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22.05.2017

11:04 Uhr

Blick in die Zukunft des Auto-Cockpits

Display statt Tacho, Geste statt Touch

Quelle:Spotpress

Lenkrad und Pedale werden aus den Autos der Zukunft wohl ebenso verschwinden wie Verbrennungsmotoren. Zuerst könnte es aber die jahrzehntelang gewohnten Instrumente hinter dem Lenkrad treffen.

Audi setzt ebenfalls auf 3D-Technik Audi

Audi setzt ebenfalls auf 3D-Technik

Ein Voraussetzung für gestikulierende Fahrer sind natürlich Autos, die sich selber lenken. Umgekehrt ausgedrückt: Erst durch autonome Fahrzeuge hat der (Ex-)Fahrer Zeit und Muße, sich dem vernetzten Infotainment zu widmen.

Drehzahlmesser und Analog-Tacho sind Auslaufmodelle. Die Cockpit-Instrumente der Zukunft müssen viel mehr können als nur Zeiger kreisen und Lämpchen leuchten lassen. „Bildschirm statt Uhr“ heißt das Motto, mit der die Autohersteller dem speziellen Informationsbedürfnis immer stärker automatisierter Fahrzeuge gerecht  werden wollen. Die Konzepte sind vielfältig.

„Vertrauen schaffen“, so kurz und knapp beschreibt Rudi Hemmert, Technologie-Manager beim Zulieferer Delphi, die Aufgabe künftiger Instrumente, die auch für autonomes Fahren zum Einsatz kommen sollen. Das Bediensystem sei das wichtigste Kriterium für die Akzeptanz künftiger autonomer Autos.

Wer sich in die Hände des fahrenden Computers begibt, will wissen was der Autopilot grade macht, will sich informiert und im Notfall handlungsfähig fühlen. Die altbekannten Rundinstrumente geraten da schnell an ihre Grenzen – Motordrehzahl und Geschwindigkeit spielen keine große Rolle mehr, wenn der Mensch die Steuerung zumindest zeitweise aus der Hand gibt. Und für andere Infos ist zwischen Skalen, Zeigern und den vorgeschriebenen Lämpchen kaum Platz.

Schon heute setzen viele Hersteller daher auf digitale Instrumente. Audi, VW, Land Rover und Peugeot etwa tauschen die mechanischen Uhren hinter dem Lenkrad bereits durch frei konfigurierbare Bildschirme, die auf Wunsch großflächig Navigationsdaten, Fahrinformationen oder den Status der Assistenzsysteme aufbereiten – je nachdem, was gerade angebracht ist. Doch auch das ist wohl nur eine Zwischenetappe. Im nächsten Schritt könnten die zweidimensionalen Displays durch 3D-Bildschirme ersetzt werden.

Delphi etwa hat eine Technik entwickelt, die Hemmert als „Quasi-3D“ bezeichnet, um Verwechslungen mit der stereoskopischen Technik von Fernsehern und Kinoprojektoren zu vermeiden. Die nämlich ist für das Auto seiner Ansicht nach ungeeignet, weil sie nicht bei jedem Menschen funktioniert und bei vielen für Unwohlsein sorgt. Stattdessen setzt Delphi auf das sogenannte Multi-Layer-Display (MLD).

Auch für den Mittenbildschirm ist die Delphi-Technik denkbar Delphi

Von 3D zu 2D und wieder zurück:

Haben virtuelle Instrumente die Tiefenwahrnehmung zunächst aus dem Pkw-Armaturenbrett vertrieben, kommt sie bald wieder zurück. Aber nicht erneut durch mechanische Instrumente, sondern in Form von dreidimensionalen Bildschirmen. Zumindest, wenn es nach Zulieferer Delphi geht. Der Konzern hat mit dem Multi-Layer-Display (MLD) eine entsprechende Technik entwickelt.

Simpel gesagt handelt es sich um zwei hintereinanderliegende Bildschirme, die dank ihrer zwei Ebenen für einen Tiefeneffekt der Darstellung sorgen. Der räumliche Effekt hilft bei der Informationsvermittlung und -ordnung, weniger wichtiges rückt in den Hintergrund, Warnungen jedoch schießen aufmerksamkeitsheischend auf den Fahrer zu.

In der Praxis wirkt die Anzeige verblüffend plastisch und realistisch – die Instrumente scheinen fast aus dem Armaturenbrett zu wachsen. Auch die kristallklare Grafik beeindruckt, zumindest in dem bereits öffentlich vorzeigbaren Prototyp. Die Technik ist laut Delphi fertig entwickelt. Aktuell verhandelt der Zulieferer mit Interessenten unter den Automobilherstellern.

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