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29.11.2013

11:29 Uhr

Bis 2018 serienreif

Mazda entwickelt einen Benzin-Selbstzünder

Quelle:MID

Oft werden sie „Diesotto“ oder „Biesel“ genannt: Benzinmotoren, die dank Selbstzündung wie ein Diesel arbeiten. Kein Autobauer hat solche Motoren bislang zur Serienreife gebracht. Mazda will das jetzt bis 2018 schaffen.

Das Konzeptfahrzeug F 700 mit dem sogenannten „Diesotto“-Motor hat Mercedes-Benz als F 700 auf der IAA 2007 erstmals vorgestellt. MID

Das Konzeptfahrzeug F 700 mit dem sogenannten „Diesotto“-Motor hat Mercedes-Benz als F 700 auf der IAA 2007 erstmals vorgestellt.

HamburgEine Kombination aus Diesel- und Benzinmotor will Mazda bis 2018 zur Serienreife entwickeln. Der neue Saugbenziner soll laut „Auto Bild“ im Teillastbereich wie ein Diesel mit Selbstzündung arbeiten. Bei geringer und hoher Last erfolgt die Zündung wie beim Ottomotor üblich über Fremdzündung. Basis für die neuen Motoren ist der „Skyactiv“-Benziner, dessen Verdichtung von heute 14:1 auf bis zu 18:1 steigt. Das ermöglicht nach Angaben von Mazda einen um rund 30 Prozent verbesserten Wirkungsgrad des Motors gegenüber konventionellen Benzinern.

Das Konzept ist nicht neu, hat sich bei Serien-Pkw jedoch bisher nicht durchgesetzt. Erstmalig kam das Funktionsprinzip der „homogenen Kompressionszündung“ ab 1949 als Hilfsmotor für Fahrräder unter der Bezeichnung Lohmann-Motor zum Einsatz. Auch Automobilhersteller haben mit dem Zwittermotor experimentiert, darunter Opel, VW und Mercedes-Benz als „Diesotto“. Ein entsprechendes Konzeptfahrzeug hat Mercedes-Benz als F 700 auf der IAA 2007 in Frankfurt am Main erstmals vorgestellt. Über das Versuchsstadium kam bislang aber kein Hersteller hinaus.

Auto-Antriebe

Verbrennungsmotor

Billiges Öl in den USA und der Beginn der Massenmotorisierung durch Ford haben dem „Verbrenner“ zum Durchbruch verholfen. In verschiedenen Varianten treibt er heute beinahe alles an, was fährt. Ob Ottomotor oder Dieselmotor, beide Aggregate werden vor allem mit fossilen Brennstoffen, also Produkten aus Erdöl betrieben. Doch die Technik lässt je nach Modifikation auch anderen Treibstoff zu, etwa Alkohol, Biodiesel, Gase oder gar Frittenfett. So kann der Verbrenner auch ein alternativer Antrieb sein.

Autogas und Erdgas

Der Antrieb mit Autogas funktioniert nach einer technischen Umrüstung in fast allen Benzinmotoren. Die kostet je nach Modell einige tausend Euro. Der günstigere Preis für das Gas spart zwar Geld, die Investition rechnet sich meist aber nur für Vielfahrer. Autogas (LPG) ist allerdings nicht an allen Tankstellen zu haben, zudem schmälert der Zusatztank meist den Platz im Kofferraum. Ist der Gastank leer, fährt der Motor mit Benzin weiter.

Eine andere Möglichkeit ist Erdgas, das ebenfalls in einem herkömmlichen Ottomotor verbrannt wird. Autos mit Erdgas-Antrieb finden sich häufiger in größeren Flotten oder auch in Bussen. Auch hier ist das Tankstellennetz noch nicht flächendeckend. Ein redaktionelles Special zu diesem Thema finden Sie hier.

Hybrid

Autos mit Hybrid-Antrieb haben beides an Bord: einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Dabei gibt es mehrere Varianten wie sogenannte „milde“, „volle“ und Plug-in-Hybriden. In der „milden“ Variante wird die Batterie etwa mit der Bremsenergie aufgeladen und greift dem Verbrennungsmotor unter die Arme. Ein Vollhybrid kann auch rein elektrisch fahren, die Batterie wird während der Fahrt mit dem Benziner geladen, auch wird Energie beim Bremsen erzeugt. Der Plug-in-Hybrid schließlich kann an der Steckdose geladen werden, was seine Reichweite beim elektrischen Fahrbetrieb verlängert. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Elektromotor

Reine Elektroautos sind zurzeit noch echte Raritäten auf den Straßen der Welt, obwohl sie in den Anfangsjahren des Automobils schon einmal breiter vertreten waren als Verbrennungsmotoren. Sie werden von Batterien gespeist und kommen ganz ohne fossile Energieträger aus - wenn man davon absieht, dass der Strom oft aus Kohle, Gas oder Atomkraft gewonnen wird. Viele Hersteller forschen derzeit an E-Autos und verfolgen dabei etliche verschiedene Ansätze. So werden etwa herkömmliche Fahrzeuge umgebaut oder ganz neue Konzepte speziell für den Stromantrieb entwickelt.

Dabei hat der Antrieb eine lange Geschichte und ist alles andere als eine neue Idee. Bereits in der Frühzeit der Automobilgeschichte gab es „Stromer“, bei kleinen Lieferwagen erhielt sich der Antrieb. Billiges Öl und wachsender Bedienkomfort verhalfen dem Verbrenner aber zum Durchbruch. Nun erlebt die E-Technik eine Wiedergeburt. Das größte Problem dabei ist die Speichertechnik, sprich die Batterien. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Brennstoffzelle

Für Ingenieure ist sie die Krönung des Antriebs - lautlos, leistungsstark und aus dem Auspuff strömt nur Wasserdampf. Die Brennstoffzelle treibt bereits U-Boote an, auch Versuchsautos gibt es längst. Dennoch ist Technik noch lange nicht für den Massenmarkt bereit. Ungeklärt ist etwa die Frage, wie der Wasserstoff energieeffizient und umweltschonend gewonnen werden kann. Auch technisch gibt es noch viel zu klären, vom Ausbau des nötigen Tankstellennetzes einmal ganz zu schweigen. Trotzdem halten viele Experten die Brennstoffzelle für den Königsweg und das batteriegetriebene E-Auto für nicht viel mehr als einen Zwischenschritt in der Entwicklung der Mobilität der Zukunft.

Kommentare (1)

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RanD

29.11.2013, 21:59 Uhr

Über das Versuchsstadium kommt man hierzulande kaum hinaus, weil man nicht den Ehrgeiz und die Ausdauer der Asiaten hat und lieber den Status Quo pflegt, als sich selbst jederzeit neu zu erfinden.

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