass trotz der anfänglichen Vorbehalte die Autofahrer E10 zunehmend akzeptieren werden und E10 langfristig zur meistgetankten Ottkraftstoffsorte wird“, sagte Aral-Chef Stefan Brok. Konkrete Anzeichen dafür gibt es allerdings nicht; der Absatz-Marktanteil von E10 liegt an den Tankstellen, die es führen, unverändert bei 30 Prozent.

Kommentare (2)

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Abzocker

30.07.2011, 21:23 Uhr

Die Idee von ARAL scheint eine andere zu sein: Aral weiß, dass E10 nicht angenommen wird. Gleichzeitig verkauft ARAL allerdings kein Super Plus mit 98 Oktan. Wenn dies hier angekündigt wird, glaube ich es erst, wenn ich sehe, dass ARAL dies tatsächlich in Verbindung mit E10 tut.
Der Plan scheint zu sein, dass ARAL die Menschen, die das schädliche E10 nicht tanken, zwingen will, den 100 Oktan Kraftstoff zu tanken, der nicht nur nichts bringt, sondern unverschämt teuer ist. ARAL und Shell besitzen ca. 95% der Autobahntankstellen, wo man keine Ausweichmöglichkeit hat.

okocha24

01.08.2011, 09:47 Uhr

Ja so ein Schwachsinn. Da müssen die Tankstellenketten nun zwingend mit der Brechstange die Einführung des ungeliebten E10 erzwingen. Meines Erachtens sollten die Menschen, wenn sie es nach wie vor nicht akzeptieren, dagegen protestieren. Flächendeckend einfach anderen Kraftstoff tanken oder Aral boykottieren.

Der nächste Clou ist ja, dass man seinen Reifendruck nur noch gg. Zahlung von 1 EUR für 5 Minuten Luft prüfen kann. Wir Deutschen lassen auch alles mit uns machen....

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