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31.01.2005

15:51 Uhr

Nachrichten

Blick zur Karte ist bei Autofahrt nicht fahrlässig

Autofahrer verlieren nicht ihren Kasko-Versicherungsschutz, wenn sie während der Fahrt kurz auf eine Landkarte schauen und es dabei zu einem Unfall kommt.

dpa/gms ASCHAFFENBURG/BERLIN. Autofahrer verlieren nicht ihren Kasko-Versicherungsschutz, wenn sie während der Fahrt kurz auf eine Landkarte schauen und es dabei zu einem Unfall kommt.

Nach einem Urteil des Landgerichts Aschaffenburg (Az.: drei O 266/04) gilt der Blick zur Karte auf dem Beifahrersitz nicht als grobe Fahrlässigkeit. Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin hin.

Nach Ansicht der Richter sind Autofahrer bei nahezu jeder Fahrt kurzfristig unaufmerksam - sei es beim Blick auf den Beifahrer, in den Außenspiegel oder auf das Display des Autoradios. Würde in allen diesen Fällen grobe Fahrlässigkeit angenommen, hätte der Vollkasko-Versicherungsschutz für den Versicherten Sinn und Zweck verloren. Ein Haftungsausschluss dürfe daher nur im Fall eines besonders schweren, unentschuldbaren Verstoßes gegen die Sorgfaltspflicht eintreten.

Zu solchen Verstößen zählt dem Gericht zufolge beispielsweise das Aufheben eines heruntergefallenen Gegenstandes während der Fahrt oder das Umdrehen, um einen Gegenstand auf den Rücksitz zu legen. In diesen Fällen bestehe nicht nur das Risiko, dass der Fahrer nicht auf die Fahrbahn blicken kann, sondern auch dass er das Lenkrad verreißt.

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